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Während der IIHF Juniorenweltmeisterschaft 2026 in Minnesota vom 26. Dezember 2025 bis 5. Januar 2026 wird NHL.com/de an den Vorrunden-Spieltagen und dem Viertelfinale jeweils 5 Erkenntnisse aus den Spielen zusammenstellen.

Heute: Die Relegation und die Viertelfinals vom 02.01.2026

Schweizer Abwehrbollwerk bricht im zweiten Drittel

Die Schweizer Nationalmannschaft reist ohne Medaille, aber mit der Gewissheit nach Hause, eine der besten Defensivleistungen des Turniers gezeigt zu haben – zumindest bis zum verhängnisvollen zweiten Drittel im Viertelfinale gegen Tschechien. Beim 2:6 brach das zuvor so stabile System auseinander. Im ersten Abschnitt hatten die Eidgenossen noch genau das Spiel aufgezogen, das sie stark gemacht hatte: disziplinierte Arbeit in der eigenen Zone, geblockte Schüsse und Nadelstiche nach vorne. Die Führung durch Leon Muggli, dessen Schuss von der blauen Linie den Weg ins Tor fand, war der Lohn für einen konzentrierten Beginn.

Doch im Mittelabschnitt wendete sich das Blatt dramatisch. Die Tschechen erhöhten die Schlagzahl, feuerten 19 Schüsse auf das Tor von Christian Kirsch und überforderten die Schweizer Hintermannschaft mit ihrer Physis und Geschwindigkeit.

Zwar gingen die Schweizer durch Jamiro Reber im Powerplay noch einmal kurzzeitig in Führung, doch dann folgten die Minuten der Auflösung, die das Schicksal der Schweizer besiegelten. Die defensive Stabilität, die das Team durch die Vorrunde getragen hatte, war im entscheidenden Moment nicht mehr abrufbar, so dass der Traum vom Halbfinale zerbrach.

Deutschland sichert Klassenerhalt mit Charakterleistung

Es war ein Spiel, das über die unmittelbare Zukunft des deutschen Eishockey-Nachwuchses entschied, und die Erleichterung nach der Schlusssirene war greifbar. Nach einem Turnierverlauf, der von offensiven Ladehemmungen und verpassten Chancen geprägt war, sicherte sich die deutsche U20-Nationalmannschaft mit einem 8:4-Erfolg gegen Dänemark den Verbleib in der Top-Division der Junioren-Weltmeisterschaft. Das nackte Ergebnis täuscht jedoch darüber hinweg, dass die Partie lange Zeit auf Messers Schneide stand.

Im entscheidenden dritten Drittel zeigte die deutsche Auswahl ihre beste Turnierleistung. Begünstigt durch dänische Undiszipliniertheiten nutzte Dustin Willhoft eine doppelte Überzahl zur erneuten Zwei-Tore-Führung. Manuel Schams, der an diesem Abend zweifach traf, und Lenny Boos sorgten schließlich für die Entscheidung, ehe Kapitän Tobias Schwarz mit einem Schuss ins leere Tor den Schlusspunkt setzte. Diese acht Tore waren eine Befreiung für eine Offensive, die zuvor oft blass geblieben war.

Das Ende der US-Dominanz

Es war das vorweggenommene Endspiel das Turniers, die Neuauflage des Vorjahresfinals zwischen den USA und Finnland. Doch dieses Mal schrieben die Finnen das Drehbuch um und beendeten die Herrschaft des Titelverteidigers auf dessen eigenem Boden in Minnesota. Der 4:3-Sieg nach Verlängerung war nicht nur ein sportlicher Triumph, sondern auch eine gelungene Revanche für die bittere Niederlage in Ottawa 2025. In einem Spiel, das hin und her wogte, bewiesen die Finnen die stärkeren Nerven und beendeten die Träume der Gastgeber von einem dritten Titel in Folge.

Held des Abends wurde der Verteidiger Arttu Valila, der in der Verlängerung bei 3 gegen 3 den entscheidenden Punch setzte. Nach einem Zuspiel von Matias Vanhanen feuerte Valila den Puck am Blocker von US-Torhüter Nick Kempf vorbei und ließ die Grand Casino Arena in St. Paul verstummen.

Finnlands Kapitän Aron Kiviharju sprach nach dem Spiel offen von der Motivation, die das Team aus der Niederlage des Vorjahres gezogen hatte. Der Sieg war ein Statement gegen die US-amerikanische Dominanz und zeigte, dass die Finnen mental bereit sind, ihre eigene Titel-Dürre seit 2019 zu beenden.

Schweden bleibt die Macht im Viertelfinale

Wenn Schweden im Viertelfinale einer Junioren-Weltmeisterschaft steht, ist der Sieg fast schon Gewissheit. Mit dem 6:3-Erfolg über Lettland feierten die „Juniorkronorna“ ihren 20. Viertelfinal-Sieg in Serie. Eine beeindruckende Serie, die bis ins Jahr 2005 zurückreicht. Die Skandinavier ließen von Beginn an keine Zweifel aufkommen, wer das Eis als Sieger verlassen würde, und agierten mit der Souveränität eines Teams, das sich seiner Stärken vollkommen bewusst ist. Es war „Business as usual“ für eine Mannschaft, die im gesamten Turnierverlauf noch ungeschlagen ist.

Trotz eines zwischenzeitlichen Aufbäumens der Letten, die im zweiten Drittel mutig mitspielten, geriet der schwedische Erfolg nie ernsthaft in Gefahr. Angeführt von Anton Frondell, der zwei Treffer beisteuerte, und dem offensivstarken Verteidiger Leo Sahlin Wallenius, spulten die Schweden ihr Programm gekonnt ab. Selbst als Lettland im Powerplay verkürzte, hatte Schweden die passende Antwort parat. Diese Konstanz und die Fähigkeit, das Spieltempo nach Belieben zu diktieren, machen die Schweden auch im Halbfinale zu einem extrem unangenehmen Gegner. Der Traum vom dritten Gold nach 1981 und 2012 lebt weiter.

Kanadas Offensive ist eine Macht

Kanada sendete im letzten Viertelfinale des Tages eine unmissverständliche Botschaft an die Konkurrenz. Beim 7:1-Kantersieg gegen die Slowakei demonstrierte das Ahornblatt eine offensive Tiefe, die für den weiteren Turnierverlauf entscheidend sein könnte. Bereits im ersten Drittel überrollten die Kanadier ihren Gegner förmlich und führten nach 20 Minuten uneinholbar mit 5:0. Die Slowaken verzeichneten ihren ersten Torschuss erst etwa zur Mitte des Eröffnungsdrittels.

Besonders beeindruckend war, wie breit die Gefahr im kanadischen Kader verteilt ist. Diese Variabilität macht Kanada kaum ausrechenbar. Wenn die Top-Reihe eine Pause braucht, springen Spieler wie Sam O’Reilly oder Cole Reschny in die Bresche. Vor dem Halbfinale gegen Tschechien scheint die kanadische Maschinerie genau zum richtigen Zeitpunkt auf Hochtouren zu laufen.

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