Die Erleichterung war den Spielern der Nashville Predators anzusehen, als sie nach dem entscheidenden Tor in der Verlängerung aufs Eis stürmten und dem Schützen gratulierten. Alexandre Carrier beendete mit seinem Treffer zum 4:3-Heimsieg nach Verlängerung der Predators gegen die Edmonton Oilers eine sechs Partien andauernde Niederlagenserie der Gastgeber. Dabei schafften es die Predators, die Kreise der Superstars der Oilers so gut wie möglich einzuschränken. Für die bisher nicht durchweg überzeugend aufspielenden Gastgeber ist dieser Sieg die Chance, eine Trendwende einzuleiten und die Saison ab sofort positiver zu gestalten.

Dass der erste doppelte Punktgewinn nach sechs Partien für die Mannschaft von Coach John Hynes ausgerechnet gegen die Oilers gelang, nun, damit hatten vielleicht nicht mal die Spieler der Predators gerechnet. "Unterschiedliche Teams in der NHL haben unterschiedliche Statistiken gegen verschiedene Mannschaften. Und so haben wir unsere Gegner, gegen die wir in den vergangenen Jahren richtig gut gespielt haben. Und Edmonton gehörte nicht dazu", meinte Predators-Stürmer Matt Duchene nach der Partie. Es sei daher gut gewesen, die Oilers zu schlagen. Seit 2019 hatte Nashville auf einen Sieg gegen Edmonton gewartet. Erst am vergangenen Dienstag hatte Nashville noch 3:6 gegen die Oilers verloren.
Doch diesmal kam es anders. Und daran hatte auch Duchene seinen Anteil. Der Routinier mit über 900 NHL-Spielen auf dem Buckel zeichnete im Mittelabschnitt für die zwischenzeitliche 3:2-Führung der Gastgeber verantwortlich. Es war endlich mal wieder ein Tor in Überzahl. In den vorhergegangenen sieben Spielen lahmte das Powerplay der Predators merklich (0-21). Entsprechend groß war auch hier die Freude in der Bridgestone Arena.
Folge uns auf [Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]
Dass das Team aus Nashville diesmal als Gewinner das Eis verließ, lag auch an den Verteidigern. Drei der vier Treffer gingen auf das Konto der Abwehr. Dabei schaffte es Roman Josi, der Schweizer Kapitän der Predators, diesmal ausnahmsweise nicht auf das Scoresheet. Allerdings verbuchte er mit 23:22 Minuten die meiste Eiszeit seines Teams und hatte auch noch zwei geblockte Schüsse in der Statistik stehen. In Sachen Torproduktion sprangen diesmal andere in die Bresche.
Das fing schon beim 1:0 (5. Minute) an, für das Mattias Ekholm verantwortlich zeichnete. Der Schwede profitierte bei seinem zweiten Saisontreffer davon, dass Jack Campbell im Tor der Oilers einen Rückhandschuss von Tommy Novak direkt auf seinen Schläger abprallen ließ. Ekholm sagte artig danke und hatte beim 1:0 keine Probleme. Novak war erst kurz zuvor von den Milwaukee Admirals aus der American Hockey League zu den Predators hochgezogen worden und verbuchte bei seinem ersten Saisoneinsatz gleich einen Assist.
Die Predators gingen in diesem Spiel viermal in Führung. Dreimal gelang den Gästen aus der kanadischen Provinz Alberta der Ausgleich. Das 1:1 erzielte Jesse Puljujarvi, das 2:2 und das 3:3 jeweils Ryan Nugent-Hopkins. Das warf die Predators jedoch nicht aus der Spur. Sie hatten vor allem die beiden Superstars der Oilers, Connor McDavid und Leon Draisaitl, gut im Griff. McDavid musste sich mit zwei Vorlagen begnügen. Draisaitl blieb diesmal sogar ohne Scorerpunkt.
Den Grund dafür, warum es nicht so lief bei der Top-Reihe des Gegners, hatte Hynes schnell ausgemacht. Er hatte McDavid und Co. die Reihe um Cody Glass als Sonderbewacher an die Seite gestellt. "Glass hat exzellent gespielt. Nino (Niederreiter) war großartig. Und Tanner (Jeannot) hat sehr gute Leistungen gezeigt. Sie waren in der Lage, selbst Angriffe aufzuziehen und haben den Gegner gezwungen, Verteidigung zu spielen", meinte der Coach. Er habe Glass früh in der Saison in so eine Rolle gesteckt. Aber da sei dieser noch nicht ganz bereit gewesen dafür. "Aber er hat seine Lektionen gelernt, ist zurückgekommen und spielt jetzt mit viel Selbstvertrauen."
Für das 2:1 der Gastgeber sorgte wieder ein Verteidiger - Jordan Gross. Sein Schuss wäre eigentlich weit am Tor vorbeigegangen. Doch der Puck prallte im Getümmel so ab, dass Campbell erneut geschlagen war (23.). In der Verlängerung war es dann Carrier, der den Predators den Zusatzpunkt bescherte. Auch für diesen Abwehrspieler war es der zweite Saisontreffer und sein erstes Tor in einer Verlängerung. Zudem war es eine schöne Abrundung seines Comebacks. Denn Carrier hatte seit 10. Dezember und der Partie gegen die Ottawa Senators mit einer Oberkörperverletzung herumgeplagt und war nicht einsatzfähig. Bei dem Treffer verbuchte der Schweizer Nino Niederreiter seinen fünften Assist in dieser Saison.
"Das erste Tor in der Verlängerung, das fühlt sich sehr gut an", meinte ein sichtlich gut gelaunter Carrier. Das gelte aber selbstverständlich auch für den Sieg des Teams. "Wir haben sehr hart gearbeitet." Dass sich die Mannschaft vom dreimaligen Ausgleich der Oilers nicht aus der Ruhe habe bringen lassen, sei auch eine Frage des Charakters. "Und davon haben wir viel in der Kabine." Nach der Partie sei viel Druck von den Spielern abgefallen. "Wenn man ein paar Spiele in Folge verliert, fängt man schon an, sich ein bisschen zu wundern." Jetzt sei der Druck weg, das Team könne sich auf die nächste Aufgabe konzentrieren und auf diesem Erfolg aufbauen.

EDM@NSH: Carrier sichert den Sieg der Predators

"Wir dürfen uns heute über den Sieg freuen", meinte auch Duchene. Aber das Team müsse darauf aufbauen. "Das war das beste Spiel, das wir seit langer, langer Zeit abgeliefert haben." Diese Leistung müsse man bei der nächsten Partie in Chicago wieder abrufen. Auch der Trainer war mit der Leistung seiner Schützlinge sehr zufrieden. "Wir haben von Anfang an eine sehr solide Leistung gebracht. Wir haben uns den Sieg verdient", sagte Hynes.
Nach den eher dezenten Auftritten in der jüngeren Vergangenheit war auch Ekholm zufrieden mit dem mutigen Auftritt der Predators. Vor allem die letzten beiden Spiele vor dem Auftritt gegen Edmonton seinen schlecht gewesen. "Aber diesmal sind wir einfach rausgegangen und haben ein richtig gutes Spiel abgeliefert. Und wir haben uns den Sieg verdient." Für die Mannschaft sei es kurz vor Weihnachten wichtig gewesen. "Wir haben noch zwei Spiele vor den Feiertagen. Aber wenn wir in der Spur bleiben und so weiterspielen, können wir auch da etwas holen."