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Greiss exklusiv: Gründe für guten Saisonstart

Der deutsche Torhüter der New York Islanders lobt neuen Trainer und besseren Zusammenhalt im Team

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Jeden Donnerstag während der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Tete-à-tete" eine exklusive Konversation mit Spielern oder Persönlichkeiten der NHL über alle Bereiche auf und abseits des Eises präsentieren.

In dieser Ausgabe: Thomas Greiss von den New York Islanders.

Thomas Greiss ist seit über drei Jahren die Nummer 1 der New York Islanders. Zumindest trägt er sie auf seinem Rücken. Die unumstrittene Nummer 1 zwischen den Pfosten war er nur selten in seiner NHL-Karriere und auch in dieser Saison muss er um den Vorrang gegenüber dem Backup Robin Lehner kämpfen.

Doch Greiss hat den Konkurrenzkampf wie gewohnt in seiner ruhigen und lässigen Art angenommen. In seinen neun Spielen, sieben davon von Anfang an, konnte er die Islanders zu vier Siegen bei zwei Niederlagen in regulärer Spielzeit und eine im Penaltyschießen führen.

Noch besser sind seine Torhüterwerte, indem er von 251 Schüssen auf sein Tor nur 15 ins Netz passieren lassen musste, was ihm eine Fangquote von 94 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,98 beschert. Am Samstag gegen die New Jersey Devils blieb er bei 35 Schüssen ohne Gegentor und feierte seinen ersten Shutout der Saison und neunten seiner NHL-Karriere.

 

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Der 32-jährige Allgäuer überzeugt lieber durch Taten, als durch große Worte. Trotzdem stand er NHL.com/de nach dem Training vor dem Auswärtsspiel bei den Tampa Bay Lightning am Donnerstag Rede und Antwort. Er erläuterte unter anderem, warum die Islanders in dieser Saison besser dastehen als noch in der abgelaufenen, in der sie mit dem mittlerweile zu den Toronto Maple Leafs abgewanderten Superstar und Kapitän John Tavares die Playoffs klar verpassten. 

Die Islanders führen unter ihrem neuen Trainer Barry Trotz, der im Sommer vom Stanley Cup-Sieger Washington kam, nach 14 Spielen mit einer Bilanz von 8-4-2 und 18 Punkten überraschend die Metropolitan Division vor den Washington Capitals an.

Was denkst Du über Deinen Saisonstart?

"Ich denke ich kann ganz zufrieden sein. Einige Spiele liefen nicht so gut, aber es waren auch einige gute dabei. Es lässt sich sicher darauf aufbauen."

Wie siehst Du die Situation der Mannschaft, nachdem nach dem Weggang von Tavares wenige mit Euch gerechnet hatten?

"Wir spielen definitiv besser als in der letzten Saison. Das ist natürlich erfreulich. Im letzten Jahr war oft der Wurm drin, aber jetzt haben wir einen wesentlich besseren Zusammenhalt und das merkt man auf dem Eis."

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Was ist der Unterschied zum letzten Jahr?

"Wie gesagt, der Zusammenhalt ist das eine, aber wir haben auch mehr Struktur im Spiel. Wir sind besser auf die Spiele vorbereitet und können so unsere Leistung besser abrufen. Jeder weiß einfach, was er zu tun hat und wenn das richtig umgesetzt wird, dann haben wir auch die Chance zu gewinnen."

Wie hoch ist dabei der Einfluss vom neuen Trainer Barry Trotz?

"Sehr groß. Aber nicht nur der Trainer, sondern auch der neue General Manager (Anm. Lou Lamoriello) haben eine sehr gute Arbeit gemacht. Sie sind natürlich der Kopf der Mannschaft und sorgen dafür, dass sie gut spielt."

Ist bei Trotz auch eine gewisse Euphorie zu spüren, nachdem er erst den Cup gewonnen hat?

"Weniger Euphorie, sondern er arbeitet sehr akribisch und professionell. Er hat einen richtigen Zug in seinen Entscheidungen und erwartet, dass jeder seine Aufgaben erfüllt. Seine Linie und Richtung sind klar zu erkennen."

Mit Mitch Korn hat Trotz auch einen sehr erfahrenen Director of Goaltending aus Washington und Lamoriello mit Piero Greco einen neuen Torhüter-Trainer aus Toronto mitgebracht. Wie ist Dein Eindruck von ihnen?

"Der Eindruck ist sehr gut. Beide wissen wovon sie reden und können uns viele Sachen beibringen. Das Training hat sich für uns dadurch auch verändert."

Video: PIT@NYI:Greiss lässt Fanghand gegen Kessel aufblitzen

Ist das einer der Gründe, warum Deine Werte in dieser Saison wieder besser sind?

"Zum Teil. Wir unterstützen uns alle viel besser und die Verteidigung muss für eine gute Torhüterleistung immer mitarbeiten. Er kann es kaum alleine schaffen. Wenn Schüsse geblockt, Passwege zugestellt und hochprozentige Torchancen vereitelt werden, dann hat es der Torhüter auch leichter seine Leistung zu bringen. Das läuft definitiv besser als letztes Jahr."

Wie siehst Du die Situation deines deutschen Mitspielers Tom Kühnhackl, der kürzlich ins Farmteam geschickt wurde, aber jetzt wieder zurück ist?

"Ja, Tom muss um seinen Platz im Kader hart kämpfen und es war schade, dass er ins Farmteam musste. Aber die Saison ist noch lange und Tom ist ein Kämpfer. Ich hoffe er kann auf Dauer mit Leistungen überzeugen. Zuletzt lief es schon wesentlich besser für ihn. Daran sollte er anknüpfen."

Wie ist es für Dich Tom im Team zu haben?

"Es macht Spaß auch mal deutsch zu sprechen und wir sitzen meist im Flugzeug nebeneinander. Er ist ein lustiger Typ."

 

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Was sagst Du dazu, dass Marco Sturm Assistenztrainer bei den Los Angeles Kings wird?

"Ich freue mich sehr für ihn und er hat es sich verdient, aber für das deutsche Eishockey und die Nationalmannschaft ist es ein herber Verlust. Trotzdem war es richtig vom DEB ihn gehen zu lassen, denn eine solche Chance kommt nicht so häufig."

Bei der NHL Global Series 2019 soll es laut Aussage von NHL Commissioner Gary Bettman wieder ein Vorbereitungsspiel in Deutschland geben. Wie sehr hoffst Du, dass die Islanders ausgewählt werden?

"Es wäre sicher eine coole Geschichte mit den Islanders in Deutschland zu spielen, über die ich mich sehr freuen würde. Aber ich habe natürlich wenig Einfluss darauf und muss einfach abwarten, was passiert."

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