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Am Mittwoch starten vier weitere Teams in die 2. Runde der Stanley Cup Playoffs 2023: Die Carolina Hurricanes empfangen in Spiel 1 (7 p.m. ET; NHL.tv; Do. 1 Uhr MESZ) in der PNC Arena die New Jersey Devils. Später treffen die Vegas Golden Knights in der T-Mobile Arena auf die Edmonton Oilers (9:30 p.m. ET; NHL.tv, Sky Sport; Do. 3:30 Uhr MESZ). Aus DACH-Sicht gibt es verschiedene Satzzeichen in beiden Partien: Ein Fragezeichen hinter dem Schweizer Devils-Stürmer Timo Meier sowie ein Ausrufezeichen hinter dem deutschen Oilers-Center Leon Draisaitl.

Die heutigen fünf Schlagschüsse vom Playoff-Geschehen:

Ausrufezeichen hinter Leon Draisaitl

Die Edmonton Oilers wissen mit Leon Draisaitl den Top-Torjäger der 1. Playoff-Runde in ihren Reihen: Der 27-jährige Kölner erzielte sieben Treffer (7-4-11), drei davon im Powerplay (3-2-5) und stand bei 19 der 25 Oilers-Toren auf dem Eis. Oder anders gesagt: Draisaitl ist das Playoff-Monster in Edmonton! Entsprechend hoch ist die Arbeitslast des Deutschen, der mit durchschnittlich 23:47 Minuten Eiszeit die zweitmeiste aller eingesetzten Stürmer in den Playoffs erhielt. Mehr Minuten spulte nur Teamkollege Connor McDavid mit 25:10 Minuten ab. Draisaitl und McDavid (3-7-10) spielten zuletzt in einer Reihe mit Evander Kane (3-1-4) und waren als Trio kaum zu stoppen. Da Edmonton mit nur elf Stürmern und dafür sieben Verteidigern spielt, kommt es in den hinteren Reihen oft zu Rotationen und neuen Reihen-Kombinationen während des Spiels.

Draisaitl schenkt den Kings 7 Tore ein

Das Duell der Top-Picks 2015: McDavid vs. Eichel

Wenn sich die Vegas Golden Knights und Edmonton Oilers gegenüberstehen, dann dürften sich häufiger auch die beiden Nummer-1-Center auf dem Eis gegenüberstehen: Vegas' Jack Eichel und Edmontons Connor McDavid. Im NHL Draft 2015 waren die beiden Mittelstürmer die ersten zwei Picks, McDavid wurde als First-Overall-Pick von den Oilers ausgewählt, Eichel landete als Second-Overall-Pick bei den Buffalo Sabres. Nun stehen sich die beiden Elite-Center erstmals in den Stanley Cup Playoffs gegenüber. "Wir haben lange in verschiedenen Conferences gespielt und sind uns nicht oft begegnet. Diese Geschichte ist also schon lange vorbei", will McDavid diesem Duell nicht zu viel Aufmerksamkeit widmen. In den Playoffs 2023 steht Eichel bei fünf Scorerpunkten (3-2-5) in fünf Spielen, McDavid bei zehn Punkten (3-7-10) in sechs Partien. "Was er in dieser Liga anstellt, ist historisch", sagt Eichel über McDavid. "Jeder ist ein Kämpfer oder? Jeder will sein bestes Spiel zeigen und gegen gute Gegenspieler stark spielen. Sie haben ein gutes Team, wir haben ein gutes Team, es wird eine enge Serie werden."

