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NHL.com/de präsentiert in der Rubrik Rookie Watch aktuelle Themen rund um die diesjährigen Rookies. In dieser Ausgabe: Das Calder-Rennen zur Halbzeit der Spielzeit 2025/26.

Gut die Hälfte der regulären Saison liegt hinter uns und die Favoriten im Rennen um die Calder Trophy für den besten Rookie kristallisieren sich heraus. Zwei Angreifer, ein Verteidiger und ein Torhüter ließen die Konkurrenz in den ersten etwa 40 Spielen ziemlich klar hinter sich und dominieren die Diskussion um den Rookie-Titel.

Traumstart für Schaefer

Es war zu erwarten, dass Matthew Schaefer ein guter Verteidiger werden würde. Nicht umsonst wählten die New York Islanders ihn im NHL Draft 2025 mit dem ersten Pick. Dass der 18-jährige jedoch so schnell zu so einem Schlüsselspieler werden würde, übertrifft alle Erwartungen.

Verteidiger brauchen in ihrer Entwicklung meist etwas länger als Stürmer, um auf das Niveau der NHL zu kommen. Cale Makar und Quinn Hughes werden allgemein als die beiden besten Verteidiger der Welt angesehen. Als sie in der Saison 2019/20 um die Calder Trophy kämpften, wurde Makar kurz nach Saisonbeginn 21, Hughes 20 Jahre alt. Brock Faber und Moritz Seider, zwei weitere Stars in der Defensive, waren in ihrer ersten vollen NHL-Saison ebenfalls 21 und 20 Jahre alt. Schaefer feierte erst kurz vor Saisonbeginn seinen 18. Geburtstag und ist schon maßgeblich daran beteiligt, dass diese Spielzeit für die Islanders deutlich besser läuft als erwartet.

Der junge Kanadier bestritt bisher alle 41 Spiele der Islanders und legte von Beginn an einen Traumstart hin. Er punktete in jedem seiner ersten sechs Spiele, das schaffte vor ihm in der gesamten NHL-Geschichte nur ein anderer Verteidiger, Marek Zidlicky (2003/04). Außerdem war er erst der vierte 18-Jährige, der mit so einer Punkteserie in seine Karriere startete. Die anderen drei waren alle Angreifer: Alexandre Daigle, Sidney Crosby und Wayne Gretzky.

PHI@NYI: Schaefer schreibt Geschichte und markiert als Teenager seinen 8. Treffer

Seitdem sammelte er fleißig und regelmäßig weiter Punkte. Wenn er den Puck kriegt, ist er sofort an seinen dynamischen Bewegungen und erstklassigen Skating zu erkennen. Ob im Powerplay oder bei fünf gegen fünf, er sorgt ständig für Aufregung und Torgefahr. Mittlerweile kommt er auf 26 Punkte (zehn Tore, 16 Assists) und ist der drittbeste Scorer und Torjäger und der viertbeste Vorbereiter unter allen Rookies der Liga. Selbst unter allen Verteidigern ist er der viertbeste Torschütze.

Mit all diesen Leistungen und der tragenden Rolle, die er für die Islanders spielt, ist er ohne jeden Zweifel einer der großen Favoriten auf den Titel des besten Rookies.

Demidov gegen Sennecke

Während Schaefer ganz klar der beste Verteidiger des Rookie-Jahrgangs ist, hat sich unter den Stürmern ein Zweikampf an der Spitze entwickelt. Ivan Demidov startete als bester Angreifer in die Saison. Am 1. November führte er alle Rookies mit zehn Punkten (drei Tore, sieben Assists) in zwölf Spielen für die Montreal Canadiens an. Seit dem Anfang November macht ihm aber Beckett Sennecke von den Anaheim Ducks Konkurrenz, der bis dahin fünf Punkte (drei Tore, zwei Assists) in zehn Partien erzielt hatte.

EDM@MTL: Demidov nutzt das Powerplay zum 1:0

Seit dem 2. November liefern sich die beiden im Gleichschritt ein Rennen, in dem alle anderen Rookies chancenlos scheinen. Über die vergangenen zwei Monate erzielte Demidov 25 und Sennecke 26 Punkte. Der nächstbeste Rookie in diesem Zeitraum ist Schaefer mit 18 Zählern, der nächstbeste Stürmer Ryan Leonard von den Washington Capitals mit 16 Punkten. Heute führt Demidov die Rookie-Scorerliste mit 35 Punkten (zehn Tore, 25 Assists) an, Sennecke folgt auf Platz zwei mit 31 Zählern (13 Tore, 18 Assists).

Wallstedt liefert Argumente

Die Chancen auf die Calder Trophy steigen und sinken abhängig davon, auf welcher Position man spielt. Die Auszeichnung wurde seit der Saison 1932/33 92 Mal verliehen. Dabei ging sie 62 Mal an einen Angreifer (31 Außenstürmer, 31 Center), 16 Mal an einen Torhüter und 14 Mal an einen Verteidiger. Abwehrspieler hatten lange schlechte Karten, wurden allerdings innerhalb der vergangenen sechs Spielzeiten drei Mal ausgezeichnet (Makar 2020, Seider 2022, Lane Hutson 2025). Der letzte Torhüter, der gewählt wurde, war hingegen Steve Mason im Jahr 2009.

MIN@EDM: Wallstedt stoppt alle 32 der Oilers für seinen vierten Shutout in der laufenden Saison

Trotzdem schaffte es ein Torwart in der ersten Saisonhälfte, sich als ernstzunehmender Kandidat zu etablieren. Jesper Wallstedt spielte beim Aufstieg der Minnesota Wild nach einem äußerst schwachen Oktober eine tragende Rolle. Er führt die gesamte Liga mit einer spektakulären Fangquote von 92,8 Prozent und vier Shutouts an. Außerdem hat er mit einem Wert von 2,21 den drittbesten Gegentorschnitt. In seinen 16 Spielen kommt er auf eine Bilanz von 11-2-3. Diese Leistungen reichten nun sogar aus, um gemeinsam mit seinem Teamkollegen Filip Gustavsson unter die drei Torhüter für das schwedische Team bei den Olympischen Spielen 2026 berufen zu werden.

Wallstedt spielt eine überragende Rookie-Saison, doch die Tatsache, dass er bis jetzt weniger als die Hälfte der Spiele der Wild bestritt, wird seine Chancen sicherlich schmälern. Allerdings war er vor allem zu Beginn der Spielzeit die klare Nummer zwei im Tor. Seit dem 7. November wechseln er und Gustavsson sich zwischen den Pfosten konsequent von Spiel zu Spiel ab. Wenn Wallstedt sein Niveau hält und bis zum Saisonende die Hälfte der restlichen Partien übernimmt, könnte er durchaus Chancen haben, zum ersten Torhüter seit 17 Jahren zu werden, der die Calder Trophy gewinnt.

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