Necas Hertl

Im Western Conference Finale 2026 stehen sich mit der Colorado Avalanche und den Vegas Golden Knights zwei offensivstarke Schwergewichte gegenüber, die in der regulären Saison ihre jeweilige Division gewinnen konnten. Colorado (55-16-11) war nicht nur Erster in der Central Division, sondern auch in der gesamten NHL. Vegas (39-26-17) gewann die Pacific Division. Beide Mannschaften verfügen über Superstars in der Spitze und Qualität in der Tiefe. Der Startschuss fällt in Spiel 1 am Dienstag (8 p.m. ET; Mittwoch, 2 Uhr MESZ) in der Ball Arena in Denver.

NHL.com/de blickt auf die Best-of-7-Serie voraus…

Der Weg in die Zweite Runde

Die Avalanche setzte sich in der Ersten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 souverän gegen die Los Angeles Kings durch und sweepte L.A. in vier Spielen (4:0). In der Zweiten Runde wartete mit den Minnesota Wild ein deutlich stärkerer Gegner, doch Colorado schaltete ein, zwei Gänge höher und setzte sich in fünf Spielen durch (4:1). Somit bestritt die Avalanche vor dem Start des Western Conference Finals gerade einmal neun Partien.

Die Golden Knights haben dagegen schon zwölf Playoff-Spiele in den Knochen. Sowohl in der Ersten Runde gegen den Utah Mammoth (4:2) als auch in der Zweiten Runde gegen die Anaheim Ducks (4:2) brauchte Vegas jeweils sechs Spiele. Interessant ist, dass sich das Team aus „Sin City“ steigern konnte, je länger die Serie andauerte: Gegen Utah kamen die Golden Knights auf einen 1:2-Serienrückstand zurück und gewannen hintenraus drei Spiele in Serie. Gegen Anaheim stand es zwischenzeitlich 1:1 und 2:2, ehe zwei Spiele in Folge eingefahren wurden.

Colorado und Vegas stehen sich zum zweiten Mal in den Playoffs gegenüber

DACH-Spieler 

Bei Vegas steht mit Akira Schmid ein Schweizer Torwart im Kader. Bislang stand der 26-Jährige aus Bern in den Playoffs noch nicht im Aufgebot. In der Goalie-Hierarchie der Golden Knights ist der 1,95 Meter große Linksfänger die Nummer 3 hinter Starter Carter Hart und Backup Adin Hill. In der regulären Saison kam Schmid in 34 Spielen zum Einsatz (16-10-6, 2,59 Gegentore/Spiel, 89,3 Prozent Fangquote, zwei Shutouts).

UTA@VGK: Schmid blockt den Schuss am oberen Kreis und stürzt zurück, um auch gegen Durzi zu parieren

Stürmer

Colorado stellt mit 4,11 Toren/Spiel die beste Offensive in den Playoffs 2026. Mit 32,6 Torschüssen/Spiel gaben sie die zweitmeisten aller Teams ab. Das Powerplay war in der Ersten Runde gegen die Kings noch überhaupt kein Faktor (9,1 Prozent Erfolgsquote), fand in der Zweiten Runde gegen die Wild den Rhythmus (38,5 Prozent) und verbesserte sich auf insgesamt nun 25 Prozent. Personell steht ein Fragezeichen hinter Zwei-Wege-Stürmer Artturi Lehkonen (3-3-6), der sich in Spiel 3 gegen Minnesota eine Oberkörperverletzung zuzog und seitdem nicht mehr zum Einsatz kam. Seinen Platz in der Top-Sturmreihe nahm Kapitän Gabriel Landeskog (3-5-8) ein, der als Power Forward perfekt mit Center Nathan MacKinnon (7-6-13) und Rechtsaußen Martin Necas (1-10-11) harmonierte. Die Top-Linie der Avalanche vereint Tempo, Technik, Physis, Spielfreude und Torgefahr und dürfte über 60 Minuten kaum abzumelden sein. Alleine Superstar MacKinnon kann auf eine Tore-Serie von sechs Spielen zurückblicken (7-5-12). Allerdings gelang ausgerechnet diesem Trio noch kein Siegtreffer. Dafür zeichneten Reihen zwei, drei und vier verantwortlich, was die Tiefe im Angriff unterstreicht. Insbesondere Drittreihen-Center Nazem Kadri (2-4-6, ein GWG) sowie Zweitreihen-Rechtsaußen Nicolas Roy (3-3-6, zwei GWG) fielen mit starkem Secondary Scoring auf.

