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Die Spielweise der New York Islanders ist nicht immer spektakulär anzuschauen und in der Mannschaft sucht man vergeblich nach großen Namen. Doch das ist absolut kein Hindernis, um erfolgreich zu sein, wie die Vertretung aus Long Island zum Auftakt des Stanley Cup Halbfinales einmal mehr unter Beweis gestellt hat. Sie zog den Tampa Bay Lightning am Sonntag in Spiel 1 den Zahn und gewann in der Amalie Arena mit 2:1. Damit gelang es den Islanders gleich zu Beginn, einen Sieg auf des Gegners Eis zu stehlen. Das erhöht das Selbstvertrauen vor Spiel 2 der Best-of-7-Serie am Dienstag (8 p.m. ET; NHL.tv, DAZN; Mi. 2 Uhr MESZ) an gleicher Stelle ungemein.

Der Auftaktsieg war das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung sowie der Fähigkeit der Gruppe, auch in engen Situationen ruhig und gelassen zu bleiben. Hinzu kam die defensivorientierte Herangehensweise, mit der sich die Islanders schon in den ersten beiden Runden der Stanley Cup Playoffs gegen die Pittsburgh Penguins und die Boston Bruins behauptet hatten.
Es sind mehrere Trumpfkarten, die derzeit bei den Islanders stechen: Angreifer Mathew Barzal, die Torhüter Semyon Varlamov und Ilya Sorokin sowie das disziplinierte Verhalten des gesamten Teams.
Nach einem langsamen Start in die Playoffs ist Barzal zum Leistungsträger der Islanders avanciert. Nicht zufällig gehörte er deshalb in Spiel 1 gegen die Lightning zu den zwei Torschützen. Mit sieben Punkten aus den zurückliegenden sechs Spielen und mit Toren in vier der vergangenen fünf Einsätze erbrachte er einen eindrucksvollen Leistungsnachweis. Im Lager der Islanders hofft man, dass er seinen Lauf in den kommenden Spielen fortsetzt.

BOS@NYI, Sp4: Barzal haut Puck zur Isles Führung rein

Mit ihrem körperbetonten Auftreten und der engmaschigen Defensive scheinen die Islanders nach den Penguins und den Bruins nun auch die in der Offensive ausgezeichnet bestückten Lightning zu frustrieren.
"Wenn es auf die Playoffs zugeht, müssen alle Reihen funktionieren. Das ist auch der Grund, warum wir bis zu diesem Punkt so erfolgreich waren. Wir müssen unser Spiel in den kommenden Tagen dennoch weiter verbessern. Aber ich denke, wir haben bislang ganz gut gespielt", sagte Verteidiger Ryan Pulock, auf dessen Konto das zweite Tor der Islanders in Spiel 1 ging.
Eine Bank bei den Islanders sind ihre beiden Torhüter. Semyon Varlamov zeigte gegen die Lightning seine ganze Klasse und wehrte 30 Schüsse ab. Viel fehlte nicht zu seinem ersten Shutout in den laufenden Stanley Cup Playoffs. Erst in der letzten Minute musste er den einzigen Gegentreffer im Spiel durch Brayden Point hinnehmen. Für Varlamov war es der vierte Sieg in Folge, womit er die Erfolgsserie seines Torhüterkollegen Ilya Sorokin aus der ersten Runde gegen Pittsburgh egalisierte. Das spricht für die Ausgeglichenheit der beiden Goalies.

NYI@TBL, Sp1: Pulock überwindet Vasilevskiy

Die Islanders sind erst das dritte Team in der Geschichte der NHL, bei dem zwei verschiedene Torhüter im selben Playoff-Jahr eine Siegesserie von vier oder mehr Spielen hinlegten. Boston schaffte dies 1972 mit Eddie Johnston und Gerry Cheevers im Tor und den Philadelphia Flyers gelang dieses Kunststück im Jahr 1980 mit Phil Myre und Pete Peeters. Wohl dem, der in den entscheidenden Begegnungen der Saison auf zuverlässige Keeper zurückgreifen kann.
Hinzu kommt der enorme Einsatzwille bei den Schützlingen von Trainer Barry Trotz. Die sogenannte Identity Line, bestehend aus Cal Clutterbuck, Casey Cizikas und Matt Martin, war am Sonntag voll auf der Höhe und lieferte sich harte, aber überwiegend faire Zweikämpfe mit ihrem Gegenüber von den Lightning, der Reihe Barclay Goodrow, Yanni Gourde und Blake Coleman.
Trotz des guten Auftritts am Vortag bemühte sich Clutterbuck am Montag nach dem Training um eine sachliche Einordnung des Ganzen. "Es war nur das erste Spiel. Wir denken immer Schritt für Schritt. Heute war Training. Morgen spielen wir wieder. So einfach ist das. Für uns zählen nur Siege. Das ist alles, woran wir denken", gab er zu Protokoll.
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Auf ihrem Auftakterfolg ausruhen können sich die Islanders sicherlich nicht. Pulock erwartet in Spiel 2 einen bis in die Haarspitzen motivierten Kontrahenten. "Die Lightning werden hart rangehen. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Es war ein guter Auftakt, aber wir werden in Spiel 2 wieder alles geben müssen", mutmaßte er.
Coach Trotz äußerte sich ähnlich: "Es gibt für uns keinen Grund jetzt viel zu ändern. Aber natürlich geht es im nächsten Spiel wieder ganz von vorne los. Es gilt, das erste Match komplett abzuhaken und sich neu zu fokussieren. Erfahrungsgemäß müssen wir uns von Spiel zu Spiel steigern. Wenn wir das hinbekommen, bin ich zuversichtlich."
Luft nach oben haben die Islanders im Powerplay. In Spiel 1 konnten sie keine einzige der drei Überzahlsituationen in ein Tor ummünzen. Wenn das besser wird und der Rest wieder so gut funktioniert wie am Sonntag, stehen ihre die Chancen auf einen weiteren Coup bei den Lightning nicht schlecht.