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NHL.com/de wirft in der Rubrik Draft Watch jeden zweiten Dienstag einen Blick auf die Kandidaten für den NHL Draft 2026. In dieser Ausgabe: Verhoeff führt Abwehrtalente an.

Die Trade Deadline 2026 ist vorbei und damit die letzte Chance für die 32 Mannschaften der NHL, sich vor Saisonende mit neuen Spielern zu verstärken. Der nächste Termin für große Veränderungen beim Personal ist nun der NHL Draft 2026 im Sommer. Wer am Freitag einen Verteidiger im Visier hatte und nicht zum Zug kam, hat gute Chancen, beim Draft auf seine Kosten zu kommen. Dann stehen einige vielversprechende Defensivtalente zur Wahl, besonders unter den nordamerikanischen Nachwuchsleuten. Die Nummer eins eines hochveranlagten Quartetts ist Keaton Verhoeff.

Der Traum aller Trainer

Ein erster Blick auf Verhoeffs Spielerprofil macht ihn bereits zu einer begehrten Art von Spieler: Verteidiger, Rechtsschütze, 1,93 Meter, 93 Kilogramm. Allein diese körperlichen Attribute bei einem Verteidiger lassen Manager und Trainer hellhörig werden.

Verhoeff ist für seine Größe zudem ein überraschend schneller und wendiger Skater. Er scheut nicht vor körperlicher Härte zurück, hat aber auch genug technische Finesse, um sich nicht auf seine Kraft verlassen zu müssen. In der Abwehr ist er für sein Alter von 17 Jahren ungewöhnlich verantwortungsbewusst und zuverlässig, im Angriff spielt er dank guter Übersicht gerne präzise und effektive Pässe und kann sich zudem auf einen starken Schuss verlassen.

Verhoeff schließt sich McKenna an

Genau wie Gavin McKenna, der Favorit auf den ersten Pick im Draft, machte Verhoeff zu Beginn der Saison den Schritt von den kanadischen Nachwuchsligen in die US-amerikanische Universitätsliga NCAA.

Verhoeff hatte zuvor bereits mehr als eine Saison in der Western Hockey League bei den Victoria Royals verbracht. Sein Debüt gab er in der Saison 2023/24 im Alter von nur 15 Jahren. Damals kam er auf zwölf Spiele, in denen er zwei Assists erzielte.

Vergangene Saison wurde er mit nur 16 Jahren zum Stammspieler. In 63 Spielen verhalf er den Royals mit 45 Punkten (21 Tore, 24 Assists) und einer Plus-Minus-Bilanz von +23 zu einem Platz in den Playoffs. Es folgten elf weitere Partien, in denen er zehn Punkte (ein Tor, neun Assists) lieferte. In der NCAA kam er für die University of North Dakota bisher 31-mal zum Einsatz und erzielte 20 Punkte (sechs Tore, 14 Assists) bei einer Plus-Minus-Wertung von +10.

Weitere Talente

Verhoeff hat beste Chancen, gemeinsam mit McKenna und dem schwedischen Stürmer Ivar Stenberg einer der ersten drei Picks zu werden. Doch auch für Mannschaften, die im Draft erst etwas später wählen dürfen, bleibt noch genug Talent an der blauen Linie übrig. Im Midterm Ranking des Central Scouting Service gingen vier der ersten sechs Plätze in der Liste der nordamerikanischen Skater an Verteidiger. Neben Verhoeff sind Carson Carels, Chase Reid und Daxon Rudolph die großen Namen.

NHL Central Scouting Director Dan Marr sagte, jeder der vier Verteidiger habe seinen eigenen Stil und bringe einzigartige Qualitäten mit sich. Carels (1,88 Meter, 88 Kilogramm) verlässt sich als fähiger Zwei-Wege-Verteidiger gerne auf Aggressivität und Härte. In der WHL verbuchte er für die Prince George Cougars in 52 Spielen 63 Punkte (18 Tore, 45 Assists).

Reid (1,88 Meter, 85 Kilogramm) fällt vor allem durch sein starkes Skating und hervorragendes Passspiel auf. In der Ontario Hockey League gelangen ihm für die Soo Greyhounds bereits 47 Punkte (18 Tore, 29 Assists) in 42 Partien, außerdem hat er eine beeindruckende Plus-Minus-Bilanz von +30.

Rudolph (1,88 Meter, 92 Kilogramm) verfügt über eine hohe Spielintelligenz und viel Ruhe in der Abwehr. In der Offensive nutzt er gerne seinen wuchtigen Schuss, um für Torgefahr zu sorgen. In der WHL sammelte er diese Saison 68 Punkte (26 Tore, 42 Assists) für die Prince Albert Raiders. Er ist der drittbeste Scorer unter den Verteidigern der Liga und liegt einen Platz vor Carels.

Die Qual der Wahl

Wer im Draft nach dem Verteidiger der Zukunft sucht, hat die Qual der Wahl. Unter den Nordamerikanern sorgen Verhoeff, Carels, Reid und Rudolph für viel Qualität. Dabei sind die Europäer Alberts Smits, Juho Piiparinen, Malte Gustafsson und William Hakansson noch nicht einmal berücksichtigt.

In der ersten Hälfte der ersten Draft-Runde stehen Verteidiger zur Verfügung, die mit ganz unterschiedlichen Profilen die Zukunft einer NHL-Mannschaft prägen können. Was ein talentierter Defensivmann im Draft für ein Team ausmachen kann, sah man in den vergangenen Jahren immer wieder. Das jüngste Beispiel ist Matthew Schaefer bei den New York Islanders, doch auch für andere Teams waren Spieler wie Lane Hutson, Rasmus Dahlin, Moritz Seider, Cale Makar und Quinn Hughes markante Bereicherungen.

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