PIT Crosby 4-1

Beim Kampf um eine Wildcard in der Eastern Conference tun sich die Pittsburgh Penguins in der Saison 2023/24 schwer. Der Rückstand auf einen Platz, der zur Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs berechtigen würde, beträgt fünf Punkte. Auf einen können sich die Penguins aber auch in dieser Saison wieder verlassen. Kapitän Sidney Crosby liefert auch in dieser Spielzeit wieder zuverlässig und konstant ab. Beim 5:2-Sieg seiner Mannschaft gegen die New York Rangers am Montag im Madison Square Garden zeichnete Crosby alleine für drei Punkte verantwortlich und sicherte sich damit vorzeitig seine 19. NHL-Saison, in der er durchschnittlich mit mindestens einem Zähler pro Spiel zur Stelle war. Damit schloss er zu Legende Wayne Gretzky auf, dem dieses Kunststück ebenfalls 19-mal gelungen war.

Crosby schreibt Geschichte

Im Herzen von Manhattan war Crosby mit zwei Tore und einen Assist am Erfolg der Penguins beteiligt und kommt in dieser Saison auf 82 Punkte (37 Tore, 45 Assists). Die Nummer 1 des NHL Draft 2005 hat in seinen 19 Saisons in der Liga insgesamt 1.584 Punkte (587 Tore, 997 Assists) in 1.264 Spielen erzielt.
 
„Das ist cool", freute sich Crosby. „ Das war offensichtlich etwas, über das ich im Vorfeld nicht sprechen wollte. Ich wusste, dass ich näher dran war, und jedes Mal, wenn man als Spieler in solch elitäre Kreise vorstoßen kann, ist das etwas Besonderes.“

Lob gab es dafür auch vom Trainer. „Es ist bemerkenswert, so lange auf einem Spitzenniveau zu spielen, wie er es getan hat, und ich denke, dass jeder Meilenstein, den er erreicht, für sich selbst spricht", sagte Penguins-Trainer Mike Sullivan. „Ich denke einfach, dass all diese Meilensteine, die er jetzt erreicht, nur ein weiterer Beweis dafür sind, dass er einer der größten Spieler aller Zeiten ist, nicht nur seiner Generation, sondern in all diesen Kategorien zur Elite gehört."
Wie Crosby erzielte auch Gretzky in jeder seiner ersten 19 NHL-Saisons mindestens einen Punkt pro Spiel, nachdem er am 10. Oktober 1979 bei den Edmonton Oilers debütiert hatte. In seiner 20. und letzten Saison 1998/99 erzielte er 62 Punkte (neun Tore, 53 Assists) in 70 Spielen für die New York Rangers. Gretzky beendete seine Karriere mit 2.857 Punkten (894 Tore, 1.963 Assists) in 1.487 Spielen.

Crosby ist in der Geschichte der Penguins der zweitbeste Torschütze (587), Assistgeber (997) und Punktesammler (1.584) hinter Mario Lemieux (1.723 Punkte; 690 Tore, 1.033 Assists). Außerdem ist er sieben Punkte davon entfernt, Phil Esposito (1.590) auf Platz 10 der NHL-Geschichte zu überholen. „Er befindet sich da wahrhaft in elitärer Gesellschaft", befand Sullivan schon am 27. März. „Er hat in diesem Spiel so viel erreicht und dieser Meilenstein ist ein wesentlicher Teil davon.“

Neben dem Penguins-Kapitän glänzen Rust und Nedeljkovic

In New York glänzten neben Crosby in erster Linie Bryan Rust, der ebenfalls zweimal traf, und Torhüter Alex Nedeljkovic, der mit 28 Rettungstaten für die Penguins (33-30-11) zur Stelle war. Bei Pittsburgh fehlten an diesem Tag Torwart Tristan Jarry, der eigentlich in der Startformation stehen sollte, und Verteidiger John Ludvig wegen einer Erkrankung.

„Wir sind in einer Situation, in der wir jeden Sieg brauchen", resümierte Rust nach der Begegnung. „Wir sind mit vielen Unsicherheiten in das Spiel gegangen. Wir mussten heute gegen ein wirklich gutes Team und in einer Halle spielen, in der es sehr schwer ist zu gewinnen. Ich denke, wir haben einen guten Start in das Spiel erwischt und versucht, danach weiter Druck zu machen."

