Deutlich besser als von vielen zu Saisonbeginn erwartet präsentiert sich zum Jahresbeginn 2026 die Situation bei den Pittsburgh Penguins rund um ihren Superstar Sidney Crosby. Am Sonntag setzte sich das Team in der Nationwide Arena mit 5:4 nach Verlängerung gegen die gastgebenden Columbus Blue Jackets durch und feierte damit bereits den fünften Sieg in Serie.

Historisches Comeback und ein besonderer Meilenstein für Crosby

Dabei holten die Penguins einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand auf, ehe Crosby persönlich nach 2:22 Minuten in der fälligen Verlängerung das Comeback der Gäste in Ohio perfekt machte. Mit diesem Treffer wurde Crosby zum ersten Spieler in der Geschichte der NHL, der 50 Punkte in der Overtime erzielen konnte. Ihm gelangen im Laufe seiner Karriere 25 Tore und 25 Vorlagen in der Verlängerung. Insgesamt steht der Kapitän nun bei zwölf Punkten (fünf Tore, sieben Vorlagen) in einer persönlichen Serie von sieben Spielen mit mindestens einem Scorerpunkt.

Zugleich erzielte Crosby sein 112. Karriere-Siegtor (einschließlich Stanley Cup Playoffs) und liegt in dieser Kategorie nun gemeinsam mit Guy Lafleur auf Platz zehn der ewigen NHL-Bestenliste. Wayne Gretzky (115) belegt Rang neun.

Darüber hinaus ist Crosby erst der vierte Spieler in der NHL-Geschichte, der in seiner Karriere an 20 Comeback-Siegen nach einem Drei-Tore-Rückstand beteiligt war. Die anderen heißen Kevin Lowe, Mark Messier und Steve Yzerman (alle jeweils 21).

Selbstkritische Töne trotz Siegesserie

„Ich bin der Meinung, dass wir uns an verschiedenen Stellen vielleicht etwas zu weit zurückgelehnt haben“, gab sich Crosby nach der Partie trotz des Sieges selbstkritisch. „Sie haben etwas Schwung bekommen, und manchmal ist das einfach menschlich. Aber ich denke, als wir angefangen haben, wieder aufzuholen, waren wir auf Zack“, bilanzierte er.

Tatsächlich hatten die Penguins an diesem Abend in Columbus auch das nötige Glück auf ihrer Seite, um sich überhaupt noch die Chance auf einen Auswärtssieg zu erarbeiten. Rickard Rakell glich erst 14 Sekunden vor dem Ende des dritten Drittels nach einem Pass von Crosby aus dem Slot zum 4:4 aus, nachdem Arturs Silovs für einen zusätzlichen Angreifer vom Eis genommen worden war.

PIT@CBJ: Crosby vollendet das Comeback der Penguins in der Overtime

Kaltschnäuzigkeit in der Verlängerung

In der Overtime erwischten die Penguins die Blue Jackets bei einem Spielerwechsel. Der ehemalige Columbus-Stürmer Yegor Chinakhov passte zu Erik Karlsson, der den freistehenden Crosby zum Siegtreffer bediente.

„Das war ein großartiger Pass, eine großartige Gelassenheit“, lobte Crosby seinen Mitspieler. „In dieser Phase des Spiels an der blauen Linie diese Ruhe zu bewahren, ist nicht einfach. Er hat mir den Puck perfekt auf den Schläger gelegt – das war eine großartige Aktion. Natürlich gab es viele gute Aktionen, die dazu geführt haben, dass wir wieder ins Spiel gekommen sind.“

Weitere starke Leistungen bei Pittsburgh

Neben Crosby überzeugten bei Pittsburgh auch Tommy Novak und Noel Acciari, die jeweils einen Treffer beisteuerten. Ben Kindel verbuchte zwei Vorlagen für die Penguins (20-12-9), die nun sechs ihrer letzten sieben Spiele gewonnen haben. Torhüter Silovs parierte 21 Schüsse der Blue Jackets.

Enttäuschung bei den Blue Jackets

Auf der Gegenseite reichten Columbus trotz jeweils eines Tores und einer Vorlage von Zach Werenski und Kirill Marchenko die guten Offensivleistungen nicht zum Sieg. Denton Mateychuk steuerte zwei Assists für die Blue Jackets (18-16-7) bei, die zuvor mit einem 5:1-Erfolg gegen die Buffalo Sabres deren zehn Spiele andauernde Siegesserie beendet hatten. Goalie Jet Greaves konnte mit 38 Paraden die späte Niederlage gegen die Penguins ebenfalls nicht verhindern.

„Aus irgendeinem Grund ist unsere Energie im Laufe des Spiels abgesunken“, erklärte Columbus-Kapitän Boone Jenner. „Und wenn die Energie sinkt, leidet auch die Spielqualität. Man lehnt sich zurück – und genau das ist heute passiert. Wir haben zugesehen, wie sie uns überrollt haben. Wir müssen solche Spiele zu Ende bringen.“

Starker Start – und dann der Bruch

Dabei begann die Begegnung optimal für Crosby und seine Mitstreiter. Ville Koivunen brachte die Penguins bereits in der 2. Minute mit 1:0 in Führung. Dmitri Voronkov glich jedoch in der 9. Minute mit einem abgefälschten Schuss zum 1:1 aus. Nur Sekunden später drehte Mason Marchment die Partie mit einem verwerteten Abpraller auf 2:1 für Columbus. Seit seiner Verpflichtung von den Seattle Kraken am 19. Dezember sammelte Marchment in sieben Spielen sieben Punkte (fünf Tore, zwei Vorlagen).

Marchenko erhöhte in der 19. Minute nach Werenskis 300. NHL-Assist mit einem Flachschuss von der linken Seite auf 3:1. Werenski selbst legte 47 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels mit einem Schuss durch den Verkehr das 4:1 nach (21.). Er kommt damit auf 14 Punkte (sechs Tore, acht Vorlagen) in einer Serie von sieben Spielen mit Punkten.

Die Wende im zweiten Drittel

Erst danach wachten die Penguins wieder auf. Acciari verkürzte in der 37. Minute auf 2:4, nachdem er nach einem Fehlpass frei vor dem Tor stand. „Ich war allein vor dem Tor und sah, wie Connor Dewar den Puck bekam. Also wartete ich einfach – und hatte Glück, dass er direkt zu mir sprang“, erklärte Acciari.

Novaks Powerplay-Tor aus dem hohen Slot zum 3:4 in der 44. Minute brachte die Spannung endgültig zurück in die Arena.

Blue-Jackets-Trainer Dean Evason sah in dieser Phase den Knackpunkt der Partie: „Ich glaube, dass sich das Momentum im zweiten Drittel gewendet hat und wir dann ein paar unkluge Spielzüge gemacht haben.“ Penguins-Coach Dan Muse stimmte zu: „Acciaris Tor war enorm wichtig. Es hat die Stimmung im Spiel und in der Kabine komplett verändert und sich deutlich auf das dritte Drittel ausgewirkt.“

Belohnung für eine Aufholjagd

Am Ende war es Maßarbeit der Penguins, die durch Rakells späten Ausgleich und Crosbys Treffer in der Verlängerung mit zwei Punkten für eine beeindruckende Aufholjagd belohnt wurden.

Verwandte Inhalte