Seider

Die NHL-Saison 2025/26 war voller Highlights, Action und spannender Spiele. NHL.com/de blickt auf die Spielzeit der besten Akteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zurück.

In dieser Ausgabe: Moritz Seider von den Detroit Red Wings

Moritz Seider spielte in der Saison 2025/26 ein Karriere-Jahr in der NHL und stellte persönliche Bestleistungen in Sachen Tore (zehn), Assists (50) und Scorerpunkte (60) auf. Er ist damit der erste Red Wings-Verteidiger seit Detroit-Legende Nicklas Lidstrom (2007/08: 60 Assists), der in einer einzelnen Saison die Marke von 50 Vorlagen knackte.

All das aber dürfte Seider nur wenig trösten. Immerhin verpassten die Red Wings (41-31-10; 92 Punkte, sieben Zähler Rückstand) im zehnten Jahr in Folge die Stanley Cup Playoffs und erleben damit die längste aktive Playoff-Durststrecke in der gesamten Liga.

Steile Entwicklung: Seider jagt Bestwerte

Seider selbst entwickelte sich auf vielen Ebenen noch einmal weiter. Erstmals in seiner NHL-Karriere trug der 25-jährige aus Zell (Mosel) das „A“ für den Assistenzkapitän auf der Brust. Ein klarer Beleg dafür, wie viel Gewicht die Stimme des 1,88 Meter großen Rechtsschützen in Detroits Kabine hat. Doch auch auf dem Eis ging Seider stets mit gutem Beispiel voran und übernahm viel Verantwortung.

„Ich setze mich selbst mehr unter Druck, als jeder andere Spieler hier“, erklärte Seider im exklusiven Gespräch mit NHL.com/de vor Ort in Detroit.

Der deutscherVerteidiger ist ein Teil der starken Sport-Kultur in Detroit

Gleichzeitig entwickelte der Verteidiger sein Zwei-Wege-Spiel noch einmal weiter. Nicht ohne Grund hielt Seider teamintern Top-Werte in Sachen Plus-Minus-Bilanz (+15), geblockte Schüsse (180), härtester Schuss (159,2 km/h am 5. Januar gegen die Ottawa Senators), Powerplay-Punkte (28), Powerplay-Assists (25), Eiszeit insgesamt (2104:39 Minuten), Eiszeit pro Spiel (25:40 Minuten), meiste Wechsel pro Spiel (28,6) und längste Wechsel pro Spiel (0:54 Minuten).

Unter allen Red Wings-Verteidigern verzeichnete Seider Bestwerte bei Toren (zehn), Assists (50) Punkten (60), Siegtreffer (zwei), Overtime-Tore (eines), Powerplay-Tore (drei) und teilte die zweitmeisten Checks (128, hinter Ben Chiarot mit 170) aus.

„Er bringt viel Energie aufs Eis, sowohl mit seiner Persönlichkeit als auch durch die Art, wie er spielt“, sagte Routinier Patrick Kane. „Er ist physisch stark, und es ist schwer, gegen ihn zu spielen. Auch in der Offensive ist er richtig produktiv für uns in dieser Saison. Für mich ist er einer der besten Verteidiger in der Liga. Ich bin froh, dass ich mit ihm spielen darf und nicht gegen ihn spielen muss.“

seider

Schon jetzt ein Elite-Verteidiger

Die Bezeichnung „Abwehrchef“ ist bei Seider also keine Floskel. Sein Trainer Todd McLellan schickte ihn in nahezu jeder wichtigen Situation aufs Eis. Seine Eiszeit wurde in der gesamten NHL nur von Quinn Hughes (27:44 Minuten) und Zach Werenski (26:37 Minuten) übertroffen. Letzterer wurde mit der Norris Trophy für den besten Verteidiger ausgezeichnet. Längst gibt es keine Zweifel mehr, dass Seider zu den besten Abwehrspielern der Welt zählt.

„Er ist ein anderer Spieler als Zach (Werenski), (Quinn) Hughes oder (Cale) Makar“, erklärt Kapitän Dylan Larkin. „Er ist so wichtig für unsere Mannschaft. Solche Spieler wachsen nicht auf Bäumen. Er spult so viele Minuten ab und opfert seinen Körper. Er ist in viele Spielzüge eingewoben, weil er es kann. Er hat das Selbstvertrauen, Pässe zu spielen.“

Genau deshalb ist Seider auch im Powerplay ein gefragter Mann. Hier agierte die Nummer 53 wie ein „Quarterback“, also als Passverteiler zentral an der blauen Linie. Unter seinen 25 Powerplay-Assists waren 13 primäre PP-Assists sowie zwölf sekundäre PP-Assists. Beide Zahlen stellen teaminterne Bestwerte dar.

Schau dir Moritz Seiders schönste Tore der regulären Saison an

Der große Hoffnungsträger in Detroit

Dass die Red Wings erneut nicht den Cut für die Playoffs schafften, lag sicher nicht an Seider. Beim fast schon traditionellen Leistungs-Einbruch ab März, bei dem Detroit bis zum Saisonende nur sieben von 22 Spielen gewinnen konnte (7-11-4), war der Deutsche mit 20 Punkten (3-17-20; 0,91 Punkte/Spiel) der drittbeste Scorer in Motor City. In diesen Zeitraum fällt unter anderem ein Fünf-Punkte- (1-4-5 am 9. April gegen Konkurrent Philadelphia Flyers) und ein Drei-Punkte-Spiel (1-2-3 am 8. März gegen die New Jersey Devils).

Angesichts der ungewissen Zukunft von Kane (Vertrag ist ausgelaufen, er ist ein Unrestricted Free Agent) und Larkin (die Red Wings suchen nach einem Trade) ist Seider der größte Hoffnungsträger „in the D“ (umgangssprachlich für „in Detroit“). Um ihn herum wird General Manager Steve Yzerman in den nächsten Jahren eine Mannschaft bauen, die den Playoff-Fluch brechen und den Traditionsklub in eine erfolgreiche Zukunft führen soll. Vielleicht sogar mit einem „C“ statt einem „A“ auf Seiders Trikot.

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