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Sie hatten die Möglichkeit durch einen Sieg in Spiel 5 des Eastern Conference Finales 2020 gegen die New York Islanders vorzeitig in das Stanley Cup Finale einzuziehen. Doch die Tampa Bay Lightning verpassten die günstige Gelegenheit, unterlagen am Ende knapp mit 1:2 nach doppelter Verlängerung. Gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Gegner, entschied am Ende eine geglückte Aktion die Begegnung zu Ungunsten der Mannschaft aus Florida. Jetzt führt der Favorit nur noch mit 3:2 Siegen in der Best-of-7-Serie.

"So ist das eben. Das ist Eishockey. Und machen wir uns nichts vor, das hier ist das Conference Finale. Da haben alle beteiligten Mannschaften viel drauf. Die Islanders hatten heute das glücklichere Ende für sich. Das wirft uns nicht um´", analysierte Lightning-Coach Jon Cooper direkt nach dem Spiel gefasst.
Dabei hätte er durchaus Grund gehabt sich öffentlich zu ärgern. Seine Mannschaft war über die komplette Spielzeit hinweg optisch leicht überlegen, dominierte den Gegner mit 37 zu 24 Torschüssen. In manchen Szenen fehlte dem Team schlicht das Quäntchen Glück, um die Entscheidung zu den eigenen Gunsten herbeizuführen.
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Eine vierminütige Überzahl gegen Ende des dritten Spielabschnitts und zu Beginn der ersten Verlängerung blieb in diesem Duell dabei ebenso ungenutzt wie eine Szene gegen Ende der ersten Extraschicht, als die Islanders in einer Drangphase der Lightning lediglich vier Spieler mit einem Schläger ausgestattet auf dem Eis hatten.
Diese und weitere günstige Gelegenheiten verpassten die Stürmer aus Tampa Bay an diesem Tag. Ungewöhnlich für die ansonsten in Verlängerungen in dieser Postseason bisher so siegessicheren Spieler aus Florida. Denn bis zu diesem Spiel wurden alle vier Spiele mit Verlängerung von der Mannschaft von Trainer Cooper am Ende siegreich beendet.
Es kommt daher jetzt am Donnerstag (8 p.m. ET; Fr. 2 Uhr MESZ; NHL.tv, Sport1+, DAZN) zu einem Spiel 6, das die Lightning gerne vermieden hätten, bietet sich dadurch doch für New York noch einmal die Chance endgültig in die Serie zurückzukommen, diese mit einem weiteren Erfolg zum 3:3 auszugleichen.
Genau dies zu verhindern wird die Aufgabe der Lightning sein, die sich unmittelbar nach der bitteren 1:2-Niederlage am Dienstag von dem soeben Miterlebten unbeeindruckt zeigten.

NYI@TBL, Sp5: Hedman bringt die Scheibe ins Tor

Victor Hedman bilanzierte in einer Pressekonferenz nach der Niederlage: "Das war ein enges Spiel. Beide Mannschaften waren gut, die Torhüter stark. Das ist natürlich gerade sehr bitter für uns. Wir sind nun als Team gefordert entsprechend zu reagieren. Diese Gelegenheit zum vorzeitigen Einzug in das Finale haben wir verpasst. Aber zum Glück bekommen wir ja schon in zwei Tagen eine weitere Chance."
Diskutiert wurde in Reihen der Lightning über die vergebenen Möglichkeiten in Überzahl. Insbesondere die Vierminutenstrafe gegen die Islanders wurmte so manchem aus den Reihen Tampa Bays im Rückblick. Alex Killorn gehörte dazu. "Die vierminütige Überzahlsituationen gegen Ende der regulären Spielzeit und zu Beginn der Verlängerung haben wir leider nicht genutzt, obwohl wir gute Möglichkeiten hatten. Das ärgert mich. Aber so läuft das eben manchmal. Damit muss man klarkommen", sagte er.
Hedman hingegen richtete den Schwerpunkt in seiner Analyse in Richtung der beteiligten Goalies: "Die Torhüter haben beide einen sehr guten Job gemacht in diesem Spiel. Das muss man anerkennen. Wir hatten etliche gute Einschussmöglichkeiten, die wir nicht in Tore ummünzen konnten. Dennoch bin ich insgesamt nicht unzufrieden. Unsere Leistung als gesamtes Team war in Ordnung. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir den einen oder anderen Treffer mehr erzielt, unsere Tormöglichkeiten besser genutzt hätten. Wir haken das jetzt ab, bereiten uns auf das nächste Spiel vor."
Auch er gab sich nicht irritiert oder gar verunsichert von diesem Rückschlag. "Neu ist eine solche Erfahrung nicht für uns. In den Playoffs ist es immer ein Auf und Ab. Davon darf man sich nicht von seinem Weg abbringen lassen. Es gilt immer den Fokus auf die kommende Aufgabe zu richten. Es bringt ja auch nichts in der Vergangenheit zu leben. Wir können es jetzt nicht mehr ändern", analysierte Hedman die Lage.
Kollege Killorn ergänzte: "Spiele wie diese sind eine echte Geduldsprobe. Sie haben es defensiv sehr gut gemacht. Wir hatten mehr Torschüsse als sie. Bei vielen war es echt knapp. Insgesamt war ich zufrieden mit unserem Spiel. Wir haben keinen Grund jetzt viel zu verändern, sollten so weitermachen."

Eberle und die Islanders siegen nach doppelter OT

Trainer Cooper seinerseits bemühte sich rasch darum neuen Optimismus zu verbreiten. "Der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ist in dieser Liga immer sehr klein. Heute hat am Ende ein Spielzug den Unterschied zu unseren Ungunsten gemacht. Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, bin ich aber durchaus zufrieden mit unserer Leistung. Du kannst nicht immer das glücklichere Ende auf deiner Seite haben."
"Dass wir die Möglichkeiten im Powerplay diesmal nicht genutzt haben, damit müssen wir leben. Das ist in diesem Sport manchmal so. Ich mache den Spielern da keinerlei Vorwürfe. Es ist ja nicht so als ob wir keine Möglichkeiten zu Treffern gehabt hätten. Das wäre viel bedenklicher. Solange wir uns die Chancen herausspielen, gibt es keinen Grund zur grundsätzlichen Unzufriedenheit. Wir richten unseren Blick jetzt direkt auf das nächste Spiel am Donnerstag und wollen dann wieder erfolgreicher sein."
Das sollten die Lightning auch tun, denn ansonsten droht ihnen ein allesentscheidendes Spiel 7 am Wochenende. Und das wäre für ein Team, das nach vier Vergleichen in Besitz einer 3:1-Serienführung war, dann womöglich wirklich ein Grund dafür die Dinge ernsthafter zu hinterfragen.