Lauf der Rangers unsanft beendet

Auf der anderen Seite reichten die Treffer von Kaapo Kakko und Jack Roslovic den Rangers nicht, um ihren Lauf fortzusetzen. Die Siegesserie der New Yorker riss nach zuletzt fünf Siegen hintereinander und die Saisonbilanz verschlechterte sich auf 50-21-4. Dennoch liegen die Rangers nach wie vor drei Punkte vor den Carolina Hurricanes auf Platz eins der Metropolitan Division und einen Punkt vor den Dallas Stars auf Platz eins der NHL. „Uns sind heute ein paar Fehler zu viel unterlaufen“, meinte Rangers-Stürmer Jimmy Vesey. „Das war der Unterschied in diesem Spiel, aber wir werden daraus lernen und das Blatt wenden", ergänzte er. „Es schien, als wäre es insgesamt nicht unser Abend gewesen.“

Penguins mit Blitzstart am Broadway

Der Abend begann für die Hausherren schon ungünstig. Rust brachte die Penguins nach 18 Sekunden im ersten Drittel mit 1:0 in Führung, als er einen Abpraller von Crosbys Schuss vom linken Kreis ins Tor beförderte. Crosby erzielte nach 10:39 Minuten das 2:0, als er einen Schuss von Pierre-Olivier Joseph abfälschte. Die Rangers reklamierten auf Abseits, doch die Entscheidung auf dem Eis wurde nach einer Videokontrolle bestätigt.

PIT@NYR: Joseph und Crosby im Zusammenspiel

Mika Zibanejad schien bei 3:09 des zweiten Drittels ein Tor für die Rangers erzielt zu haben, aber sein vermeintlicher Treffer wurde nicht anerkannt, weil Chris Kreider Nedeljkovic behindert hatte. „Wir haben kein gutes erstes Drittel gespielt“, befand Zibanejad. „Wir haben im zweiten Drittel dann ein paar Dinge bereinigt. Der Vorstoß im dritten Drittel kam dann ein bisschen zu spät. Aber insgesamt war das heute leider nicht unser bestes Spiel", räumte er enttäuscht ein.

Wilder dritter Spielabschnitt

Emil Bemström erzielte in der Mitte des dritten Spielabschnitts nach einem Scheibenverlust an der blauen Linie einen Konter-Treffer zur 3:0-Führung (50.). Es begann eine wilde Schlussphase. Kakko brachte die Rangers mit einem One-Timer vom rechten Bullykreis aus auf 1:3 heran (51.). Sein Schuss wurde von Nedeljkovic gestoppt, doch die Videokontrolle ergab, dass der Puck, der sich in Nedeljkovics Handschuh befand, die Torlinie vollständig überquert hatte. Roslovic traf 3:07 Minuten vor Schluss zum 2:3, doch 2:39 Minuten vor dem Ende erzielte Rust mit einem Treffer in den zu diesem Zeitpunkt bereits verwaisten Kasten der Hausherren das 4:2.

„Es sah so aus, als ob wir von Anfang an einem Rückstand hinterherlaufen würden, und das will man nie", beklagte Rangers-Verteidiger Ryan Lindgren. „Wir haben im dritten Drittel ein paar Tore geschossen, wir haben den Schwung gespürt, die Fans wurden ein bisschen lebendiger. Wir hatten die Chance, den Ausgleich zu erzielen, aber es ist einfach nicht passiert.“
Crosby setzt Schlusspunkt und krönt geschichtsträchtigen Abend

So blieb es Crosby vorbehalten, den Schlusspunkt zu setzen. 45 Sekunden vor Spielende traf er zum Endstand. Der Kapitän der Penguins hat in den letzten fünf Spielen 13 Punkte erzielt (vier Tore, neun Assists). „Das ist riesig. Ich meine, wir kennen die Umstände, also wird uns niemand bemitleiden, und man muss in Zeiten wie diesen Wege finden, was auch immer wir tun müssen, um zu gewinnen", freute sich Crosby. „Das war ein großartiger, großartiger Mannschaftssieg und etwas, auf das wir hoffentlich aufbauen können“, lenkte er nach seinem geschichtsträchtigen Abend die Aufmerksamkeit bescheiden auf seine Mitspieler.

Doch der nächste historische Tag Crosbys ist schon in Sichtweite. Er ist mit 997 nur noch drei Assists von der 1.000. Vorlage seiner NHL-Karriere entfernt. In der aktuellen Form dürfte das vermutlich nicht mehr allzu lange dauern.

Verwandte Inhalte