MIN@COL, GM 5: MacKinnon findet eine Lücke und gleicht spät zum 3:3 aus

Vegas stellt die drittbeste Playoff-Offensive mit 3,67 Toren/Spiel - und das, obwohl es im Schnitt nur 27,5-mal aufs gegnerische Tor schießt (T-10.). Diese Effektivität bewiesen die Golden Knights auch im Powerplay mit 25,7 Prozent Erfolgsquote (4.). Mit Mitch Marner (7-11-18, zwei GWG) trägt der Playoff-Top-Scorer den goldenen Ritterhelm mit dem V-Visier auf dem Trikot. Der Blockbuster-Neuzugang von den Toronto Maple Leafs im vergangenen Sommer erwies sich als Allzweckwaffe, schlüpfte in jede Rolle, egal ob auf dem Flügel, als Center, Powerplay-Quarterback (2-3-5 im PP) oder als Penalty Killer (vier Unterzahl-Assists). Fast jeder vierte Marner-Torschuss ist ein Treffer (24,1 Prozent Schusseffizienz). Bei allen diesen Werten fällt kaum auf, dass der flinke 29-jährige Kanadier auch viele Wege nach hinten mitmacht. Seine Plus-Minus-Bilanz von +11 ist der Top-Wert aller Playoff-Spieler. Mit dem unfassbar effizienten Brett Howden (8-2-10; zwei GWG, drei Shorthander, 40 Prozent Schusseffizienz, +6) und „Vegas Born“-Center William Karlsson (0-3-3) hat sich eine brutal-starke zweite Reihe gefunden. Dies war nötig, weil Kapitän und Power Forward Mark Stone seit Spiel 3 der Zweiten Runde gegen die Ducks mit einer Unterkörperverletzung ausfällt. Für ihn rückte Brandon Saad (0-1-1) in die Aufstellung. Eine Alternative für die von Tomas Hertl (2-4-6) gecenterte dritte Reihe wäre Reilly Smith (0-2-2), der nach der Ersten Runde gegen den Mammoth nicht mehr zum Einsatz kam. Die erste Linie führt Mittelstürmer Jack Eichel (1-14-15) an, der von Pavel Dorofeyev (9-2-11, ein GWG) und Ivan Barbashev (3-6-9, 1 GWG) beflügelt wird.

VGK@ANA, Sp6: Marner trifft zwischen den eigenen Beinen durch zum 1:0

Verteidiger

Die Avalanche-Defensive hat mit 2,56 Gegentoren/Spiel und 26,1 zugelassenen Torschüssen/Spiel jeweils den viertbesten Wert unter allen Playoff-Teams. Das Penalty Killing hat mit 79,3 Prozent noch Steigerungspotenzial. Mit Sam Malinski (1-2-3, +7, 14 Blocks) bangt Colorado weiter um einen Verteidiger (Oberkörperverletzung, day-to-day). Mit Devon Toews (2-6-8, +9) und Cale Makar (4-1-5, +5, ein GWG, 18 Blocks) verfügt die Avalanche über eines der besten Abwehr-Tandems in der gesamten Liga. Neuzugang Brett Kulak (1-4-5, +3, 1 GWG, 20 Blocks) erwies sich ebenfalls als guter Griff. Mit Brent Burns (0-3-3, +7, 13 Checks, sechs Blocks) hofft ein 41-jähriger Veteran auf seine vielleicht letzte Chance, einen Stanley Cup zu gewinnen.

MIN@COL, Sp 1: Makar markiert seinen zweiten Treffer im Spiel

Die Golden Knights sind mit 2,58 Gegentore/Spiel (5.) ebenbürtig, ließen mit 29,3 Torschüssen/Spiel (8.) aber ein wenig mehr zu. Dafür könnte das starke Penalty Killing mit 86,8 Prozent (5.) das Zünglein an der Waage spielen. Defensivverteidiger Brayden McNabb (1-2-3, +5, ein Unterzahl-Tor, 23 Checks, 22 Blocks) kehrt nach abgesessener Sperre zurück und dürfte zusammen mit Shea Theodore (4-5-9, +7, ein GWG, 35 Blocks) das erste Abwehr-Paar bilden. Als wahre „Puckfresser“ agierte die zweite Reihe um Noah Hanifin (0-6-6, 21 Blocks) und Rasmus Andersson (0-3-3, 19 Blocks). 

Torhüter

Colorado wird aller Voraussicht nach wieder mit Scott Wedgewood (acht Spiele, sieben Starts, sieben Siege, 2,21 Gegentore/Spiel, 91,4 Prozent Fangquote) starten. In Spiel 4 und 5 der Zweiten Runde gegen Minnesota hatte Mackenzie Blackwood (drei Spiele, zwei Starts, ein Sieg, 3,2 Gegentore/Spiel, 87,2 Prozent Fangquote) den Vorzug bekommen, wurde aber nach einem frühen 0:3-Rückstand in Spiel 5 ausgewechselt. Wedgewood scheint besser in Form zu sein und konnte zuletzt auch ein wenig durchatmen und regenerieren.

Bei Vegas erhielt Carter Hart alle zwölf Starts (acht Siege, 2,37 Gegentore/Spiel, 91,7 Prozent Fangquote). War er in der Ersten Runde gegen Utah noch ein wenig inkonstant (2,72 Gegentore/Spiel, 89,9 Prozent Fangquote), präsentierte er sich in der Zweiten Runde gegen Anaheim deutlich stabiler und zuverlässiger (1,99 Gegentore/Spiel, 93,5 Prozent Fangquote).

Colorado kommt weiter, wenn…
…es mit allen vier Reihen Dauerdruck macht und sich dem Forechecking der Golden Knights mit einem schnellen und präzisen Aufbauspiel entziehen kann.

Vegas kommt weiter, wenn…
…es die Special Teams beherrscht, das Spiel an die Banden zwingt und der Avalanche mit Härte und Aggressivität Zeit, Raum und Tempo nimmt.

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