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Tim Stützle ist eines der größten deutschen Eishockey-Talente in der NHL. Der 20-Jährige aus Viersen wurde im Draft 2020 in der 1. Runde an 3. Stelle von den Ottawa Senators ausgewählt und spielt aktuell seine 3. Saison in der besten Hockey-Liga der Welt. Exklusiv für NHL.com/de schreibt Stützle regelmäßig über aktuelle Themen.
In dieser Ausgabe: Der formstarke November, das Abschneiden der Senators, der Rückhand-Pass auf Giroux und die Pläne für Weihnachten…

Zwischenfazit zum ersten Viertel der Saison 2022/23
Dass wir die letzten beiden Spiele gewinnen konnten, hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Ich glaube, dass wir als Mannschaft einfach dranbleiben müssen. Wir hatten viele Spiele, die wir hätten gewinnen können, aber leider verloren haben. Wir hatten mal ein paar gute, dann wieder ein paar schlechte Spiele, da müssen wir mehr Konstanz reinbringen. Für uns ist wichtig, dass wir an den Prozess glauben, den wir als Mannschaft durchmachen. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken, dieses gewinnen wollen und gar nicht so viel auf die Tabelle schauen. Das ist das Wichtigste.

OTT 3, LAK 2 - F/OT

Was den Senators (8-12-1) noch zu einem Playoff-Team fehlt
Uns fehlen noch Kleinigkeiten. Wir haben viele Spiele verloren, weil wir kleine Fehler gemacht haben. In dieser Liga bedeutet jeder Fehler meist ein Gegentor. Ich glaube, dass wir diese Kleinigkeiten richtig machen müssen, dann haben wir auch in jedem Spiel die Chance, zu gewinnen.
Den persönlich starken November als Top-15-Scorer der Liga (7-9-16 in 13 Spielen)

VAN@OTT: Stützle vollendet eine Kombination

Ich versuche einfach mein Spiel zu spielen. Manchmal hilft auch ein wenig Glück, das man zuvor vielleicht nicht so hatte. Unsere Reihe funktioniert momentan einfach sehr gut, daran möchten wir anknüpfen. Wenn wir als Reihe gut spielen, dann ziehen wir auch die anderen Reihen mit.
Die persönliche Scoring-Serie von vier Spielen (2-3-5)
Ich achte selbst nicht so auf diese Serien, aber natürlich weiß jeder ungefähr, wie viele Punkte er hat. Für mich ist das Wichtigste, dass wenn ich jedes Spiel mit viel Selbstvertrauen spiele, dann kommt alles andere von selbst.
Die Rückhand-Vorlage für Claude Giroux zum OT-Siegtreffer in L.A.

OTT@LAK: Giroux beschert Senators einen OT-Sieg

Cam Talbot unser Torwart hatte mir kurz zugerufen, dass ich über das Eis schauen soll. G hatte diese Szene schon gelesen und nach dem Puck geschrien. Es war rundherum einfach ein klasse Spielzug von uns und auch ein schöner Move. Uns war einfach wichtig, dass wir dieses Spiel gewinnen, denn wir sind zuvor durch dick und dünn gegangen. Dass wir in der Overtime so schnell das Spiel beenden, war natürlich klasse.
Ähnliches [Talbot zeigt sich begeistert von Stützles Aktion]
Den Raum für Kreativität und Spielwitz in einer Elite-Liga wie der NHL
Bei 3-gegen-3 gibt es natürlich ein bisschen mehr Freiheiten als bei 5-gegen-5, denn alles geht unglaublich schnell, man muss schnell umschalten, kleine Fehler enden meist sofort in einem Gegentor, selbst in der gegnerischen Zone. Man muss über 60 Minuten oder mehr immer voll da sein, wenn man nur kurz abschaltet und nur eine Sekunde nicht aufpasst, dann kann es schon passiert sein.
Umgang mit medialer Kritik
Die Kritik ist immer groß. Ich finde es ein bisschen schade, dass das alles immer direkt am Trainer ausgelassen wird und er an allem schuld sein soll. Für mich ist es im Sport oft so, dass die Spieler in der Kabine selbst einen Weg finden müssen. Wir hatten nicht gut gespielt und wussten, was wir zeigen müssen, um wieder dahin zu kommen, wo wir sein wollten. Es war teilweise schwer zu verstehen, was da von außen auf einen zukommt, dass Spieler kritisiert werden, die vielleicht keinen guten Start hatten. Aber im Endeffekt werden wir immer an den Prozess in unserer Kabine glauben. Alle glauben daran, was wir hier etwas erreichen können. Das ist das Wichtigste.
Das anstehende Home-and-Home gegen die New York Rangers
Für beide Mannschaften kann das ein Vor- und ein Nachteil sein. Beide Teams können sich aufeinander einstellen, wenn man gleich das zweite Mal hintereinander spielt. Wir machen so viel Videoanalysen, man sieht die Prioritäten beim Gegner, muss sich am Ende aber auf sich selbst konzentrieren, wo man Offensive kreieren kann oder wo man defensiv stehen soll. Im Endeffekt muss man auch auf seinen Instinkt hören und seine eigenen Spielzüge machen. Ich glaube, dass das jeweilige Team insbesondere das Heimspiel für sich entscheiden möchte. Zu Hause hat man immer einen kleinen Vorteil. Wir müssen unseren Spielplan durchziehen, dann glaube ich, gegen jeden Gegner eine Chance zu haben.

Stutzle1017

Die Pläne für die Weihnachtsfeiertage
Ich weiß es tatsächlich noch nicht, weil wir wohl nur zwei Tage frei haben und es sich deshalb nicht lohnt, nach Hause zu fliegen. Aber ich werde da bestimmt eine Lösung finden.