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Anaheim zieht einen Schlussstrich

NHL.com/de 31 in 31: Zwei Altstars der Ducks müssen gehen; neuer Trainer soll das Team jünger, schneller und offensiver machen

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Anaheim Ducks.

Zwei Altgediente mussten gehen. Als die Anaheim Ducks mit dem Gewinn des Stanley Cup im Jahre 2007 den größten Triumph ihrer Klubgeschichte feierten, waren sie hautnah mit dabei: Rechtsaußen Corey Perry und Coach Randy Carlyle. Das Management der Ducks erhoffte sich, an diese glorreiche Zeit anknüpfen zu können, als sie am 14. Juni 2016 Carlyle erneut als Trainer engagierten. Es war ein Trugschluss. Nach zwei Spielzeiten unter Carlyle, in denen die Ducks zu den besten Teams der Pacific Division zählten, verpassten sie in 2018/19 als 6. in ihrer Division deutlich die Qualifikation für die Stanley Cup Playoffs.

 

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Viele verletzungsbedingte Ausfälle über die gesamte Saison hindurch, warfen die Ducks immer wieder zurück. Bereits im Februar musste Carlyle gehen und auch für Perry, der nur 31 Spiele bestreiten konnte, neigte sich die Zeit bei den Ducks dem Ende entgegen. Der 34-jährige Außenstürmer wurde am 19. Juni aus seinem jährlich 8,625 Millionen Dollar schweren Vertrag herausgekauft.

Bilanz 2018/19: 35-37-10, 13. Platz in Western Conference
Playoffs 2019: Nicht qualifiziert
Trainer: Dallas Eakins, 1. Saison
Zugänge: Michael Del Zotto, Nicolas Deslauriers, Jani Hakanpaa, Andreas Martinsen, Anthony Stolarz, Chris Wideman, Blake Pietila, Andrew Poturalski
Abgänge: Adam Cracknell, Chad Johnson, Kalle Kossila, Jaycob Megna, Corey Perry, Kevin Roy, Ben Street, Andrej Sustr, Andy Welinski

"Dies ist eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich in meinen 44 Jahren in der NHL treffen musste", ließ General Manager Bob Murray in einer Erklärung wissen. "Corey gab 14 Jahre lang alles für dieses Franchise und ließ seinen Konkurrenten keinen Millimeter. Seine Scorer-Qualitäten sind unbestritten, doch sein Siegeswille wurde zu seinem wichtigsten Attribut."

 

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Nach einer Knieverletzung, die ihn vier Monate zum Saisonbeginn außer Gefecht setzte, gelangen Perry nur noch zehn Punkte (6 Tore, 4 Assists) in 31 Partien. Murrays Entscheidung, den Franchisespieler seiner Verpflichtungen zu entbinden, ist verständlich.

Neben Perry werden die Ducks auch auf einen weiteren altgedienten Recken verzichten müssen. Center Ryan Kesler, 34, wird vermutlich dazu gezwungen sein, seine Schlittschuhe an den Nagel zu hängen. Der US-Amerikaner startete seine NHL-Karriere zur Saison 2003/04 bei den Vancouver Canucks, die ihn im Juni vor fünf Jahren per Trade an die Ducks abgaben. In den ersten drei Jahren im Orange County erzielte Kesler jeweils mindestens 20 Tore sowie zwischen 47 und 58 Scorerpunkte. Aufgrund einer Hüftverletzung konnte er 2017/18 nur 44 Partien bestreiten und auch vergangene Saison war er immer wieder zum Pausieren gezwungen. Kesler unterzog sich im Mai einem chirurgischen Eingriff und sah dies 'als beste Option für seine Lebensqualität' an. "Ich habe nicht mehr so starke Schmerzen wie vor der Operation und ich bin hierfür dankbar. Obwohl meine sportliche Zukunft ungewiss ist, fühle ich mich gut aufgehoben", sagte Kesler.

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Das Team wird jede Entscheidung von Kesler unterstützen. "An diesem Punkt muss Ryan über sein Leben und seine Familie nachdenken", sagte Murray und die Ducks müssen schauen, dass sie Talente aus der eigenen Organisation als festen Bestandteil in den NHL-Kader integrieren.

Umsetzen soll diese Herausforderung ihr neuer Coach Dallas Eakins. Eakins war seit 2015/16 Trainer von Anaheims AHL-Farmteam San Diego Gulls. Ihm kommt zu Gute, dass er jene Spieler bestens kennt, von denen erwartet wird, dass sie nachrücken.

Mit einer verjüngten und schnelleren Mannschaft möchten die Ducks mittelfristig wieder ein Wörtchen ganz oben mitreden. Eakins kennt die Organisation und ihre Prospects in- und auswendig. Er sieht die Vorgabe als durchaus realisierbar an.

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"Ich denke, dass wir in der Lage sein werden mit jedem anderen [Team] mitzuhalten. Wir können es schaffen, das Spiel so zu spielen wie es ist. Es ist hart und es ist schnell", zeigte sich Eakins bei seiner Amtseinführung im Juni optimistisch.

Auf den 52-jährigen Übungsleiter wartet noch eine Menge Arbeit, wenn man bedenkt, dass die Ducks in der Saison 2018/19 die wenigsten Tore erzielt haben - 196 in 82 Spielen.

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