KrejciLeon

Eigentlich ist David Krejci aus der Aufstellung der Boston Bruins überhaupt nicht wegzudenken. 15 Saisons und 962 Spiele absolvierte er für seinen Klub. Sein größter Erfolg: 2011 führte er die Bruins als Top-Scorer der Playoffs zum Stanley Cup Sieg. Im Alter von 35 Jahren verlässt der Tscheche nun die NHL und kehrt in sein Heimatland zurück.

Der Center tut dies im Sinne seiner Familie. "Seit dem Ende der Saison, als ich über meine Zukunft nachgedacht habe, ist mir klar, dass ich eine schwierige Entscheidung treffen muss", erklärte der 215-facheTorschütze. "Es ist nun an der Zeit, nach Tschechien zurückzukehren und vor meiner Familie zu spielen, die so viel geopfert hat, um mir zu helfen, meinen Traum von der NHL zu verwirklichen. Ich möchte außerdem, dass meine Kinder dort leben, wo ich aufgewachsen bin."
Gleichwohl bleibt das Team aus Boston immer in seinem Herzen, wie er betonte. "Das ist kein Abschied. Ich werde niemals ein Fremder sein. Ich werde für immer ein Teil der Bruins sein und bald wieder den TD Garden besuchen. Mein Blut ist schwarz-gold."
In Zeiten des Salary Cap und der vielen Trades ist es längst nicht mehr die Regel, dass Spieler die komplette NHL-Karriere bei nur einem Franchise verbringen. Doch besonderes die europäischen Top-Spieler zeichnen sich durch große Treue aus.

VAN@EDM: Draisaitl erzielt im Powerplay 500. Punkt

Zu ihnen gehört auch Leon Draisaitl, der seit der Saison 2014/15 ausschließlich für die Edmonton Oilers gespielt hat und dort noch bis 2025 unter Vertrag steht. Als er 2017 seinen Kontrakt verlängerte, sagte Draisaitl: "Für mich kam es nie eine Frage, irgendwo anders hinzugehen."
Sein Vater Peter Draisaitl glaubt, dass sein Sohn gerne die gesamte Laufbahn bei den Oilers verbringen möchte. Zwar habe er mit ihm noch nicht konkret darüber gesprochen. "So wie ich ihn kenne, ist es nicht ausgeschlossen", sagte er im Gespräch mit Sport1. Gleichwohl lasse sich dies schwer planen: "Das entscheidet ja nicht nur er, sondern auch der Klub. Ich bin selbst gespannt, wie alles weitergeht. Was ich zu 100 Prozent von ihm weiß: Sein großer Traum ist es, mit Edmonton den Stanley Cup zu gewinnen."
Auch der Schweizer Verteidiger Roman Josi, der seit 2011/12 für die Nashville Predators aktiv und noch bis 2028 gebunden ist, verspürt wenig Lust auf einen Ortswechsel. "Ich habe mich in Nashville immer zuhause gefühlt, habe hier geheiratet und möchte meine ganze Karriere hier spielen", äußerte er sich bei seiner Vertragsverlängerung vor zwei Jahren.

FLA@NSH: Josi setzt Teammarke bei Jeannots Tor

Weitere europäische Spieler, die bislang nur für ein Team in der NHL aufliefen, sind die Russen Alex Ovechkin (Washington Capitals) und Evgeni Malkin (Pittsburgh Penguins), der Slowene Anze Kopitar (Los Angeles Kings) und der Schwede Nicklas Backstrom (Washington Capitals). Sollten sie ihre Karriere tatsächlich bei ihrem aktuellen Team beenden, befänden sie sich in guter Gesellschaft.
Es gab nämlich zuvor schon viele Europäer, die nach Nordamerika gingen und sich dort einem Team verschrieben haben. Zu den Akteuren, die ihre komplette NHL-Laufbahn bei den Detroit Red Wings verbrachten, zählten die Schweden Nicklas Lidstrom (1991 bis 2012), Henrik Zetterberg (2002 bis 2018) und der Russe Pavel Datsyuk (2005 bis 2016). Ausschließlich in Diensten der Vancouver Canucks standen die schwedischen Brüder Henrik und Daniel Sedin (2000 bis 2018).

Lidstrom points record

Auch der Schwede Thomas Steen (Winnipeg Jets, 1981 bis 1995), die Tschechen Patrik Elias (New Jersey Devils, 1996 bis 2016) und Milan Hejduk (Colorado Avalanche, 1998 bis 2013) sowie die Finnen Jere Lehtinen (Dallas Stars, 1995 bis 2010) und Pekka Rinne (Nashville Predators, 2005 bis 2021) haben ausschließlich für ein NHL-Team gespielt.
Selbiges trifft auf den Schweden Henrik Lundqvist zu, der von 2005 bis 2020 das Tor der New York Rangers hütete. Im September 2020 einigte er sich zwar mit der Organisation auf eine vorzeitige Vertragsauflösung, sodass er als Free Agent bei den Washington Capitals unterkam. Im Dezember, kurz vor Beginn der Saison, gab er allerdings bekannt, die Spielzeit aufgrund einer Herzerkrankung auszulassen. Laut TSN will der 39-Jährige seine Karriere gerne fortsetzen. Er wartet aber noch auf die ärztliche Freigabe. In New York wird Lundqvist eine Legende bleiben, unabhängig davon, ob er noch einmal für ein anderes Team aufläuft oder nicht.