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Die Zweite Runde der Stanley Cup Playoffs neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Nur eine Entscheidung steht noch aus. Es gilt zu klären, welches Team nach den Carolina Hurricanes das Finale der Eastern Conference erreicht. Anwärter dafür sind die Buffalo Sabres und die Montreal Canadiens, die nach drei Siegen in fünf Partien einen leichten Vorteil haben. Sollten die Kanadier in Spiel 6 am heutigen Samstag (8 p.m. ET; So. 2 Uhr MESZ) im heimischen Bell Centre triumphieren, wären sie durch. Andernfalls käme es am Montag in Buffalo zum Showdown zwischen beiden Klubs. Für das Finale im Westen haben sich die Colorado Avalanche und die Vegas Golden Knights qualifiziert.

Scoring-Tiefe ein Pluspunkt für die Canadiens

Die Scoring-Tiefe bei den Canadiens ist einer der Faktoren, dass sie in der Serie gegen die Sabres mit 3:2 vorne liegen. Sechs Spieler haben in den fünf Begegnungen mit Buffalo fünf oder mehr Scorerpunkte gesammelt. Dabei handelt es sich um Alex Newhook, Nick Suzuki, Juraj Slafkovsky, Lane Hutson (alle 6) sowie Jake Evans und Ivan Demidov (beide 5). Es ist schon eine Weile her, dass Montreal eine derartige Anzahl an Scorern mit mindestens einer Handvoll Punkte in einer Playoff-Runde vorzuweisen hatte. Zuletzt war das 2002 im Viertelfinale der Eastern Conference der Fall.

BUF@MTL, Sp 3: Slafkovsky kommt an Hutsons Schuss im Powerplay

Montreal macht es bei Siegen deutlich

Nicht nur wegen ihrer Variabilität bereitet die Abteilung Attacke der Canadiens den Sabres eine Menge Kopfzerbrechen. Ein weiterer Grund ist deren enorme Durchschlagskraft. Einmal in Fahrt gekommen, ist Montreals Offensive kaum aufzuhalten. Das wurde bei den drei Erfolgen des Teams im Verlauf der Serie deutlich. In jeder dieser Begegnungen schossen sie wenigstens fünf Tore. In Spiel 2 in Buffalo behielten die Canadiens mit 5:1 die Oberhand. In Spiel 3 gewannen sie zu Hause mit 6:2 und in Spiel 5 landeten sie einen 6:3-Auswärtssieg. Spitzenreiter in der teaminternen Torjägerliste der zweiten Runde ist Newhook mit fünf Treffern. Auf dem geteilten zweiten Platz rangieren Suzuki und Cole Caufield, die jeweils dreimal einnetzten. Dritter ist Kirby Dach mit zwei Toren.

BUF@MTL, Sp 3: Newhook versenkt den Rebound zum Ausgleich

Thompson effektivster Punktejäger der Sabres

Bei den Sabres hat sich Tage Thompson in den laufenden Playoffs als effektivster Scorer erwiesen. Nach elf Einsätzen sind für ihn elf Punkte (vier Tore, sieben Assists) registriert. Mit dieser Ausbeute nimmt er Rang 1 in der Scorerliste von Buffalo ein. Thompson ist einer von erst fünf Spielern in der Franchise-Geschichte mit einem Punkteschnitt von 1,0 in einer einzigen Postseason. Um den Punkterekord in einem Elimination Game der Sabres zu egalisieren oder zu toppen, müsste Thompson diesen Wert allerdings deutlich steigern. Sechs Akteure kamen in Partien, in denen es um alles oder nichts ging, auf vier Zähler. Der letzte Spieler, der in die Rekordhalterriege aufstieg, war Derek Plante. In Spiel 4 im Conference-Halbfinale 1997 verbuchte er ein Tor und drei Assists. Doch völlig abwegig erscheint es nicht, dass Thompson zu dem erlauchten Kreis hinzustößt oder sogar alleine den Platz an der Sonne einnimmt. In der regulären Saison legte er nämlich am 15. Januar dieses Jahres schon einmal einen Fünf-Punkte-Auftritt hin. Der Name des Gegners in diesem denkwürdigen Match: Montreal Canadiens.

BUF@MTL, GM 4: Thompson spielt den Puck tief, doch der Abpraller vom Glas landet im Tor

Torwartfrage bei Buffalo offen

Die Frage, wer das Tor von Buffalo in Spiel 6 gegen Montreal hütet, wird wohl erst nach dem Morning Skate beantwortet. Nachdem Alex Lyon die Starts in den ersten drei Begegnungen bekam, stand Ukko-Pekka Luukkonen in den zwei darauffolgenden Duellen zwischen den Pfosten. Durch die Pleite in Spiel 5 mit fünf Gegentoren bei 23 Schüssen betrieb der Finne jedoch nicht gerade Werbung in eigener Sache. Das räumte er unumwunden ein. „Ich muss besser werden“, sagte er vor dem heutigen Aufeinandertreffen mit den Canadiens. Ob er die Gelegenheit bekommt, sein Können zu zeigen, bleibt abzuwarten.

Für Trainer Lindy Ruff ist das Ganze eine knifflige Entscheidung, weil beide Goalies in der Serie gegen Montreal schwächelten. Die nackten Zahlen machen das Dilemma deutlich. Lyon brachte es in drei Spielen auf eine Fangquote von 87,2 Prozent und einen Gegentorschnitt von 3,79. Für Luukkonen stehen 87 Prozent gehaltene Schüsse und ein Mittelwert von 4,20 Gegentreffern bei seinen zwei Einsätzen zu Buche.

Hurricanes denken im Moment nicht an Eishockey

Die Spieler der Carolina Hurricanes verschwenden derzeit keinen Gedanken daran, ob die Canadiens oder die Sabres ihr Kontrahent im Finale der Eastern Conference sein werden. Die vergangenen Tage hat die Belegschaft aus Raleigh vielmehr dazu genutzt, den Stresslevel zu senken, wie Kapitän Jordan Staal verriet. „Körper und Geist sammeln, daheim mit den Kindern spielen, auf den Golfplatz gehen – alles hat seinen Nutzen. Und bloß nicht an das nächste Spiel denken“, erklärte er das Maßnahmepaket, um in den strapaziösen Playoffs neue Energie zu tanken.

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