"Irgendwann musste es ja klappen, richtig", fragte Trainer Jon Cooper nach dem Spiel in der Pressekonferenz. "Die Bruins haben da auch ein Wörtchen mitzureden, sie versuchen uns zu stoppen, haben einen Plan und setzen ihn um. Dann müssen wir uns an diesen Plan anpassen und das hat heute funktioniert."
Die Überzahl war aber nicht alleine verantwortlich, Tampa dominierte das Spiel auch bei fünf gegen fünf, wie ihre vier Tore bei gleicher Stärke zeigen. Mit 31:24 Torschüssen waren sie schlicht drückender und nutzten zudem ihre Möglichkeiten. Das führte nach dem 4:3-Sieg nach Verlängerung in Spiel 2 nur einen Tag zuvor zum nächsten Erfolg und dazu, dass die Lightning mit 2:1-Spielen in Führung liegen und den Ton in der Serie angeben.
"Ich glaube nicht, dass wir etwas an unserem Spiel verändert haben", erklärte Verteidiger Kevin Shattenkirk. "Das wichtige daran, wenn man an zwei Tagen in Folge spielt, besonders in den Playoffs ist, welches Team zuerst zu seinem Spiel findet und dem Spiel sein System aufzwingt. Das haben wir geschafft. Sie sind körperbetont gestartet... aber wir haben den ersten Ansturm überstanden und sind bei unserem Spiel geblieben."
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Das hat für die höchste Niederlage der Bruins in den Playoffs seit einem 3:9 gegen die Buffalo Sabres 1992 gesorgt. Beim Erfolg war erneut eine Stärke der Lightning aus den vorherigen Spielen zu sehen, die ausgeglichene Lastenverteilung, bei der jeder im Team seinen Teil leistet. Die sieben Tore kamen von sechs verschiedenen Spielern aus drei verschiedenen Reihen. Allerdings legten die Spitzenspieler an diesem Tag einen Zahn zu, sechs Spieler kamen auf mehr als einen Punkt.
Ondrej Palat und Yanni Gourde lieferten je ein Tor und einen Assist, Mikhail Sergachev und Brayden Point verbuchten je ein Tor und zwei Assists, Killorn bereitete zu seinen zwei Toren noch einen Treffer vor und Nikita Kucherov führte das Team mit einem Tor und drei Assists an. Es war eine einseitige Vorstellung der Lightning, wie man sie in den Playoffs eher selten sieht.
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"Seien wir ehrlich, das war eine Anomalie", mahnte Cooper vor übertriebener Begeisterung. "Das passiert in den Playoffs eigentlich nicht und sie sind der Presidents' Trophy Champion. Das muss man genauso hinter sich lassen, wie einen Krimi in der Verlängerung. Daran darf man genauso wenig hängen bleiben, wie an einem Desaster. Das ist nur ein Sieg und wir sind erst auf halbem Weg. So ein Spiel macht Spaß, aber die Emotionen dürfen in keine Richtung zu sehr ausschlagen."
Die Gelegenheit zum nächsten Sieg bietet sich den Lightning am Freitag (7:30 p.m., Sa. 1:30 Uhr MESZ; NHL.tv). Wie Cooper jedoch zurecht sagte, dürfte es wohl kaum einfach werden und ein Ergebnis, wie in Spiel 3, ist nicht zu erwarten. Boston wird sich sicherlich nicht einfach ergeben und mit Wut im Bauch und viel Entschlossenheit zurückschlagen wollen. Mit ihrer druckvollen Spielweise, der starken Mannschaftsleistung und einem funktionierenden Powerplay, sind die Lightning aber womöglich der härteste Gegner, den die Bruins nur haben können.