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Bis zum Start der NHL-Saison 2021/22 dauert es noch eine Weile. Um die Wartezeit zu verkürzen, präsentiert NHL.com/de eine Serie über die besten NHL-Spieler und -Manager des 21. Jahrhunderts.
In dieser Folge: Die zehn besten Center

Die Position des Centers zählt mit zu den anspruchsvollsten im Eishockey. Der Arbeitsbereich eines Mittelstürmers erstreckt sich über die komplette Eisfläche. Spielmacher- und Abschluss-Qualitäten zählen ebenso zu Anforderungsprofil wie Laufstärke und physische Präsenz.
Seit der Saison 2001/02 haben fantastische Center in der NHL gespielt: Ryan Getzlaf, Jason Spezza, Steven Stamkos, Claude Giroux, Joe Pavelski, John Tavares oder Jonathan Toews zählen zu diesen großen Namen, doch sie alle haben es nicht in die Top 10 des 21. Jahrhunderts geschafft.
1. Sidney Crosby
Sidney Crosby hat diese Ära geprägt wie kein anderer Mittelstürmer in der NHL: Der heute 33-jährige Kanadier bestritt im Bewertungszeitraum 1039 Spiele, schoss 486 Tore, gab 839 Assists und kam somit auf 1325 Scorerpunkte. Doch es ist nicht nur diese Ausbeute, die den 1,80 Meter großen Linksschützen so besonders macht, sondern auch seine Präsenz, seine Führungsqualitäten und sein Hockey-IQ. Seitdem Crosby im Jahr 2005 als First-Overall-Pick von den Pittsburgh Penguins gedraftet wurde, schlüpfte er in eine Führungsrolle und verhalf dem damals abgeschlagenen Franchise zu neuem Glanz.
In 15 von 17 NHL-Saisons trug Crosby das "C" auf dem Trikot. Er holte dreimal den Stanley Cup in die Stahlstadt und wurde zudem zweimal mit der Conn Smythe Trophy (Playoff-MVP), zweimal mit der Hart Trophy, dreimal mit dem Ted Lindsay Award (beides MVP der Saison), zweimal mit der Art Ross Trophy (meiste Punkte), zweimal mit der Maurice Richard Trophy (meiste Tore) und einmal mit dem Mark Messier Leadership Award (beste Führungsqualitäten) ausgezeichnet. Zudem ist Crosby Mitglied im Triple Gold Club (Olympia-Gold, WM-Gold und Stanley-Cup-Sieg).

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2. Pavel Datsyuk
Einer der besten Zwei-Wege-Center, die je in der NHL gespielt haben, ist Pavel Datsyuk. Der 43-jährige Russe ist bis heute ein Vorbild für jüngere Spieler seines Spielertyps. Im 21. Jahrhundert kam der 1,80 Meter große Linksschütze in 953 Spielen auf 918 Scorerpunkte (314 Tore, 604 Assists) sowie mit +249 auf die beste Plus-Minus-Bilanz aller Mittelstürmer in diesem Zeitraum. So verwundert es nicht, dass Datsyuks Trophäenschrank aus allen Nähten platzt: Dreimal räumte er die Selke Trophy für den besten Defensivstürmer ab, viermal gewann er die Lady Byng Trophy (Gentlemen-Auszeichnung) und zweimal den Stanley Cup mit den Detroit Red Wings. Mit der russischen Nationalmannschaft wurde er Weltmeister und Olympiasieger, was auch ihn in den Triple Gold Club brachte. Der 43-Jährige spielte zuletzt noch immer Eishockey in Russland: Für Avtomobilist Yekatarinburg in der KHL.

3. Joe Thornton
Kein Spieler sammelte im 21. Jahrhundert bislang mehr Scorerpunkte als Joe Thornton: In 1391 Spielen traf er 346-mal ins Tor, gab 1004 Assists und kam auf unglaubliche 1350 Punkte! Obwohl der 42-jährige Kanadier noch im 20. Jahrhundert als First-Overall-Pick des Drafts 1997 von den Boston Bruins ausgewählt wurde und seine ersten vier NHL-Saison damit nicht in diese Wertung einfließen, grüßt der Linksschütze punktemäßig von ganz oben.
Seine imposante Statur (1,93 Meter groß, 100 Kilogramm schwer) brachte ihm den Spitznamen "Jumbo Joe" ein. Der Linksschütze gilt als Spielmacher mit Blick für seine Mitspieler und ist aufgrund seiner Stabilität und Reichweite nur schwer vom Puck zu trennen. Thornton spielte viele Jahre für die San Jose Sharks, in der Vorsaison ging er für die Toronto Maple Leafs aufs Eis. Er gewann einmal die Hart (MVP) und einmal die Art Ross Trophy (meiste Punkte), nie jedoch den Stanley Cup. Ob er seine Karriere fortsetzen und in seine 24. NHL-Saison gehen wird, steht noch nicht fest.

