„Das war ein ganz wichtiger Sieg und ganz wichtige Punkte“, sagte Tim Stützle nach dem 4:1-Auswärtssieg seiner Ottawa Senators bei den Calgary Flames im Scotiabank Saddledome. Der 24-jährige Stürmer aus Viersen machte kurz vor Schluss mit einem Shorthander ins leere Tor den Deckel drauf, baute damit seine persönliche Punkteserie auf elf Spiele (7-8-15) aus und befeuert damit den Playoff-Push seiner Mannschaft.

Auf Stützle ist voll Verlass

Calgary hatte gerade seinen bärenstarken Torhüter Devin Cooley (33 Saves, 94,3 Prozent Fangquote) für einen Extra-Angreifer aus dem Tor genommen, als sich die Flames im Offensivdrittel aufstellten. Stützle setzte Kevin Bahl unter Druck, spitzelte ihm die Scheibe mit einem Pokecheck weg, schaltete den Turbo ein und traf vom linken Flügel ins leere Tor (58.).

Für Ottawas Nummer 18 war es der 29. Saisontreffer und das elfte Spiel in Folge, in dem er mindestens einen Scorerpunkt sammelte. Stützle ist der erste Senators-Spieler, dem in einer Saison gleich zwei Punkte-Serien von mindestens elf Partien gelang. Bereits vom 9. Dezember 2025 bis zum 5. Januar 2026 hatte er in 13 Spielen in Folge gepunktet (8-13-21).

Viel wichtiger waren den kanadischen Hauptstädtern an diesem Abend aber die zwei hart erarbeitenden Punkte.

„Wir wussten, dass sie hart zu bespielen sein werden. Du musst in dieser Liga jeden Gegner ernstnehmen“, so Stützle. „Das erste Drittel war eines unserer schlechtesten überhaupt. Wir müssen also einen Weg finden, einen besseren Start zu haben. Trotzdem hatten wir großes Vertrauen, dass wir zurückkommen würden. Wir haben im zweiten und dritten Drittel zu unserem Spiel gefunden. Wir wussten, was wir zu tun haben und haben die Dinge einfach gehalten. Wir hatten viele Chancen, ihr Torwart hat aber gut gehalten, das müssen wir anerkennen. Wir haben einen Weg gefunden, zu treffen. Das war eine großartige Mannschaftsleistung. So müssen wir weitermachen.“

Klare Leistungssteigerung nach der ersten Pause

Das 4:1 klingt deutlicher, als es war, ging angesichts von 37:20 Torschüssen aber voll in Ordnung. Martin Pospisil brachte Calgary in Führung (18.). Im zweiten Durchgang besorgte Ottawas Lars Eller den Ausgleich (30.). In einem überzeigenden Schlussabschnitt (18:5 Torschüsse) gelang Dylan Cozens der Siegtreffer im Powerplay (47.). Stützle (58., in Unterzahl) und Shane Pinto (60.) waren mit Empty Nettern erfolgreich.

OTT@CGY: Eller mit dem Ausgleich

„Das war ein richtig gutes Spiel“, bilanzierte Trainer Travis Green. „Die Jungs sind richtig gute Checks gefahren. Im ersten Drittel waren wir noch ein wenig wackelig und haben viele Pucks verloren, die letzten beiden Drittel waren aber exzellent.“

„Unser erstes Drittel war unter unserem Standard“, sagte auch Eller. „Wir konnten das aber überkommen, uns im zweiten Drittel steigern und das Spiel im dritten Drittel gewinnen. Es war nicht unser bester Start, aber wir konnten uns steigern und haben einen Weg gefunden. Das ist es, was gute Teams machen.“

„Das war ein wichtiger Sieg für uns. Jeder Punkt zählt zu diesem Zeitpunkt der Saison“, betonte Cozens. „Heute haben wir zwei Punkte gebraucht. Wir werden alles dafür tun, um auch das nächste Spiel zu gewinnen.“

Playoff-Push zur rechten Zeit

Die Senators (30-22-9) sind Sechster in der Atlantic Division und haben vier Punkte Rückstand auf einen Wildcard-Platz in der Eastern Conference. Der jüngste Playoff-Push lässt sich auch in den Statistiken ablesen: In neun der letzten zehn Spiele konnte Ottawa punkten (7-1-2) und tritt formstark in die finale Phase der regulären Saison 2025/26 ein.

„Wir stehen in der Tabelle nicht da, wo wir sein wollten, aber wir sind definitiv noch im Rennen und haben großes Vertrauen in unsere Mannschaft“, hebt Cozens hervor.

„Der Glaube in unserem Team ist groß. Jeder hat Vertrauen in unser Spiel und wie wir sie gewinnen können. Daran hält sich jeder“, so Eller. „Wir bekommen in jedem Spiel unsere Chancen. Vielleicht werden wir nicht jedes Spiel gewinnen, aber wenn wir so weiterspielen, dann die meisten davon. Wir gehen es eines nach dem anderen an und haben einen großen Glauben und großes Vertrauen in uns.“

OTT@CGY: Stützle verlängert seine Punkteserie

Aktuell befinden sich die Senators auf einem Fünf-Spiele-Roadtrip (2-0-1), der sie noch zum Seattle Kraken (Samstag, 10 p.m. ET; Sonntag, 4 Uhr MEZ) und zu den Vancouver Canucks (Montag, 8 p.m. ET; Dienstag, 2 Uhr MEZ) führen wird.

„Unser Team hat verstanden, wie es spielen muss, um erfolgreich zu sein“, sagt Green. „Wir wollen nicht zu weit vorausschauen, sondern konzentrieren uns auf das nächste Spiel.“

Perron weg, Foegele da

Gut möglich, dass sich der Kader bis dahin noch verändert. Vor der Trade-Deadline am Freitag nämlich nahm Ottawa bereits Korrekturen vor: Stürmer David Perron wechselte zu den Detroit Red Wings. 

„Wir werden ihn sehr vermissen“, sagt Cozens. „Seine Stimme hatte in unserer Kabine Gewicht. Ein toller Spieler, den du gerne um dich hast. Es tut weh, ihn zu verlieren, aber das ist ein Teil des Geschäfts.“

Dafür holten die Senators mit Warren Foegele ein neuer Angreifer von den Los Angeles Kings.

„Er ist ein großer Spieler, kann skaten und hat den Scoring Touch“, beschreibt Green den Neuzugang.

„Wir freuen uns auf ihn. Eigentlich machen wir das immer, wenn ein neuer Spieler dazukommt. Er ist richtig schnell und wird unserer Mannschaft helfen“, glaubt Stützle.

„Ich habe ihn im Sommer kennengelernt“, verrät Cozens. „Er ist ein toller Typ, der nur so über das Eis fliegt, und er weiß, wo das Tor steht. Es ist toll, dass wir ihn holen konnten. Er wird uns zu auf verschiedene Art und Weise helfen.“

„Wir haben in den letzten Jahren oft gegen ihn gespielt“, meint Eller. „Er konnte Playoff-Erfahrung mit vielen verschiedenen Teams sammeln. Wir werden ihn willkommen heißen.“

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