Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Montreal Canadiens und den Buffalo Sabres

Die Buffalo Sabres haben ihre Saison am Samstagabend in eindrucksvollster Manier vorerst gerettet und mit einem spektakulären 8:3-Erfolg in Spiel 6 gegen die Montreal Canadiens ein alles entscheidendes Spiel 7 in der Zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 erzwungen. Vor der ohrenbetäubenden Kulisse des Bell Centre zeigte Buffalo unter Eliminierungsdruck eine Leistung, die nicht nur die Serie ausglich, sondern auch ein deutliches Signal an die Konkurrenz sendete: Dieses Team ist bereit für den ganz großen Wurf.

Nach einem katastrophalen Start, in dem Buffalo bereits nach etwas mehr als zehn Minuten mit 1:3 zurücklag, antwortete das Team von Lindy Ruff mit bemerkenswerter Ruhe, enormer Offensivkraft und historischer Effizienz. Angeführt von Kapitän Rasmus Dahlin, der mit einem Tor und vier Vorlagen einen NHL-Rekord für Verteidiger in einem Eliminierungsspiel aufstellte, verwandelten die Sabres einen drohenden Saisonabschluss in ein Statement-Spiel.

„Ich bin sehr stolz auf unsere Jungs“, erklärte Sabres-Trainer Ruff. „Wir haben heute Morgen darüber gesprochen, dass jeder sein bestes Spiel zeigen muss. Dass die reguläre Saison nichts bedeutet, dass die Serie gegen Boston nichts bedeutet und dass die bisherigen fünf Spiele wirklich nichts bedeuten. Unser entscheidender Moment ist das heutige Spiel, und wir müssen unser bestes Spiel zeigen.“

BUF@MTL, Sp 6: Luukkonen zeigt 18 Paraden und erzwingt ein Spiel 7

Dahlin schreibt Geschichte und führt Buffalo aus der Krise

Dabei begann die Partie aus Sicht der Sabres zunächst vielversprechend: Bereits nach 32 Sekunden traf Dahlin sehenswert zur Führung und brachte die Gastgeber früh zum Schweigen. Doch Montreal reagierte furios. Arber Xhekaj, Ivan Demidov und Jake Evans drehten das Spiel innerhalb weniger Minuten, nutzten drei der ersten vier Torschüsse und vertrieben Buffalo-Goalie Alex Lyon früh vom Eis.

In dieser kritischen Phase drohte Buffalo auseinanderzubrechen. Doch mit der Einwechslung von Ukko-Pekka Luukkonen änderte sich das Spiel vollständig. Der finnische Schlussmann parierte sämtliche 18 Schüsse nach seiner Hereinnahme und verlieh seinem Team die nötige Stabilität.

Dahlin übernahm in dieser Phase als Führungsspieler endgültig die Kontrolle. Mit überragender Übersicht, Offensivdrang und Spielintelligenz war er an vier der folgenden sieben Treffer beteiligt. Seine fünf Punkte waren nicht nur gleichbedeutend mit einem neuen Franchise-Bestwert in einem Playoff-Spiel, sondern unterstrichen eindrucksvoll, warum er inzwischen zu den dominantesten Verteidigern der NHL zählt.

„Ich glaube, wir spielen auswärts einfacher“, sagte Dahlin. „Wir spielen aggressiver – Dinge, die man eigentlich auch zu Hause tun sollte –, aber mir gefällt unser Auswärtsspiel.“

„Fünf Punkte sind ziemlich gut, ich glaube, dazu gibt es nicht viel mehr zu sagen“, lobte Luukkonen Dahlins Beitrag zum Sieg. „Ich meine, es ist ein K.o.-Spiel für uns, unser Kapitän tritt in die Bresche, und so führt man ein Team. Ich finde, das ganze Jahr über hat er so gut gespielt. Er ist nicht immer der Lauteste auf der Bank oder in der Umkleidekabine, aber man übernimmt die Führung, wenn es nötig ist, und das hat er heute sehr deutlich gezeigt.“

BUF@MTL, Sp 6: Dahlin hilft den Sabres ein Spiel 7 zu erzwingen

Buffalo zerlegt Montreal mit sieben unbeantworteten Treffern

Was folgte, war einer der beeindruckendsten Offensivläufe der jüngeren Playoff-Geschichte der Sabres. Jason Zucker brachte Buffalo noch im ersten Drittel per Powerplay zurück ins Spiel, ehe Zach Benson zu Beginn des zweiten Abschnitts ausglich.