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4. Henrik Sedin
Kurz vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie, im Februar 2020, zogen die Vancouver Canucks die beiden Trikots der Zwillingsbrüder Henrik Sedin (Nr. 33) und Daniel Sedin (22) unter das Hallendach der Rogers Arena. Das Duo prägte in Vancouver eine Ära und spielte stets Seite an Seite. Center Henrik war ein kreativer Zwei-Wege-Center, die in beide Richtungen hart arbeitete, gleichzeitig aber auch das Spiel machen konnte. In 1248 Spielen seit der Saison 2001/02 sammelte er 1041 Scorerpunkte (231 Tore, 810 Assists).
Im Jahr 1999 in der 1. Runde an 3. Stelle gedraftet, verbrachte der heute 40-jährige Schwede seine komplette NHL-Karriere bei den Canucks und hat sich dort ein Denkmal gesetzt. Der langjährige Kapitän gewann einmal die Hart Trophy (MVP), einmal die Art Ross Trophy (meiste Punkte) und zweimal den Leadership Award. Den Stanley Cup konnte Henrik Sedin nie gewinnen.
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5. Evgeni Malkin
Evgeni Malkin hinterließ seine Spuren bei den Pittsburgh Penguins: Nachdem er 2004 in der 1. Runde an 2. Stelle von den Penguins gedraftet wurde, kam er 2006 in die NHL und wurde zu einem der dominantesten Mittelstürmer der Liga: Dank seines harten und präzisen Schusses verbuchte er in 940 Spielen 1104 Scorerpunkte (424 Tore, 680 Assists). Trotz 1,92 Metern Körpergröße bestach der Linksschütze nie durch Physis, sondern mehr durch Technik und gute Hände. Der Vertrag des 35-jährigen Russen läuft in Pittsburgh noch ein Jahr bis 2022.

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6. Henrik Zetterberg
Die Detroit Red Wings verpassten zuletzt fünfmal in Folge die Stanley Cup Playoffs. Anfang des 21. Jahrhunderts aber zählte das Team noch zu den besten Teams in der NHL: 2002, 2008 und 2009 standen die Red Wings im Stanley Cup Finale, die ersten beiden Male gewannen sie. Ein Grund für diese dominante Ära war auch Mittelstürmer Henrik Zetterberg. Zwar verpasste der 1999 in der 7. Runde an 210. Stelle von den Red Wings gedraftete Center den Cup-Triumph 2002 denkbar knapp, sorgte aber ab der Folgesaison für Furore. In 1082 Spielen kam der heute 40-jährige Schwede auf 960 Scorerpunkte (337 Tore, 623 Assists). Beim Stanley Cup Sieg 2008 wurde er zudem MVP (Conn Smythe Trophy) und schaffte es in den Triple Gold Club. Zetterberg besaß das Komplettpaket aus Arbeitseifer, Technik, Übersicht und Spielmacherqualitäten.

7. Patrick Marleau
Die meisten Tore im 21. Jahrhundert schoss bislang? Patrick Marleau! In 1462 Spielen ließ er es 490-mal klingeln. Darunter waren rekordverdächtige 94 Siegtreffer. Hinzu kommen 538 Assists und 1028 Scorerpunkte. Mit der kanadischen Nationalmannschaft eroberte der 41-Jährige zudem zwei WM-Titel und zwei olympische Goldmedaillen. Was Marleau aber noch fehlt, ist ein Stanley Cup Sieg, der ihm weder mit seinem langjährigen Klub San Jose Sharks (1997 in der 1. Runde an 2. Stelle gedraftet) noch in späteren Jahren für die Toronto Maple Leafs oder Pittsburgh Penguins gelang. Der 1,88 Meter große Linksschütze spielte sowohl als Center als auch auf dem Flügel und galt lange Zeit als einer der schnellsten Spieler der Liga. Ob Marleau seine Karriere fortsetzen wird, ist noch unklar.

8. Anze Kopitar
2005 wurde Anze Kopitar in der 1. Runde an 11. Stelle von den Los Angeles Kings gedraftet und spielte seitdem 16 Saisons für die Kings, in den letzten sechs sogar als Kapitän. Seine Ausbeute: Genau 1000 Scorerpunkte (346 Tore, 654 Assists) in 1129 Spielen. Die Hightlights: Zwei Stanley Cup Siege, zwei Selke Trophies (bester Defensivstürmer) und eine Lady Byng Trophy (Gentleman Award). Der 33-jährige Slowene war und ist über Jahre die Triebfeder in Los Angeles, arbeitet extrem gut nach hinten mit, ist aber auch ein überragender Bully-Spieler mit guter Technik, Übersicht und Torriecher. Der Vertrag des 1,92 Meter großen Linksschützen läuft noch bis 2024.

LAK@ARI: Kopitar erzielt 1000. Punkt bei Walkers Tor

9. Patrice Bergeron
Patrice Bergeron wurde zum Gesicht der Boston Bruins und trug in der NHL bislang immer das "B" auf der Brust. 2003 wurde er in der 2. Runde an 45. Stelle von den Bruins gedraftet und startete 2005 in der NHL durch. In 18 Saisons in Boston verzeichnete er 1143 Spiele, 375 Tore, 542 Assists und somit 917 Scorerpunkte. Beeindruckend aber sind nicht nur sein Scoring, sondern auch seine Führungsqualitäten und seine Defensivarbeit. Viermal gewann der 36-jährige Kanadier die Selke Trophy (bester Defensivstürmer), überdies zwei Leadership Awards (King Clancy Trophy und Mark Messier Leadership Award). Ein Stanley Cup Sieg, ein WM-Gold sowie gleich zwei Goldmedaillen bei Olympia katapultierten den 1,85 Meter großen Rechtsschützen in den Triple Gold Club. Sein Vertrag in Boston läuft noch ein Jahr bis 2022.

PHI@BOS: Bergeron vollendet mit der Rückhand

10. Niklas Backstrom
Nicklas Backstrom ist der Motor bei den Washington Capitals. 2006 wurde der 33-jährige Schwede von den Capitals gedraftet und entwickelte sich in bislang 15 Saisons in Washington zu einen der besten Spielmacher in der Liga. Seine größte Stärke ist der Pass: Kaum ein Center bringt den Puck derart hart und präzise auf die Kelle wie der 1,84 Meter große Linksschütze. In 1011 Spielen gelangen Backstrom 980 Scorerpunkte (258 Tore, 722 Assists). 2018 wurde er Stanley Cup Sieger.