VGK@WPG, Sp3: Eichel verdoppelt die Führung im PP

Special Teams als Faktor in der Vegas-Edmonton-Serie

In der Serie zwischen den Oilers und den Golden Knights stehen sich zwei offensivstarke Mannschaften gegenüber. Die Golden Knights stellen mit durchschnittlich 3,8 Toren pro Spiel die drittbeste Offensive aller Playoff-Teams, die Oilers rangieren mit 4,17 Toren sogar auf Platz 1. Einen eklatanten Unterschied aber gibt es bei den Special Teams, die in diesem Aufeinandertreffen das Zünglein an der Waage spielen könnte: Die Oilers nämlich stellen auch das beste Powerplay, das mit unglaublichen 56,3 Prozent Erfolgsquote fast schon eine eingebaute Tor-Garantie hat (9/16). Auf der anderen Seite steht mit dem anfälligen Penalty Killing der Golden Knights das zweitschlechteste Unterzahlspiel aller teilnehmenden Mannschaften mit gerade einmal 58,3 Prozent Erfolgsquote. Vegas muss sich also etwas einfallen lassen, um Edmontons brandgefährliche Überzahl-Formation um Leon Draisaitl, Connor McDavid, Ryan Nugent-Hopkins, Zach Hyman und Evan Bouchard zu stoppen."

Fragezeichen hinter Timo Meier

Die New Jersey Devils wollen die Euphorie nach der gewonnenen Hudson-River-Derby-Serie gegen ihren Erzrivalen New York Rangers (4:3) in die nächste Runde tragen, wo es gegen die Carolina Hurricanes geht. Die gute Stimmung wurde allerdings durch die Verletzung des Schweizer Power Forwards Timo Meier getrübt: Meier kassierte in Spiel 7 gegen die Rangers einen heftigen Open-Ice-Check von Jacob Trouba, verschwand in der 46. Minute in der Kabine und kehrte nicht wieder zurück. Wird der 26-Jährige aus Herisau rechtzeitig fit für den Zweitrunden-Auftakt in Raleigh? Mit null Scorerpunkten aus sieben Spielen war Meier bislang kein Faktor in Sachen Scoring, erwies sich aber dennoch als wichtiger Spieler, der mit seiner Physis und seinem Körperspiel (23 Checks) viel Raum für seine Mitspieler schaffte. Mit Torwart Akira Schmid, Verteidiger Jonas Siegenthaler und Mittelstürmer Nico Hischier wird die Schweiz mindestens mit drei Spielern in New Jerseys Aufstellung vertreten sein.

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Bleibt Schmid der entscheidende Faktor

Mit den Carolina Hurricanes (1.) und den New Jersey Devils (2.) treffen die beiden Mannschaften aufeinander, die schon in der regulären Saison die Metropolitan Division dominiert hatten. Beide Teams trennte nur ein Punkt, die Saison-Serie war ebenfalls ausgeglichen (2:2). Wer also macht in der Best-of-7-Playoff-Serie nun den Unterschied? Ein Faktor könnten das Goaltending sein. Die Hurricanes starteten bislang fünfmal mit Antti Raanta, der aber nicht vollends überzeugen konnte (2,59 Gegentore/Spiel, 90,6 Prozent Fangquote) und setzten in Spiel 6 der 1. Runde auf Frederik Andersen (0,91 Gegentore/Spiel, 97,1 Prozent Fangquote). Gut möglich also, dass Andersen auch das Starter-Mandat für Spiel 1 in der 2. Runde erhalten wird. Denkbar ist auch, dass Carolinas Trainer Rod Brind'Amour in dieser Serie auf Torwart-Rotation zurückgreift. Die Devils gingen wiederum mit Vitek Vanecek in die Playoffs (zwei Starts, 4,43 Gegentore/Spiel, 82,7 Prozent Fangquote) und wechselten ab Spiel 3 zu Akira Schmid, der zum Schlüsselspieler für New Jersey avancierte (fünf Starts, vier Siege, 1,38 Gegentore/Spiel, 95,1 Prozent Fangquote, zwei Shutouts). Der 22-Jährige aus Bern, der erstmals in den Stanley Cup Playoffs auftauchte, zählt auch statistisch zu den besten Torhütern in den Playoffs 2023 und dürfte als Nummer 1 gesetzt bleiben.

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