TBL-Celebrate

Den Auftakt ins Stanley Cup Halbfinale hatten sich die Tampa Bay Lightning anders vorgestellt: Spiel 1 der Best-of-7-Serie ging mit 1:2 gegen die New York Islanders verloren. Dabei fungierten die Islanders insbesondere als Blitzableiter für die gefürchtete Offensive der Lightning. Für Spiel 2 muss Tampa Bay nun gewisse Dinge verändern.

Zwei Playoff-Niederlagen am Stück zuletzt 2019
Dass die Lightning mal ein Spiel verlieren, ist in den vergangenen Jahren eine Seltenheit geworden. Zwei Niederlagen in Folge gab es in den Stanley Cup Playoffs zuletzt vor zwei Jahren: 2019, als Tampa Bay in der ersten Runde völlig überraschend von den Columbus Blue Jackets durch einen Sweep ausgeschaltet wurde (0:4).
Natürlich blieben die Lightning auch fortan nicht ungeschlagen, doch fanden sie seitdem immer eine Antwort und ließen einen Sieg folgen. "Wir sind sehr hungrig und wollen es wieder tun", kündigte Tampa Bays Verteidiger Victor Hedman an. "Bei uns herrscht keinerlei Panik. Wir haben schon öfters ein Spiel 1 verloren und müssen jetzt diese Herausforderung annehmen. Am Ende des Tages sollten wir darauf vertrauen, wie wir Hockey spielen, wie wir forechecken und wie wir in der Offensiv- und der Defensivzone auftreten. Klar ist aber, dass wir alle zulegen müssen."
Steigerungsbedarf in der Offensive
Das gilt vor allem für die Offensive, denn der Matchplan der Islanders sieht eine konsequente Team-Defensive vor: Alle fünf Spieler auf dem Eis arbeiten nach hinten. Das bedeutet ein aggressives Forechecking in der gegnerischen Zone, um die zumeist langen und steil gespielten Aufbaupässe von Tampa Bay schon in der Entstehung zu stören. Kamen die Lightning in die Offensivzone, verteidigten die Islanders sehr eng in der Box. Die Mannschaft aus New York hielt den Gegner dadurch außerhalb des Gefahrenbereichs und agierte auch als Wellenbrecher für die schnellen und spielstarken Stürmer. Stars wie Kapitän Steven Stamkos (1), Nikita Kucherov (1), Brayden Point (2), Anthony Cirelli (2) oder Ondrej Palat (0) konnten ihre Offensivwucht kaum entfalten und wurden in Sachen Torschüsse limitiert.

NYI@TBL, Sp1: Barzal bezwingt Vasilevskiy im Gegenzug

Der Lösungsansatz der Lightning? "Wir müssen aktiver sein, gefährlicher beim Schuss, aggressiver spielen, mit mehr Tempo kommen und wenn wir den Puck haben, auch durch den Verkehr hindurch schießen", zählte Hedman auf. Abwehrkollege David Savard stimmte ihm zu: "Wir müssen mehr kreieren und Wege finden, Pucks aufs Tor zu befördern und dem Torwart die Sicht zu nehmen. Dann werden die Dinger sicherlich bald wieder reingehen."
Anpassungen an die Islanders nötig
Die Lightning mussten sich nach dem 4:1-Seriensieg in der Stanley Cup Second Round gegen die Carolina Hurricanes auf einen komplett anders agierenden Kontrahenten einstellen. "Die Islanders stellen die Schusswege schnell zu", ist Hedman aufgefallen. "Wir haben viele Videoanalysen gemacht und gesehen, was klappt und was nicht. Wir haben schon in der Vergangenheit gegen sie gespielt. Es ist lange her, aber wir wissen, was erfolgreich sein kann: Wir dürfen uns nicht so viele Turnovers erlauben, müssen besser auf den Puck aufpassen und eine Schuss-Mentalität aufs Eis bringen. Dann werden wir mehr Möglichkeiten bekommen. Für uns ist es wichtig, zu unserem Spiel zu finden. Wir können uns an jeden Gegner anpassen und wollen zurück in diese Serie kommen."

NYI@TBL, Sp1: Pulock überwindet Vasilevskiy

Disziplin und Barzal
Mit ihrem System können die Islanders ihre Gegner regelrecht entnerven. Acht Strafminuten handelte sich Tampa Bay in Spiel 1 ein und geriet dreimal in Unterzahl. Ihrem aggressiven Penalty Killing war es zu verdanken, dass New York die Überzahlsituationen nicht in Tore ummünzen konnte (0/3). Disziplin wird dennoch ein wichtiger Aspekt für Spiel 2 sein. Immerhin bindet jedes Unterzahlspiel auch die eigene Offensivabteilung auf der Bank.
Ein weiterer Faktor ist Islanders-Stürmer Mathew Barzal. "Er ist ein hochtalentierter Spieler in dieser Liga, du musst ihn also so früh wie möglich kaltstellen und darfst ihm weder Zeit noch Raum geben. Er sucht freie Räume, kann auf einem Centstück wenden und ist ein Elite-Spieler. Aber es ist eine Freude gegen ihn zu spielen. Gestern hatte er die Nase vorne, morgen wollen wir zurückschlagen."

NYI@TBL, Sp1: Point trifft im kurzen Eck zum PP-Tor

Der harte Weg ins Finale
Spiel 2 zwischen den Lightning und den Islanders findet am Dienstag (8 p.m. ET; NHL.tv; Mi. 2 Uhr MESZ) in Tampa Bay statt. Ausgerechnet in der heimischen Amalie Arena schwächelten die Lightning in den laufenden Playoffs. Sie gewannen nur drei von sechs Heimspielen. In Spiel 1 ging der Heimvorteil durch den Islanders-Sieg "verloren". Der Druck liegt nun auf den Lightning, nicht mit einem 0:2-Rückstand nach Long Island reisen zu müssen.
"In der Kabine gibt es keine Unruhe", bestätigte Savard. "Wir müssen einfach nur zu unserem Spiel zurückfinden. Der Weg ins Finale wird hart, denn wir spielen gegen ein gutes Team."