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Die Situation nach der Deadline

Die Trade Deadline 2017 liegt hinter uns und es lohnt sich einen Blick auf die Transfers und die Lage der Teams zu werfen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Das ganze Jahr über rätseln und diskutieren Fans und Experten darüber, wer in der NHL das Rennen machen wird. Die Form der Teams ändert sich über die gesamte Saison immer wieder, mal gibt es Siegesserien, dann wieder Negativserien, Trainer und Spieler wechseln die Teams. Jetzt, am Tag nach der Trade Deadline, sieht man die Teams in ihrer endgültigen Zusammensetzung. Es wird keine Transfers mehr geben und die Mannschaften müssen mit dem Personal, das sie haben, auf der Zielgerade Richtung Playoffs überleben und auch die Endrunde der letzten 16 damit bestehen. Was hat sich dieses Jahr veränderte? Wer hat sich verstärkt, wer hat nun gute Chancen auf den Cup?

Obwohl der Tag der Deadline diese Saison ruhiger verlief als üblich, hat sich doch einiges verändert. Der größte Transfer fand wohl zwischen den Philadelphia Flyers und den Tampa Bay Lightning statt. Die Flyers gaben den Schweizer Verteidiger Mark Streit für Valteri Filippula ab. Nur Stunden später schickten die Lightning Streit weiter zu den Pittsburgh Penguins. Die Penguins, die ohnehin zu den Favoriten auf den Stanley Cup zählten, holten damit einen weiteren starken Verteidiger, der mit 428 Punkten in 765 NHL Spielen bewiesen hat, dass er auch der Offensive seines Teams helfen kann.

Die Minnesota Wild schlugen bereits drei Tage vor der Deadline zu und holten Martin Hanzal und Ryan White von den Arizona Coyotes. Die Wild, die nicht dank herausragender Superstars, sondern dank einer überragenden Teamleistung auf Platz eins der Central Division stehen, haben ihrem Team damit noch mehr Tiefe verliehen und zwei Stürmer geholt, die sowohl im Angriff, als auch in der Abwehr helfen können. White machte in zwei Spielen für die Wild bereits zwei Tore und einen Assist. Die Wild dürften in ihrer diesjährigen Form und mit der zusätzlichen Verstärkung gute Chancen haben, weit zu kommen.

Die Montreal Canadiens waren in den letzten Tagen besonders aktiv. Die Canadiens wechselten erst kürzlich ihren Cheftrainer und spielen nun unter der Leitung von Claude Julien. Die Habs holten in den letzten Tagen den Norweger Andreas Martinsen, Dwight King, Veteran Steve Ott, Brandon Davidson, so wie Jordie Benn. Die unter einem Formtief leidenden Habs dürften sich von Veteran Ott mehr Stabilität erhoffen und vor Allem von Benn mehr Produktivität im Angriff. Entscheidend wird aber sein, ob Julien das Team, auch mit den Neuzugängen zusammenschweißen und wieder aus der Schwächephase holen kann. Das Potential für lange Playoffs ist vorhanden.

Die Washington Capitals, ein weiterer Favorit auf den Cup, holten vor der Deadline Verteidiger Kevin Shattenkirk aus St. Louis. Die starken Capitals um Starspieler Alex Ovechkin, die auf Platz eins der Metropolitan Division stehen und die wenigsten Gegentore der Liga haben, verstärkten ihre Abwehr damit noch weiter und holten einen Spieler, der mit 11 Toren und 42 Punkten in dieser Saison auch eine Menge Gefahr nach vorne ausstrahlt. In den letzten beiden Jahren scheiterten die Capitals jeweils in der zweiten Runde an den Pens und den New York Rangers, dürften diese Saison aber das stärkste Team der Ära Ovechkin haben.

Die Nashville Predators stehen auf Platz drei der Central Division und holten PA Parenteau von den New Jersey Devils. Sie hoffen wohl darauf, dass Parenteau, der diese Saison bereits 13 Tore erzielte, die Offensive weiter verstärken kann und sie in den Playoffs weiter bringen kann.

Die Chicago Blackhawks, die hinter den Minnesota Wild auf Platz zwei der Central Division liegen, gehörten ohnehin schon zu den Favoriten auf den Cup. Dank einer überragenden Offensive, sind sie das einzige Team, das in der Eastern Conference mit den Wild mithalten kann. Nun holten sie noch Verteidiger Johnny Oduya von den Dallas Stars, um ihre Abwehr um Duncan Keith weiter zu stabilisieren. Die Blackhawks haben weiterhin sicherlich gute Chancen darauf, weit zu kommen.

Die ersten drei der Pacific Division, die San Jose Sharks, Edmonton Oilers und Anaheim Ducks, führten keine großen Veränderungen ihres Kaders durch.

Die Toronto Maple Leafs holten Stürmer Bryan Boyle von den Tampa Bay Lightning. Die Verpflichtung des Erfahrenen Verteidigers, der diese Saison 13 mal traf, ist ein deutliches Zeichen der Leaves, dass sie nicht verfrüht in die Sommerpause gehen wollen. Das von Rookies geprägte Team um Auston Matthews, das derzeit auf einem Wild Card Platz steht, kann die Erfahrung sicherlich brauchen, um den Playoffplatz zu halten. Wie weit es danach noch geht, ist bei dem jungen Team fraglich.

Der Österreicher Thomas Vanek wurde von den Detroit Red Wings an die Florida Panthers abgegeben. Im Team der Legende Jaromir Jagr, hat Vanek deutlich bessere Chancen auf eine Playoffteilnahme, sie liegen nur einen Punkt hinter den Maple Leafs. Mit einer guten Mischung aus Erfahrung und jungen Talenten und wieder genesenen Jonathan Huberdeau und Aleksander Barkov, sind die Panthers nicht zu unterschätzen.

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