WPG 5, STL 2

Der Weg an die Spitze der NHL ist lang und steinig. Das bekommen derzeit auch die Teams der Central Division zu spüren. Für die Mannschaften aus der Division des amtierenden Stanley Cup Siegers zeigt sich, dass die fehlende Konstanz den Sprung auf die Spitzenplätze erschwert. Lediglich zwei der acht Teams konnten aus den vergangenen zehn Partien sieben oder mehr Erfolge einfahren, fünf der Mannschaften stehen bei fünf oder weniger Erfolgen und mit den Arizona Coyotes und den Chicago Blackhawks gibt es zwei Gruppen, die sogar nur einmal in zehn Partien erfolgreich sein konnten.

Die beiden Gegenbeispiele trafen am Donnerstag aufeinander, als sich die Winnipeg Jets und die St. Louis Blues duellierten. Während in Winnipeg die Entwicklung positiv ist, knabbern die Blues an einigen hausgemachten Problemen.
Für die Jets scheint es so, als ob sie ihre Konstanz gefunden haben. Die Kanadier grüßen nach drei Erfolgen hintereinander von der Spitze der Division und rangieren auch in der Conference, bezogen auf den Punkteschnitt, auf dem ersten Rang. Im direkten Divisions-Duell gegen die Blues konnten die Jets sich einen 5:2-Erfolg sichern und unterstrichen dabei ihre Entwicklung. Aus den vergangenen zehn Matches sammelten sie sieben Erfolge und mussten sich nur dreimal geschlagen geben.

WPG@STL: Scheifele und Dubois im Zusammenspiel

"Die letzten paar Spiele waren die Besten, die er gespielt hat", rückte Jets-Trainer Rick Bowness besonders Pierre-Luc Dubois in den Fokus, der an der Konstanz der vergangenen Partien einen entscheidenden Anteil hat. "Seine Reihe war herausragend für uns. Das ist das Beste, was ich bisher von ihm gesehen habe und wir werden ihn weiter pushen, denn er kann ein dominanter Center in dieser Liga sein." Dubois verlängerte seine Punkteserie, mit zwei Treffern und einem Assist, auf sieben Partien (5 Tore, 7 Vorlagen).
Deutlich negativer reagierten die Blues auf die siebte Niederlage in den zurückliegenden zehn Matches. Das Team rutschte auf Rang sechs der Division ab und Trainer Craig Berube ließ seinem Ärger freien Lauf: "Wenn niemand zur Halle kommt und bereit ist sich richtig anzustrengen, die Beine zu bewegen, die Dinge richtig zu tun, und detailversessen und aufmerksam zu sein, dann gehen wir nirgendwo hin. Das ist es unter dem Strich. Als Trainerteam bereiten wir sie vor. Wir sagen ihnen, was sie gegen dieses Team tun müssen. Die Spieler müssen als Mannschaft raus gehen und das gelingt aktuell nicht."
Zum Schluss seiner Wutrede legte Berube den Finger noch deutlicher in die Wunde. "Wir tun nicht genug und sind nicht konstant genug. So verlierst du in dieser Liga. Es sind nicht nur ein oder zwei Spieler, es sind viele. Wenn die Spieler nicht zur Halle kommen und an die Mannschaft denken und sie an die erste Stelle stellen, dann kommen wir nicht weiter und ich sehe das aktuell nicht. Unsere Einstellung ist im Moment nicht gut."
Die Blues sind eine wahre Achterbahn-Mannschaft und das unterstreichen sie in der aktuellen Phase besonders deutlich. Aus den vergangenen neun Partien sammelten sich sieben Niederlagen an. Das 2:5 war die 15. Niederlage nach der regulären Spielzeit bei 27 absolvierten Auftritten in dieser Saison. Seit Beginn der Spielzeit 2022/23 plagen sich die Blues mit der fehlenden Zuverlässigkeit. Ein verkorkster 3-8-0-Saisonstart wurde von einer Sieben-Spiele-Siegesserie gefolgt. Es schien, als ob sich St. Louis gefangen hat, nur um anschließend wieder in ein Loch zu fallen.
Der Hauptgrund der wechselhaften Leistungen der Blues ist in der eigenen Zone zu suchen. Nur zwei andere Mannschaften kassierten mehr Gegentore als St. Louis (105). Eine deutliche Verschlechterung zur vergangenen Saison, als sie eine der Top-Ten-Defensiven stellen konnten. Am Donnerstag kassierten sie zum elften Mal in der Spielzeit fünf oder mehr Gegentore. Im gesamten vergangenen Jahr passierte ihnen das insgesamt nur 13 Mal.
In der einem sportlichen Wunder gleichenden Saison 2018/19 gelang es den Blues, nachdem sie sich zum Jahreswechsel auf dem vorletzten Platz wiederfanden, den Umschwung zu schaffen. Sie kletterten in der Tabelle nach oben, qualifizierten sich für die Stanley Cup Playoffs und gewannen am Ende den Titel. Doch auch wenn der Weg auf die Schlussrunden-Plätze aktuell noch nicht so weit ist, wie in der märchenhaften Spielzeit, scheint ein ähnlicher Verlauf sehr unwahrscheinlich.
Um den Umschwung dennoch zu schaffen, bedarf es der Einsicht der Spieler, dass der aktuelle Einsatz nicht auf dem Level ist, den es in der Liga für Erfolge braucht. "Wir lagen zu Beginn des dritten Drittels einige Tore hinten, haben die Dinge dann gut gemacht. Sie hatten bei ihrem vierten Tor Glück. Das hat uns definitiv etwas die Luft geraubt, aber wir sind drangeblieben und haben weiter alles gegeben", rückte Ryan O'Reilly eher das Positive in den Vordergrund.
Berube sah auf dem Auswärtstrip nach New York zuletzt einige Verbesserungen und hoffte, dass sich diese auch festigen würden. Am Donnerstag musste er dann ein weitere Abwärtspassage auf der Achterbahn erleben.