Panthers gegen Rangers | Winter Classic Zusammenfassung

17 Grad Celsius, Palmen und ein geöffnetes Dach im loanDepot Park in Miami. Das Setting für das Discover NHL Winter Classic 2026 hätte sommerlicher kaum sein können. Es war das südlichste reguläre Saisonspiel der Ligageschichte und mit einer Temperatur von 17 Grad Celsius beim Puck-Drop das wärmste Winter Classic aller Zeiten. Doch während auf den Rängen unter den 36.153 Zuschauern Party-Stimmung herrschte, präsentierten sich die New York Rangers auf dem Eis eiskalt und geschäftsmäßig.

Von der ungewohnten Umgebung und dem Spektakel unbeeindruckt, spulte die Mannschaft aus Manhattan ihr Programm ab und schlug die Florida Panthers deutlich mit 5:1. Damit bauten die Rangers ihre makellose Bilanz unter freiem Himmel weiter aus. New York hat nun sechs von sechs Outdoor-Spielen gewonnen – eine Bestmarke in der NHL.

Blitzstart der Offensive

Die Weichen für den Sieg wurden bereits im ersten Drittel gestellt, genauer gesagt innerhalb von nur 64 Sekunden. Nachdem die Panthers die Anfangsphase noch offen gestalten konnten und physisch präsent waren, schlug New Yorks Special Team eiskalt zu. In der 16. Spielminute nutzte Mika Zibanejad ein Powerplay, als er perfekt am Torraum positioniert war. Alexis Lafrenière trieb die Scheibe über die linke Seite nach vorne und bediente seinen Center, der den Puck zur 1:0-Führung an Sergei Bobrovsky vorbei ins Netz lenkte. Es war der Startschuss für eine offensive Demonstration der Rangers-Topreihe.

Die Fans der Gastgeber hatten den Rückschlag kaum realisiert, da klingelte es erneut. Nur eine Minute und vier Sekunden später fand ein Handgelenkschuss von Artemi Panarin den Weg durch den dichten Verkehr vor dem Tor. Dieser Doppelschlag zog den Panthers früh den Zahn und nahm die Energie aus dem Stadion. Panarin, der an diesem Abend insgesamt drei Punkte sammelte (zwei Tore, ein Assist), zog damit in der ewigen Bestenliste der Outdoor-Scorer mit Henrik Zetterberg gleich. Lafrenière glänzte ebenfalls und stellte mit drei Assists in einem Outdoor-Spiel den bestehenden NHL-Rekord ein.

NYR@FLA: Zibanejad und Panarin treffen binnen 64 Sekunden

Zibanejad überragt alle

Überragender Akteur des Abends war jedoch zweifellos Mika Zibanejad. Der Schwede, der erst am selben Tag für den Olympiakader seines Landes nominiert worden war, schrieb Geschichte. Mit drei Toren und zwei Vorlagen sammelte er insgesamt fünf Scorerpunkte. So viele Zähler hatte zuvor noch kein Spieler in einem Outdoor-Spiel der NHL erzielt. Er übertraf damit die bisherige Bestmarke von vier Punkten, die Jordan Kyrou beim Winter Classic 2022 aufgestellt hatte.

Zibanejad sorgte nicht nur für den ersten Treffer, sondern legte kurz nach Beginn des zweiten Drittels (20:58) mit einer Direktabnahme zum 3:0 nach, erneut nach Vorarbeit von Lafrenière. Seine Leistung krönte er am Ende mit dem ersten Hattrick in der Historie des Winter Classics. „Es war einfach ein unglaublicher Abend“, ließ Zibanejad seine Taten für sich sprechen. Ob per Abfälscher, per Direktabnahme oder am Ende ins leere Tor: Die Nummer 93 der Rangers war an diesem Abend nicht zu stoppen und zementierte ihren Platz in den Geschichtsbüchern der Liga.

NYR@FLA: Zibanejad liefert fünf Punkte im Winter Classic

Kein Glück für die Gastgeber

Für die Florida Panthers entwickelte sich der Nachmittag dagegen zu einer Enttäuschung, die über das reine Ergebnis hinausging. Zwar hatte die Show rund um das Spiel mit Auftritten von Latin-Pop-Star Luis Fonsi und künstlichem Schnee für Gänsehaut gesorgt, doch sportlich lief wenig zusammen. Ein schwerer Schlag traf das Team von Paul Maurice bereits früh im ersten Drittel. Verteidiger Seth Jones musste das Eis verlassen, nachdem er von einem Schuss von Lafrenière ungünstig getroffen worden war. Er kehrte nicht zurück, was die Defensive der Hausherren nachhaltig destabilisierte.

Ein kurzes Aufbäumen gab es im letzten Abschnitt, als Sam Reinhart im Powerplay den 1:3-Anschluss erzielte (42:20). Das Stadion erwachte noch einmal zum Leben, und die Hoffnung auf ein historisches Comeback lag in der warmen Luft.

Ein weiterer Treffer der Panthers wurde von den Schiedsrichtern aberkannt, da der Puck ins Tor gekickt worden war. Statt der Wende folgte die Entscheidung durch Panarins zweites Tor (52:25). Trainer Paul Maurice fasste die Diskrepanz des Tages treffend zusammen: „Die eigentliche Geschichte ist die Show, die hier heute stattfand, das Spektakel an sich. Es war brillant, einfach absolut brillant.“ Die über 36.000 Zuschauer sahen zwar ein erstklassiges Event, sportlich hatten ihre Panthers gegen abgezockte Gäste jedoch das Nachsehen.

NYR@FLA: Reinhart erzielt ein PPG gegen Igor Schesterkin

Shesterkin als sicherer Rückhalt

Auch wenn die Offensive im Rampenlicht stand, war Igor Shesterkin der gewohnt sichere Rückhalt für die New Yorker. Mit 36 Paraden erstickte er jegliche Comeback-Versuche der Panthers im Keim, besonders als Florida im Mittelabschnitt Druck machte und das Schussverhältnis zu seinen Gunsten drehte. Shesterkin gehört nun zu einer elitären Gruppe von nur neun Torhütern, die mehrere Siege in Outdoor-Spielen vorweisen können. Er strahlte eine Ruhe aus, die sich auf seine Vorderleute übertrug und den Panthers oft den letzten Nerv raubte.

Im Schlussdrittel verwaltete New York die Führung souverän. Als Bobrovsky seinen Kasten für einen zusätzlichen Feldspieler verließ, setzte Zibanejad mit seinem Treffer ins verwaiste Tor zum 5:1 den Schlusspunkt (58:32). Die Rangers bewiesen in Miami eindrucksvoll, warum sie aktuell nicht nur in der Liga ganz oben mitspielen, sondern vor allem unter freiem Himmel das Maß aller Dinge sind. Mit sechs Siegen aus sechs Spielen bleibt ihre Weste im Freien blütenweiß – egal ob bei eisiger Kälte oder unter der Sonne Floridas.

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