Schaefer Palat Pulock Islanders

Vor dem Start der NHL Preseason 2026/27 am 19. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: New York Islanders

Die New York Islanders gehen mit einem weitgehend unveränderten Kader in die neue Saison. Nach einem enttäuschenden Endspurt 2025/26 und dem Verpassen der Stanley Cup Playoffs soll nun vor allem der neue Trainer Peter DeBoer für die Wende sorgen. Der 58-Jährige übernahm das Team bereits am 5. April, vier Spiele vor dem Ende der vergangenen Saison. Nach einer Bilanz von 4-10-0 seit dem 19. März und einem 1-7-0-Schlussspurt hatte Patrick Roy seinen Job verloren. Die Islanders hoffen deshalb auf einen schnellen Effekt durch den neuen Coach.

General Manager Mathieu Darche setzte im Sommer vor allem auf Kontinuität. Mit Matias Maccelli kam lediglich ein neuer Stürmer mit dem Anspruch hinzu, die Offensive in der zweiten Reihe zu verstärken. Der 25-Jährige erzielte 2025/26 für Toronto in 71 Spielen 14 Tore und 39 Punkte. Außerdem wurden Mitchell Chaffee, Torhüter Vitek Vanecek sowie die Verteidiger Matthew Kessel und Ryan Healey verpflichtet. Dem stehen allerdings einige Abgänge gegenüber.

Besonders schwer wiegt der Abschied von Kapitän Anders Lee. Der 36-Jährige erzielte in der vergangenen Saison 19 Tore und 23 Assists in allen 82 Hauptrundenspielen und unterschrieb am 1. Juli in Utah. Auch David Rittich, Carson Soucy und mehrere weitere Ergänzungsspieler verließen New York. Der Verlust von Lee bedeutet damit nicht nur weniger offensive Produktion, sondern auch weniger Erfahrung und Führungsqualität.

Im Mittelpunkt der Islanders steht weiterhin Matthew Schaefer. Der Verteidiger wurde nach einer herausragenden Rookie-Saison einstimmig mit der Calder Trophy als bester Rookie der NHL ausgezeichnet. Seine 23 Tore machten ihn zum ersten Verteidiger seit mehr als 90 Jahren, der die Rookie-Wertung bei den Toren anführte. Der 19-Jährige könnte zudem schon bald eine noch größere Führungsrolle übernehmen. Nach Lees Abschied gilt er als Kandidat für das Kapitänsamt.

Matthew Schaefer wird bei Good Morning America mit dem Gewinn der Calder Trophy überrascht

Auch im Tor besitzt New York einen herausragenden Rückhalt. Ilya Sorokin führte die NHL 2025/26 mit sieben Shutouts, 452 Saves bei hochkarätigen Chancen und einer Fangquote von 86,4 Prozent bei solchen Situationen an. In 55 Spielen der Hauptrunde war er zudem einer der besten Torhüter der Liga und wurde am Ende Zweiter bei der Wahl um die Vezina Trophy hinter Andrei Vasilevskiy von den Tampa Bay Lightning.

Native Outlook: Die DACH-Spieler der Islanders

Bei den New Yorkern spielt aktuell kein Spieler aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz eine Rolle.

Voraussichtliche Aufstellung:

Emil Heineman - Bo Horvat - Kyle Palmieri
Calum Ritchie - Brayden Schenn - Mathew Barzal
Matias Maccelli - Jean-Gabriel Pageau - Simon Holmstrom
Ondrej Palat - Casey Cizikas - Anthony Duclair

Matthew Schaefer - Ryan Pulock
Adam Pelech - Scott Mayfield
Alexander Romanov - Tony DeAngelo

Ilya Sorokin
Vitek Vanecek

Extras:  Semyon Varlamov, Matthew Kessel, Liam Foudy

Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Victor Eklund (RW) - Der 19-jährige Schwede ist das interessanteste junge Talent, das in der kommenden Saison den Sprung in den NHL-Kader schaffen könnte. Die Islanders wählten ihn im NHL Draft 2025 an 16. Stelle. In der vergangenen Saison kam Eklund für Djurgarden in 43 Spielen auf sechs Tore und 18 Assists. Für Bridgeport erzielte er in neun AHL-Partien drei Tore und sieben Assists. Bei seinem NHL-Debüt am 14. April gegen Carolina bereitete er einen Treffer vor.

Eklund besitzt damit eine realistische Chance, bereits zum Saisonstart in New York zu bleiben. Bo Horvat bescheinigte ihm nach seinem ersten NHL-Einsatz, nicht fehl am Platz gewirkt zu haben. Für die Islanders könnte sein Durchbruch besonders wichtig werden, weil die Offensive nach Lees Abgang zusätzliche Unterstützung benötigt.

Victor Eklund NYI status report April 14

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Die Islanders brauchen 2026/27 vor allem eines: Konstanz. Der Absturz am Ende der vergangenen Saison war deutlich. New York war bis zum 4. April noch in Playoff-Reichweite, verabschiedete sich dann aber mit einer Serie von Niederlagen aus dem Rennen. Die Verpflichtung von Coach DeBoer soll nun für mehr Struktur und eine defensivere Ausrichtung sorgen.

DeBoer bringt reichlich Erfahrung mit. Er führte die New Jersey Devils und die San Jose Sharks jeweils in seiner ersten Saison zum Stanley-Cup-Finale, nachdem die Teams im Jahr zuvor die Playoffs verpasst hatten. Zudem erreichte mit Vegas nach seiner Verpflichtung das Western Conference Finale. Die Islanders hoffen nun auf einen ähnlich schnellen Effekt.

Dafür muss allerdings die gesamte Mannschaft bereit sein, den notwendigen Preis zu zahlen. Genau darauf verwies General Manager Darche bereits nach der vergangenen Saison. Nicht entscheidend sei allein, was die Spieler leisten können, sondern wozu sie bereit seien, um zu gewinnen.

Schau dir die fünf schönsten Tore der Islanders aus der Saison 2025/26 an

Im Tor haben die Islanders mit Sorokin einen klaren Pluspunkt. Schaefer könnte sich zu einem Superstar entwickeln, Pulocks Rückkehr würde die Defensive stabilisieren und Spieler wie Eklund könnten der Offensive neue Impulse geben. Mit Maccelli kommt zudem ein Stürmer hinzu, der Tempo und Scoring-Tiefe verspricht.

Trotzdem bleibt die Ausgangslage schwierig. New York belegte in der Metropolitan Division zuletzt nur Rang sechs, während die Carolina Hurricanes aus derselben Division den Stanley Cup gewannen. Der Kader wurde im Sommer nicht grundlegend verstärkt, gleichzeitig ging mit Lee ein langjähriger Kapitän verloren.

Die Islanders besitzen also durchaus die Qualität, um im Rennen um die Stanley Cup Playoffs zu bleiben. Ein Selbstläufer wird die Qualifikation allerdings nicht. Vieles hängt davon ab, ob DeBoer schnell seine defensive Struktur etablieren kann und ob die Leistungsträger gesund bleiben. Gelingt das, könnte New York den enttäuschenden Saisonabschluss vergessen machen. Andernfalls droht den Islanders eine weitere Saison, in der das vorhandene Potenzial größer wirkt als das tatsächliche Ergebnis.

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