Die Saison 2025/26 ist für die Florida Panthers quasi beendet. Oder doch nicht? Der Titelverteidiger hinkt den eigenen Ansprüchen hinterher und rangiert im Moment außerhalb der Plätze, die für eine Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs berechtigen würden. Da tun kleine Erfolgserlebnisse gut. Wie zum Beispiel der 3:1-Sieg der Panthers am Freitagabend bei den Detroit Red Wings mit ihrem deutschen Verteidiger Moritz Seider und dem Österreicher Marco Kasper. Schlüsselspieler bei den Gästen beim Auftritt in der Little Caesars Arena waren Matthew Tkachuk mit einem Hattrick und Torwart Sergei Bobrovsky.

„Ich denke nicht, dass wir in irgendeiner Weise aufgeben. Aber wir sind auch realistisch.“ Die Worte von Panthers-General Manager Bill Zito fassen die aktuelle Lage des Titelverteidigers ganz gut zusammen. Die Panthers haben aktuell in der Eastern Conference acht Punkte Rückstand auf den zweiten Wildcard Platz, auf dem die Boston Bruins mit Trainer Marco Sturm stehen. Diese Hypothek ist theoretisch zu groß, um es noch in die Playoffs zu schaffen. Theoretisch.

Selbstverständlich wird die Mannschaft von Trainer Paul Maurice bis zum Schluss alles geben und versuchen, jede Partie zu gewinnen. Man weiß ja nie. Vielleicht geht ein, zwei Teams vorne dran noch die Luft aus. Dann gilt es, selbst da zu sein und die Chance beim Schopf zu packen. Und rein rechnerisch ist bei noch 19 verbleibenden Partien für den Titelverteidiger alles drin.

Aber die Panthers sind auch realistisch. Zum dritten Mal in Folge den Stanley Cup holen, den Threepeat zelebrieren, das wird wohl nach Lage der Dinge eher nichts. Also beschränkt man sich vorerst auf die Rolle des Spielverderbers. Man versucht, andere Teams zu ärgern. „Das hoffentlich für den Rest der Saison“, meinte Tkachuk nach dem Spiel in Detroit. „Wir wollten als Gruppe gewinnen und gut spielen für die Jungs, die neben einem auf der Bank sitzen. Das ist alles, was wir gerade machen können und die restlichen 19 Spiele noch tun werden.“

FLA@DET: Tkachuk gelingt ein Dreierpack für die Panthers

Das ist den Panthers gelungen. Zum Abschluss dieser jüngsten Auswärtstour und nach vier Pleiten in Folge treten sie mit einem guten Gefühl die Heimreise an. Wobei Tkachuk mit einem Hattrick großen Anteil hatte und folgerichtig auch zum besten Spieler der Partie gewählt wurde. In der 12. Minute brachte er die Gäste nach Zuspiel von Carter Verhaeghe in Führung, als er im Slot sträflich frei gelassen wurde. Beim 1:2 (41.) nutzte er den Umstand, dass Detroit den Puck nicht klären konnte. Das 1:3 gelang ihm ins leere Tor (58.). Alex DeBrincat hatte für Detroit zwischenzeitlich mit einem Baseballtor ausgeglichen und seinen 200. Scorerpunkt im Trikot der Red Wings gesammelt.

Für Tkachuk, der in dieser Saison verletzungsbedingt erst sein 16. Spiel absolvierte, war es die 79. Partie im Trikot der Panthers mit zwei oder mehr Scorerpunkten. Damit verdrängte er Scott Mellanby von Platz sieben in dieser Rangliste der Franchisegeschichte. Ebenfalls auf Platz sieben ist er in der Franchise-Statistik, was Spiele mit zwei oder mehr Toren angeht. 17 hat er jetzt und verdrängte Nathan Horton.

Es war Tkachuks vierter Hattrick als Panther, womit er mit Aleksander Barkov und Olli Jokinen gemeinsam auf Platz drei in der Franchisegeschichte steht. Gleichzeitig war es für den US-Amerikaner der sechste Hattrick in der regulären Saison. Nur fünf seiner aktiven Landsleute haben mehr – Auston Matthews (14), Tage Thompson (9), Patrick Kane (9), Jake Guentzel (8) und Kyle Connor (7). Tkachuks Sturmkollege Eetu Luostarinen bezeichnete seinen Teamkollegen denn auch als „großartigen Anführer, auf dem Eis und abseits des Eises“.

Tkachuk selbst richtete den Blick schon mal nach vorne. „Es ist wirklich eine seltsame Saison. Wir suchen wirklich keine Entschuldigungen. Aber ein Grund dafür, warum es so gelaufen ist, sind die vielen Verletzungen. Ich verspreche, dass wir zurückkommen. Hoffentlich schon nächstes Jahr.“

FLA@DET: DeBrincat mit einem Treffer

Der General Manager ist sich dessen sehr sicher: „Ich denke, die Zukunft sieht sehr rosig aus für uns. Ich freue mich drauf und bin hungrig“, meinte Zito. Und Maurice meinte nach dem Spiel: „Wir wissen, dass wir die Teile zusammenhaben, die uns am Ende besser und stärker machen. Ob diese oder zum Beginn der nächsten Saison.“

Der zweite Spieler, der hauptverantwortlich für den Erfolg in Detroit war, stand zwischen den Pfosten. Bobrovsky zeigte sich in absoluter Playoffform. Und das, nachdem es in den vergangenen Tagen etliche Tradegerüchte um den Russen gegeben hatte. Ein paar seiner 28 Paraden erinnerten an seine spektakulären Rettungstaten in den Playoffs der vergangenen beiden Spielzeiten.

„Niemand wusste, was mit Bobrovsky passiert“, meinte Tkachuk. Es sei eine riesige Leistung, nach alldem aufs Eis zu gehen und solch eine Leistung abzurufen. „Es gibt keinen anderen Torhüter, vor dem wir spielen wollen. Er ist das Rückgrat der Mannschaft, er ist der Grund, warum wir zwei Stanley Cup Ringe haben. Er ist einer der wichtigsten Gründe, warum das Franchise da ist, wo es ist. Wir brauchen ihn, wir wollen ihn. Seine Leistung heute war unwirklich.“

Maurice zeigte sich nicht überrascht ob der Leistung seines Keepers: „Er war in der größten Drucksituation, die unser Sport zu bieten hat – ein siebtes Spiel in den Playoffs. Und er hat da top gehalten. Er hat diese großartige Fähigkeit.“

Während sich die Panthers also in der Rolle des Spielverderbers gefallen, müssen die Red Wings im Endspurt der regulären Saison noch einen Zahn zulegen. Sie haben jetzt sieben der vergangenen zehn Partien verloren. In dieser Spanne lautet das Torverhältnis bei Fünf gegen Fünf 8:20 aus ihrer Sicht. Seider, Kasper und ihre Mitstreiter machen sich jetzt ihrerseits auf eine Auswärtstour, die sie am Dienstag auch nach Florida zu den Panthers führt. Vorher müssen sie am Sonntag aber noch bei den New Jersey Devils ran. Ein kleiner Vorteil für Florida, denn die Panthers haben bis Dienstag kein Spiel mehr und können weiter an ihren Fähigkeiten als Spielverderber feilen.

Verwandte Inhalte