Der Knackpunkt in der Partie war eine schwache Phase der Bruins in der zweiten Hälfte des Mitteldurchgangs. Binnen viereinhalb Minuten kassierten sie drei Gegentore und gerieten dadurch fast aussichtlos mit 1:5 ins Hintertreffen. Im letzten Drittel fing sich Boston wieder und kam durch Tore von Charlie McAvoy und Victor Arvidsson auf 3:5 heran, doch ein Empty-Net-Goal zweieinhalb Minuten vor Schluss beerdigte alle Hoffnungen der Gäste, noch auszugleichen oder gar zu gewinnen.
„Wir sind nie richtig ins Spiel gekommen“, sagte Bostons Stürmerin Morgan Geekie. „Zwischendurch haben unseren Rhythmus sogar komplett verloren. Ich denke, wir haben ihnen mit unserem schwachen Auftreten in die Karten gespielt, und sie haben das konsequent ausgenutzt. So läuft es auswärts eben oft. Es ist bitter, wenn man Punkte auf diese Weise verschenkt.“
Geekie hatte die Bruins zu Beginn des zweiten Abschnitts mit einem Powerplay-Tor in Schlagdistanz gebracht. Nach einem Pass von McAvoy erzielte er per Direktabnahme von oberhalb des linken Bullykreises das 1:2. Für den Angreifer war es das 34. Saisontor, womit er einen neuen NHL-Karrierebestwert verbuchte. Aber die Bruins vermochten es nicht, das Momentum aus dem Anschlusstreffer zu nutzen und der Partie eine Wendung zu geben.
„Unser Powerplay ließ zuletzt zu wünschen übrig. Von daher war es schön, dass endlich mal endlich etwas dabei heraussprang“, hob Geekie das Positive hervor, um anschließend den Finger schonungslos in die Wunde zu legen. „Wir sind leider zu häufig von unserem Matchplan abgewichen. Es ist schwer, in Schwung zu kommen, wenn man spürt, dass man nicht sein Bestes gibt. Es war eine dieser Partien, in der wir zu schnell die Kontrolle verloren und nicht mehr ins Spiel zurückgefunden haben“, bemängelte er.
Dabei waren die Voraussetzungen für die Bruins eigentlich gut. Bis auf Verteidiger Jonathan Aspirot, der krankheitsbedingt nicht zur Verfügung stand, traten sie mit voller Kapelle in Nashville an. Auf der Gegenseite hatten sich die Reihen dagegen kräftig verändert. Vier Stammkräfte gaben die Predators in den vergangenen Tagen an andere Klubs ab. Es handelte sich um die Stürmer Michael Bunting (zu den Dallas Stars), Michael McCarron (Minnesota Wild) und Cole Smith (Vegas Golden Knights) sowie Verteidiger Nick Blankenburg (Colorado Avalanche). Außerdem fehlte bei Nashville Center Ryan O’Reilly wegen einer Oberkörperverletzung. Doch das neu zusammengewürfelte Team schlug sich prächtig und vermasselte Boston den Abend.
„Wir haben nicht gut gespielt. So wie wir aufgetreten sind, kann man keinen Erfolg haben. Das gilt für alle Bereiche“, kritisierte Bruins-Blueliner McAvoy. „Wir sind viel zu offen gewesen und haben es nicht geschafft, die Pucks hinter die gegnerische Defensive zu bringen. Auch die Härte in den Zweikämpfen hat nicht gestimmt.“
In dieser Woche haben die Bruins noch zweimal die Möglichkeit, es besser zu machen als in Nashville. Am Samstag empfangen sie die Washington Capitals im TD Garden. Anschließend geht es in den Flieger in Richtung Pittsburgh, wo am Sonntag ein Duell mit den Penguins angesetzt ist. Wenn sich die Mannen von Marco Sturm den hartnäckigen Verfolger Columbus vom Leib halten wollen, müssen sie in den beiden Wochenendspielen unbedingt punkten.