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An diesem Mittwoch (8 p.m. ET; Donnerstag, 2 Uhr MESZ) startet das Western Conference Finale der Stanley Cup Playoffs 2026 zwischen der Colorado Avalanche und den Vegas Golden Knights in der Ball Arena in Denver. Beide Teams haben die Hälfte des Weges zum Stanley Cup geschafft, die Spannung steigt, und Lage spitzt sich immer weiter zu. 

Mit einer ernsten Miene aber ging die Avalanche das Training am Sonntag nicht an: Während der Einheit im Family Sports Center gab es jede Menge Gelächter und ausgelassene Stimmung.

„Um diese Jahreszeit sollte es Spaß machen“, betont Colorados Trainer Jared Bednar. „Das ist eigentlich der Grund, warum wir spielen. Niemand spielt wegen der 82 Spiele, die man durchstehen muss, oder? Wir spielen wegen der Playoffs.“

Eine Frage der Nerven?

In diesen geht es mehr und mehr ans Eingemachte. Die Avalanche ist nur noch vier Siege vom Stanley Cup Finale und acht Siege vom Stanley Cup entfernt. Klar, dass die Nerven mehr und mehr eine entscheidende Rolle spielen. 

„Es ist diese zusätzliche Spannung. Es steht so viel auf dem Spiel, die Emotionen und der Adrenalinspiegel schwanken. Ich habe das Gefühl, dass sie so hoch sind, wie es nur geht“, sagt Center Brock Nelson. „Das ist der Höhepunkt, auf den man das ganze Jahr hinarbeitet. Man lässt sich davon mitreißen, aber natürlich darf man sich nicht zu sehr davon vereinnahmen lassen und muss gleichzeitig ein kurzes Gedächtnis haben und jeden Tag mit einer frischen Einstellung auf das Eis gehen.“

Entsprechend positiv ist es, dass Colorado sich im Training derart leicht und locker präsentiert. 

„Wenn man zu den letzten verbliebenen Teams gehört, schottet man sich meiner Meinung nach in dieser Eishockey-Blase ab, in der alles nur noch um den Sport dreht, und das ist das Einzige, worüber man sich Gedanken macht. Man versucht, die Ablenkungen und den Lärm von außen auszublenden“, berichtet Mittelstürmer Nazem Kadri, der schon beim letzten Stanley Cup Sieg im Jahr 2022 dabei war. „Was ich jüngeren Spielern immer sage, ist, dass es auf ein emotionales Gleichgewicht ankommt. Ich glaube, man muss seine Emotionen im Griff haben. Während eines Playoff-Spiels kann man sich zu sehr aufheizen und seine Energie verschwenden, indem man zu ängstlich und zu nervös wird. Beruhige deine Emotionen, und alles wird gut.“

Freie Tage sind Gold wert 

Entsprechend wichtig waren die drei freien Tage seit dem Serien-Sieg in der Zweiten Runde gegen die Minnesota Wild (4:1).

Avalanche besiegen Wild und ziehen ins Western Conference Finale ein

„Die Tage, an denen man nicht spielt, sind wirklich wichtig, um so gut es geht abzuschalten und sich dann, wenn es soweit ist, wieder voll und ganz zu konzentrieren“, so Kadri.

Auf dem Weg ins Western Conference Finale musste die Avalanche erst neun Spiele bestreiten (4:0 gegen Los Angeles Kings in der Ersten Runde, 4:1 gegen die Minnesota Wild in der Zweiten Runde), dürften also noch relativ frisch sein, während Gegner Golden Knights bereits zwölf knüppelharte Playoff-Schlachten schlagen musste (4:2 gegen den Utah Mammoth in der Ersten Runde, 4:2 gegen die Anaheim Ducks in der Zweiten Runde).

„Es ist verrückt, wenn man darüber nachdenkt - es kommt mir vor, als wäre es schon eine Ewigkeit, und dabei sind wir erst auf halbem Weg“, sagt Colorados Stürmer Parker Kelly. „Das ist mental eine Herausforderung. Es ist schwer, dranzubleiben. Es ist schön, ein paar freie Tage zu haben, um Körper und Geist wieder aufzuladen und dann wieder an die Arbeit zu gehen.“

Malinski kehrt zurück, Hoffnung bei Lehkonen

Harte Arbeit ist es, die ab Mittwochabend wieder zählt. Vegas ist ein physisch-starker und vor dem Tor omnipräsenter Gegner, der viele Checks fährt und schwer zu bespielen sein wird. 

Umso wichtiger ist es, dass es im Sonntagstraining auch aus personeller Sicht gute Nachrichten gab: Verteidiger Sam Malinski trainierte wieder voll mit. Gleiches gilt für Josh Manson. Die angeschlagenen Abwehrspieler Cale Makar und Brent Burns sowie der verletzte Stürmer Artturi Lehkonen fehlte zwar, sollen bis Spiel 1 aber rechtzeitig fit werden.

„Das ist einer der Gründe, warum ich denke, dass es der am schwersten zu gewinnende Titel ist. Einfach wegen der ganzen Strapazen“, so Bednar. „Man muss nicht nur gut sein; man muss gesund sein, man muss Glück haben, man muss hart im Nehmen sein und trotz Verletzungen weitermachen. Man muss auch mental stark sein, denn es ist jeden Tag ein Kampf; jedes Spiel ist ein Spiel 7. Jedes Spiel fühlt sich an wie ein Spiel 7, weil man es gewinnen muss.“

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