Blues Preview DE 9-14

Vor dem Start der NHL Preseason 2026/27 am 19. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: St. Louis Blues

Die St. Louis Blues haben in der vergangenen Saison die Stanley Cup Playoffs verpasst. Mit 86 Punkten (37-33-12) fehlten am Ende vier Zähler zur Postseason. Nach einem schwierigen Start steigerte sich das Team im Saisonverlauf deutlich und hielt damit lange die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Playoffs am Leben. Vor der neuen Saison stellt sich deshalb die Frage, ob die Blues den nächsten Schritt schaffen können.

General Manager Alexander Steen, der am 1. Juli den Posten von Doug Armstrong übernahm, kann dabei auf einen teilweise neu zusammengestellten Kader zurückgreifen. Armstrong hatte vor seinem Wechsel auf den Posten des President of Hockey Operations noch wichtige Veränderungen eingeleitet. Jordan Kyrou wurde nach Washington abgegeben. Im Gegenzug kam Connor McMichael nach St. Louis. Dazu sicherten sich die Blues Mason McTavish von den Anaheim Ducks sowie Verteidiger Brandon Carlo von den Toronto Maple Leafs.

McTavish soll vor allem mehr Tiefe auf der Center-Position bringen. McMichael erzielte vergangene Saison ebenfalls 46 Punkte und dürfte eine wichtige Rolle in den mittleren Sturmreihen übernehmen. Carlo bringt dagegen Erfahrung, Größe und defensive Stabilität mit. Der 29-Jährige soll eine Abwehr unterstützen, in der mehrere junge Spieler vor größeren Aufgaben stehen.

An Robert Thomas führt in St. Louis weiterhin kein Weg vorbei. Der Center war mit 64 Punkten (25 Tore, 39 Assists) in 64 Spielen der Top-Scorer der Blues. Dylan Holloway folgte mit 51 Punkten, während Jimmy Snuggerud ebenfalls auf 51 Punkte kam und damit eine seiner bislang besten offensiven Visitenkarten abgab.

STL@UTA: Thomas stellt auf 25 Saisontreffer

Gerade Snuggerud könnte vor einer wichtigen Saison stehen. Der junge Angreifer zeigte bereits in seiner Rookie-Saison, dass er offensiv Akzente setzen kann. Gemeinsam mit Thomas und Holloway soll er weiterhin für Gefahr sorgen. Auch Dalibor Dvorsky dürfte eine größere Rolle anstreben. Der Center erzielte in seiner ersten NHL-Saison 21 Punkte und soll sich nun weiterentwickeln.

Native Outlook: Die DACH-Spieler der Blues

Bei den St. Louis Blues ist Pius Suter der wichtigste Spieler aus dem DACH-Raum. Der Schweizer Stürmer hatte in der vergangenen Saison allerdings ebenfalls mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Ende Dezember verletzte er sich am rechten Sprunggelenk und verpasste den kompletten Januar.

STL@ANA: Suter hat das leere Tor vor sich und baut die Führung aus

Trotzdem kam Suter auf 29 Punkte (13 Tore, 16 Assists) in 64 Spielen. Seine Vielseitigkeit und seine Erfahrung machen ihn für die Blues wertvoll. Gleichzeitig dürfte die Konkurrenz im Angriff nach den Verpflichtungen von McTavish und McMichael größer werden. Suter muss sich deshalb möglicherweise mit einer Rolle in der vierten Reihe zufriedengeben.

Für den Schweizer wird es darum gehen, seine Erfahrung und sein Zwei-Wege-Spiel einzubringen. Gerade in einer Mannschaft, die zunehmend auf jüngere Spieler setzt, kann seine Routine ein wichtiger Faktor sein.

