Josi

Vor dem Start der NHL Preseason 2026/27 am 19. September bietet NHL.com/de einen detaillierten Einblick in jedes Team.

In dieser Ausgabe: Nashville Predators

Geduld gehört zweifelsohne zu den Tugenden der Predators-Klubführung. In einer Situation, in der andere vermutlich den Trainer ausgetauscht hätten, behielten die Verantwortlichen in Nashville einen kühlen Kopf und vertrauten weiter auf den Mann an der Bande. Das zahlte sich aus. Nach einem lausigen Saisonstart 2025/26 mit nur sechs Siegen und 16 Punkten aus 22 Spielen bekam die Mannschaft unter der Leitung von Coach Andrew Brunette die Kurve und hätte es beinahe noch in die Stanley Cup Playoffs geschafft. Vier Punkte betrug am Ende der Rückstand auf die Los Angeles Kings und den zweiten Wildcard-Platz in der Western Conference.

Zu den Fürsprechern von Brunette in der kritischen Phase gehörte der erfahrene General Manager Barry Trotz. Der ist zwar seit Sommer nicht mehr in dieser Funktion, sondern nur noch als Berater bei den Predators tätig, doch er dürfte auch seinen Nachfolger Chris MacFarland von den Qualitäten des Trainers überzeugt haben. Denn Brunette geht 2026/27 in seine vierte Saison in Nashville.

Die Top-5-Tore von Roman Josi in der Saison 2025/26

MacFarland kommt von der Colorado Avalanche und weiß, wie man einen Stanley Cup Champion baut. Als Assistent von GM Joe Sakic war er seit 2016 an allen wichtigen 
Personalentscheidungen beteiligt, die dem Team aus Denver im Jahr 2022 zum Titelgewinn verhalfen. Davon träumt man zwar auch in Nashville, doch der Weg dahin ist weit. Erstes Ziel muss sein, die Qualifikation für die Playoffs einzutüten und danach endlich wieder einmal die Auftaktrunde zu überstehen. Das gelang den Predators zuletzt 2018. Dreimal verpasste das Team die Postseason sogar komplett - 2023, 2025 und 2026.

Um wieder erfolgreiche Zeiten zu erleben, wurde der an sich gut bestückte Kader in der Spitze und der Tiefe noch einmal verstärkt. Aus Colorado brachte MacFarland die beiden Stürmer Ross Colton und Jack Drury mit. Von den Dallas Stars holten die Predators den Angreifer Mavrik Bourque und Verteidiger Ilya Lyubushkin. Die Liste der Neuzugänge komplettieren die Offensivkräfte Alex Kerfoot (Utah Mammoth), Adam Edstrom (New York Rangers) und Nils Hoglander (Vancouver Canucks). Ob Zufall oder nicht, fällt auf, dass der überwiegende Teil des neuen Personals von direkten Konkurrenten aus der Central Division stammt.

Bourque gilt als aussichtsreicher Kandidat für die Center-Position der Top-Reihe. Seine Mitspieler wären Linksaußen Filip Forsberg und Rechtsaußen Matthew Wood. Hoglander könnte den linken Flügel der dritten Reihe besetzen, während Kerfoot, Drury und Edstrom vermutlich zusammen die völlig neuformierte vierte Reihe bilden. Für Lyubushkin bliebe ein Platz im dritten Verteidigerpaar auf rechts an der Seite von Nicolas Hague.

Mit Erik Haula (Los Angeles Kings) haben die Predators lediglich einen namhaften Akteur ziehen lassen. Seine beiden Stürmerkollegen Zachary L‘Heureux und Fedor Svechkov wurden nach Colorado getradet. Deren Verlust lässt sich mit den Neuverpflichtungen jedoch mehr als kompensieren.
Weiterhin mit von der Partie sind Steven Stamkos und Jonathan Marchessault. Um die zwei Stürmerstars hatten sich zeitweise Trade-Gerüchte gerankt, die sich allerdings nicht bestätigten.

VGK@NSH: Stamkos mit seinem zweiten Tor des Tages

Voraussichtliche Aufstellung

Filip Forsberg - Mavrik Bourque - Matthew Wood
Steven Stamkos - Ryan O'Reilly - Luke Evangelista
Nils Hoglander - Ross Colton - Jonathan Marchessault
Alexander Kerfoot - Jack Drury - Adam Edstrom
Roman Josi - Nick Perbix
Brady Skjei - Justin Barron
Nicolas Hague - Ilya Lyubushkin
Juuse Saros
Justus Annunen

Extras: Adam Edstrom, Ozzy Wiesblatt, Joakim Kemell, Tanner Molendyk, Brady Martin

Top-Talent, auf das es zu achten gilt

Brady Martin (C) - Die Tatsache, dass er gleich nach dem NHL Draft 2025 (1. Runde, 5. Position) den Sprung in den Kader der Predators schaffte, unterstreicht das enorme Potenzial des 19 Jahre alten Mittelstürmers. Zwar wurde er nach drei Auftritten in den ersten sieben Partien zu den Minors delegiert, doch diese Maßnahme sollte ihm schlicht und ergreifend mehr Einsatzzeit verschaffen. Diese ist für die Entwicklung eines jungen Spielers enorm wichtig.

Anaheim Ducks v Nashville Predators

In der OHL gelangen ihm für Sault Ste. Marie 24 Punkte (acht Tore, 16 Assists) in 24 Begegnungen. Außerdem lief er für Milwaukee in den Calder Cup Playoffs in der AHL auf und traf einmal in drei Spielen. Martin, der im Sommer dem Vernehmen nach gut gearbeitet hat, ist durchaus zuzutrauen, durch gute Leistungen im Trainingscamp und der Preseason erneut einen Platz im Team der Predators zu ergattern.

Was eine erfolgreiche Saison ausmacht

Viel wäre bereits erreicht, wenn die Predators besser aus den Startlöchern kämen, als in den zurückliegenden zwei Spielzeiten. Denn die Fehlstarts kosteten sie letztlich jedes Mal die Playoff-Teilnahme. Die Qualifikation für die Postseason soll nach Aussage von GM MacFarland nur ein erster Schritt nach vorne sein. „Unser Ziel ist es, systematisch ein Team aufzubauen, dass in die Gelegenheit kommt, um den ganz großen Preis mitzuspielen. Diesen Prozess anzustoßen und Tag für Tag weiterzuentwickeln, ist unser Anspruch“, erklärte er. Damit setzte er die Messlatte, was in Nashville nach Abschluss der Saison 2026/27 als Erfolg oder Misserfolg eingestuft wird.

Die DACH-Spieler der Predators

Unumstrittener Anführer der Predators ist nach wie vor der Schweizer Roman Josi. Der Kapitän hat seine gesundheitlichen Probleme, die ihn einige Zeit hemmten, überwunden. In der zurückliegenden Saison führte er das teaminterne Ranking mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 24:53 Minuten an. In 68 Einsätzen brachte es der offensivstarke Blueliner auf 55 Punkte (13 Tore, 42 Assists). Damit belegte er den fünften Rang in der Scorerwertung der Predators. 24 Zähler sammelte er im Powerplay. Dieser Wert bedeutete Platz drei hinter Stamkos und Forsberg (beide 26).

Während Josi sich häufig in das Angriffsspiel einschaltet, kümmert sich Nick Perbix, sein Partner im ersten Verteidigerpaar, vornehmlich um die Absicherung nach hinten. Das Duo geht 2026/27 in die zweite gemeinsame Saison in Nashville.

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