DE WJC roundup 1.4.26

Während der IIHF Juniorenweltmeisterschaft 2026 in Minnesota vom 26. Dezember 2025 bis 5. Januar 2026 wird NHL.com/de an den Vorrunden-Spieltagen und dem Viertelfinale jeweils 5 Erkenntnisse aus den Spielen zusammenstellen.

Heute: Die Halbfinalspiele vom 04.01.2026

Krimi im nordischen Derby

Mehr Spannung kann man sich von einem Halbfinale nicht wünschen. Im Duell gegen Finnland setzte Schweden sich am Sonntag erst in der achten Runde des Penaltyschießens mit 4:3 durch. Für die Schweden geht es damit ins Finale, während das finnische Team um Bronze spielt.

„Dieses Jahr waren die Eishockey-Götter mehr auf unserer Seite“, erklärte der schwedische Trainer Magnus Havelid.

Die Tre Kronor gingen durch Linus Eriksson (1.), Ivar Stenberg (22.) und Eddie Genborg (35.) drei Mal in Führung. Finnland glich jedoch durch Atte Joki (17.), Jasper Kuhta (23.) und Joona Saarelainen (55.) immer wieder aus.

„Wir geben nie auf“, betonte Kuhta. „Das ist einer der wichtigsten Punkte für uns. Als Underdog fühlen wir uns vielleicht sogar wohler.“

Nach einer torlosen Verlängerung trafen beide Mannschaften zunächst durch Matias Vanhanen und Jack Berglund im Penaltyschießen, ehe Anton Frondell mit dem insgesamt 16. Versuch die Entscheidung brachte.

„Das Penaltyschießen ist ein bisschen Glücksspiel“, gab Stenberg zu. „Da steht man unter Druck. Mein Versuch war nicht gut, aber ich bin froh, dass meine Mitspieler für den Sieg gesorgt haben.“

Kanadas Tschechien-Trauma geht weiter

Nach Niederlagen gegen Tschechien im Viertelfinale der vergangenen beiden Jahre, wollte Kanada sich nun endlich revanchieren. Daraus wurde aber nichts. In einem äußerst spannenden und unterhaltsamen Spiel setzten sich die Tschechen erneut mit 6:4 durch.

Nach der Führung für die Kanadier durch Tij Iginla (16.) drehten Maxmilian Curran (17.) und Adam Titlbach (24.) die Partie. Zayne Parekh (33.) glich für Kanada wieder aus, doch Adam Benak (40.) sorgte für die erneute Führung vor der zweiten Drittelpause. Im Schlussabschnitt glichen Cole Reschny (44.) und Kapitän Porter Martone (58.) noch zwei Mal für Kanada aus, während Vojtech Cihar (50.) das zwischenzeitliche 4:3 für Tschechien erzielte.

Am Ende wurde das Spiel dadurch entschieden, dass der Puck vom Schlittschuh des Tschechen Tomas Poletin ins kanadische Tor prallte (59.). Cihar sicherte den Sieg mit einem Empty-Netter (60.) ab.

Das bedeutet, dass Kanada am Montag um 22:30 Uhr MEZ gegen Finnland um Bronze spielt. Tschechien kämpft in der Nacht auf Dienstag ab 2:30 Uhr MEZ gegen Schweden um den Turniersieg.

Finnisches System gegen kanadische Special Teams

Im Spiel um Platz drei können die Finnen auf ihren starken Torhüter Petteri Rimpinen und ein stabiles System bauen. Sie sind in der Abwehr diszipliniert, spielen aber gerne mit viel Puckbesitz in der offensiven Zone, wo sie geradlinig zum Tor gehen.

Kanada verlässt sich in diesem Turnier hingegen sehr auf seine Special Teams. Mit einer Erfolgsquote von 47,62 Prozent stellen sie das beste Powerplay des Turniers. Zehn ihrer insgesamt 36 Tore erzielten sie in Überzahl. Sie überstehen außerdem 87,5 Prozent ihrer Unterzahlsituationen schadlos, einen besseren Wert hat nur die Schweiz (93,75 Prozent).

Schweden ist nur schwer zu knacken

Im Finale können die Schweden auf den statistisch besten Torhüter des Turniers bauen. Love Harenstam hat mit 90,65 Prozent die beste Fangquote. Vor ihm steht zudem eine starke Abwehr mit talentierten Verteidigern wie Alfons Freij, Leo Sahlin Wallenius und Sascha Boumedienne. Mit 14 Gegentoren stellen sie die beste Defensive des Turniers.

Es wird schwer sein, das schwedische Bollwerk zu knacken. Gleichzeitig haben die Skandinavier eine beachtliche Offensive. Mit 31 Toren liegen sie nur hinter Kanada. Sie haben sechs Spieler mit mindestens sieben Punkten. Anton Frondell, Eddie Genborg und Jack Berglund sammelten sogar schon jeweils acht Punkte.

Tschechen bauen auf vielseitige Offensive

Im Spiel gegen Kanada zeigten die Tschechen, wie gefährlich sie sein können. Die kanadische Abwehr hatte der Vielzahl an Optionen in ihrer Offensive die meiste Zeit über wenig entgegenzusetzen.

Bei fünf gegen fünf ist Tschechien mit unterschiedlichen Mitteln brandgefährlich. Schnelle Stürmer sorgen mit individueller Klasse stets für Kontergefahr, ein kreatives und präzises Passspiel ist eine Herausforderung und Offensivverteidiger Tomas Galvas ist eine echte Waffe, wenn sein Team sich im gegnerischen Drittel festsetzt. Mit seinen läuferischen Qualitäten und starker Technik kann er alleine Chaos in die gegnerische Abwehr bringen und Chancen kreieren.

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