Danach brach Montreal komplett auseinander. Jack Quinn traf zweimal im Powerplay, Konsta Helenius setzte seine starke Serie fort, Tage Thompson glänzte mit vier Punkten und Zach Metsa krönte sein Playoff-Debüt ebenfalls mit einem Tor.

Besonders bemerkenswert war Buffalos Effizienz mit einem Mann mehr: Vier Powerplay-Tore bei acht Treffern demonstrierten die enorme Anpassungsfähigkeit und Präzision des Special Teams. Insgesamt verwandelten die Sabres in dieser Serie nun 37,5 Prozent ihrer Überzahlsituationen – ein Wert, der Montreal vor massive Probleme stellt.

Während Buffalo offensiv explodierte, verlor Montreal vollständig die defensive Struktur. Jakub Dobes, der zuvor eine starke Serie gespielt hatte, wurde nach sechs Gegentoren ausgewechselt. Selbst die sonst so energiegeladene Atmosphäre des Bell Centre kippte zunehmend in Schockstarre.

„Wir haben ihnen jede Menge Möglichkeiten gegeben, den Puck zu halten und Spielzüge aufzubauen“, beklagte Canadiens-Verteidiger Lane Hutson nach Spielende. „Und wenn wir den Puck hatten, haben wir die Spielsituation nicht richtig eingeschätzt, wir waren heute nicht richtig aufeinander eingespielt.“

BUF@MTL, Sp 6: Metsa trifft bei seinem Playoff-Debüt

Junge Sabres reifen im wichtigsten Moment

Neben den etablierten Stars setzte Buffalo auch auf die nächste Generation – mit großem Erfolg. Der erst 20-jährige Konsta Helenius traf im zweiten Spiel in Folge, während Zach Benson erneut ein starkes Zwei-Punkte-Spiel ablieferte. Beide verkörpern die neue Identität der Sabres: jung, dynamisch, furchtlos.

Diese Mischung aus Erfahrung und aufstrebendem Talent macht Buffalo in diesen Playoffs besonders gefährlich. Thompson, Quinn, Benson, Helenius und Dahlin lieferten gemeinsam eine nahezu perfekte Antwort auf den immensen Druck.

Bemerkenswert ist zudem, dass Buffalo auswärts inzwischen außergewöhnlich stabil agiert. Acht Tore stellten einen neuen Franchise-Rekord für ein Auswärts-Playoffspiel dar. Nach Jahren der Bedeutungslosigkeit präsentiert sich die Organisation nun als ernstzunehmender Titelkandidat.

BUF@MTL, Sp 6: Helenius baut die Führung aus

Spiel 7 in Buffalo: Chance auf historischen Durchbruch

Nun kommt es am Montagabend (7:30 p.m.ET; Di. 1:30 Uhr MESZ) im KeyBank Center zum ersten Spiel 7 zwischen Buffalo und Montreal überhaupt. Für die Sabres ist es die Gelegenheit, ihre bislang schwache Game-7-Historie (nur ein Sieg in sieben Versuchen) umzuschreiben und erstmals seit Jahren wieder ins Eastern Conference Finale einzuziehen.

Tage Thompson brachte die neue Mentalität des Teams treffend auf den Punkt: Buffalo müsse das Spiel genauso angehen wie Spiel 6 – vereinfacht, fokussiert und ohne Übermotivation.

Der Heimvorteil könnte dabei entscheidend werden, auch wenn beide Teams in diesen Playoffs teils auswärts erfolgreicher waren. Buffalo-Fans erlebten bereits während Spiel 6 bei Public Viewings die offensive Explosion ihres Teams und dürften das KeyBank Center nun in einen Hexenkessel verwandeln.

Montreal hingegen reist mit erheblichen Fragezeichen an. Die Canadiens verfügen zwar über deutlich mehr Erfahrung in Entscheidungsspielen, doch die psychologischen Narben dieses Zusammenbruchs könnten schwer wiegen.

Die Sabres haben sich mit ihrem historischen Kraftakt nicht nur eine weitere Chance erarbeitet – sie haben Momentum, Selbstvertrauen und den Glauben an etwas Großes zurückgewonnen. Nach einer Leistung wie in Spiel 6 scheint plötzlich alles möglich.

Buffalo steht nur noch einen Sieg vom Eastern Conference Final entfernt. Und wenn Dahlin sowie die explosive Offensive dieses Niveau erneut erreichen, könnte Spiel 7 zum endgültigen Durchbruch eines Franchise werden, das jahrelang auf genau diesen Moment gewartet hat.

Verwandte Inhalte