Der Ausgleich der Blue Jackets ging trotzdem in Ordnung. Im Powerplay fälschte Kapitän Boone Jenner einen Schuss von Zach Werenski ab - 1:1 (13.). Das ist eins der Dinge, die die Blue Jackets als positiv mitnehmen können, wenn sie das Flugzeug in Richtung Ohio besteigen. Das Überzahlspiel funktionierte damit im zweiten Spiel in Folge. In den Partien zuvor waren sie da glücklos geblieben.
Die Gesichtszüge wird das aber wohl nur wenig aufhellen. Denn im zweiten Drittel wurde Columbus von Colorado überrannt. "Wir haben uns im Mitteldrittel komplett gehen lassen", haderte Larsen. Martin Kaut mit seinem ersten Saisontor, Logan O'Connor und Devon Toews, der ebenfalls seinen Premierentreffer in dieser Spielzeit markierte, stellten für die Avalanche die Weichen auf Sieg.
"Wir haben unser Spiel verloren. Ich weiß aber nicht wo", meinte ein sichtlich enttäuschter Blue Jackets-Stürmer Patrik Laine. Der Finne hatte bei seinem Heimspiel am Abend zuvor die Avalanche-Verteidigung vor einige Probleme gestellt. Im zweiten Aufeinandertreffen blieb er allerdings, wie die gesamte Offensivabteilung von Columbus, blass. "Wir müssen einfach besser spielen", sagte Laine. "Und zwar in allen Bereichen."
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Und so konnte sich bei Columbus auch niemand so richtig freuen, dass der Finne Joonas Korpisalo im Tor nach sieben Monaten sein Comeback in einem Pflichtspiel gab. Es sei gut gewesen, wieder auf dem Eis zu stehen, meinte der Keeper. Die Mannschaft habe es gegen Colorado wirklich versucht. Er sei auch überzeugt, dass die Blue Jackets alle Teile als Mannschaft zusammenhaben.
Korpisalo selbst stellte jedenfalls unter Beweis, dass die Torhüterposition diejenige ist, auf der die Blue Jackets noch die wenigsten Probleme haben. Korpisalo zeigte, dass er trotz der monatelangen Zwangspause ein zuverlässiger Back-up für den Letten Elvis Merzlikins ist. Der Finne bewahrte speziell im ersten Drittel sein Team immer wieder vor weiteren Gegentoren. Reihenweise entschärfte er die Schüsse von Nathan MacKinnon, Mikko Rantanen, Cale Makar und Co. Am Ende des Abends hatte er 45 Schüsse auf seinen Kasten bekommen. 40 davon wehrte er ab. "Den zweiten und dritten Treffer hätte ich haben müssen. Aber das ist jetzt nicht mehr zu ändern", meinte der Finne selbstkritisch.
Dass er gleich beim ersten Schuss hinter sich greifen musste, habe ihn nicht verunsichert. "Ich habe mich gut gefühlt. In einer Arena, wie dieser kommt man schnell auf Betriebstemperatur." Korpisalo bekam wie alle Finnen in den beiden NHL-Teams immer wieder viel Applaus. Nach dem Geschmack seines Coachs war der Rückkehrer allerdings zu viel beschäftigt: "Er hatte viel zu viel Arbeit. Wir haben vor ihm nicht gut genug gespielt", kritisierte Larsen.
Dem konnte sich der Kapitän des Teams nur anschließen: "Joonas hat einen guten Eindruck gemacht. Es tut gut, ihn wieder im Tor zu sehen. Aber wir haben einfach zu viele Zwei-gegen-eins-Situationen vor ihm zugelassen", meinte Jenner. Dabei nahm er die gesamte Mannschaft in die Pflicht. "Wir sind hierhergekommen, um ein paar Siege einzufahren und Punkte zu holen und waren nicht in der Lage, das zu machen. Wir müssen zurück an die Arbeit gehen."
Nach zwölf Spielen stehen die Blue Jackets mit sechs Punkten (drei Siege, neun Niederlagen) am Ende der Tabelle der Metropolitan Division. Das 1:5 gegen Colorado war bereits die fünfte Niederlage in Serie für das Team. 55 Gegentore sind derzeit der schlechteste Wert in der NHL. "Wir müssen einfach konstanter werden", forderte Jenner.
Und während die Fans der Avalanche in der Innenstadt von Tampere lautstark Mikko Rantanen feierten, mussten sich die Blue Jackets ohne Punkte auf den Weg nach Hause machen. "Das ist hart. Das wird ein langer Flug", meinte Korpisalo. Aber immerhin: Dank der einfachen und doch so vielsagenden Aussage ihres Trainers wissen die Spieler, an was sie in den kommenden Tagen und Wochen arbeiten müssen.