Voraussichtliche Aufstellung:

Dylan Holloway - Robert Thomas - Jimmy Snuggerud

Pavel Buchnevich - Dalibor Dvorsky - Jake Neighbours

Connor McMichael - Mason McTavish - Jonatan Berggren

Jake Neighbours - Pius Suter - Alexey Toropchenko 

Philip Broberg - Logan Mailloux

Cam Fowler - Colton Parayko

Tyler Tucker - Brandon Carlo

Joel Hofer

Jordan Binnington

Extras: Dillon Dube, Georgii Romanov, Oskar Sundqvist

Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Lars Steiner (RW) - Der Schweizer Außenstürmer ist eine der interessantesten Perspektivspieler aus dem diesjährigen NHL Draft der Blues. Steiner wurde erst in der sechsten Runde mit dem 177. Pick ausgewählt, obwohl er für die Rouyn-Noranda Huskies in der QMJHL eine beeindruckende Saison spielte. In lediglich 44 Spielen erzielte er 55 Punkte (30 Tore, 25 Assists).

Zu Beginn der Saison galt Steiner sogar als möglicher Kandidat für die ersten Runde. Eine verletzungsgeplagte Spielzeit ließ ihn im Ansehen der Scouts allerdings zurückfallen. Für die Blues könnte sich dieser Umstand nun als Glücksfall erweisen. Sollte Steiner seine offensive Entwicklung fortsetzen, könnte St. Louis mit dem späten Draft-Pick einen echten Steal gelandet haben.

In der kommenden Saison dürfte der 18-Jährige allerdings noch nicht unmittelbar um einen NHL-Platz kämpfen. Dafür ist der Weg in die beste Liga der Welt noch zu weit. Interessant wird deshalb vor allem seine weitere Entwicklung.

Auch Verteidiger Adam Jiricek gehört zu den Talenten, die bei den Blues Aufmerksamkeit verdienen. Gemeinsam mit Theo Lindstein und weiteren jungen Spielern könnte er perspektivisch beim Generationswechsel in der Defensive eine wichtige Rolle übernehmen.

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Die Blues haben im Sommer deutlich gemacht, dass sie keinen kompletten Neuaufbau planen. McTavish und McMichael sollen die Offensive sofort verstärken, während Carlo mehr Stabilität in die Defensive bringen soll. Gleichzeitig müssen die jungen Spieler den nächsten Schritt machen.

Schaue dir die Top-5-Tore der Blues aus der vergangenen Saison an

Eine gewisse Unsicherheit bleibt vor allem in der Abwehr. Philip Broberg überzeugte vergangene Saison und erzielte als punktbester Verteidiger der Blues 34 Punkte. Logan Mailloux zeigte in seiner Rookie-Saison ebenfalls gute Ansätze. Dahinter stehen mit Lindstein und Jiricek weitere junge Optionen bereit.

Im Tor soll es künftig ein echtes Tandem zwischen Jordan Binnington und Joel Hofer geben. Hofer hatte mit einer Fangquote von 91 Prozent und einer Bilanz von 24-13-5 die deutlich bessere Saison als Binnington, der auf 87,3 Prozent und eine Bilanz von 13-20-7 kam. Für St. Louis wäre es wichtig, wenn Binnington wieder zu früherer Stabilität zurückfindet.

Auch die Special Teams müssen besser werden. Das Powerplay belegte vergangene Saison mit 17,6 Prozent nur Rang 26 der NHL, das Penalty Killing mit 76,7 Prozent Rang 25. Neue Trainer für beide Einheiten sowie die zusätzlichen Qualitäten von Spielern wie Carlo und McMichael sollen hier für Verbesserungen sorgen.

Die Blues haben sich im Sommer verstärkt und gleichzeitig ihre junge Generation nicht aus den Augen verloren. Wenn Thomas und Broberg ihre Führungsrollen ausfüllen, Snuggerud und Dvorsky den nächsten Entwicklungsschritt machen und die Mannschaft von Verletzungen verschont bleibt, ist die Rückkehr in die Stanley Cup Playoffs durchaus möglich. Ein Selbstläufer wird sie in der starken Central Division allerdings nicht. St. Louis muss beweisen, dass der eingeschlagene Weg tatsächlich zurück in die Postseason führt.

Verwandte Inhalte