Der deutsche Torhüter ist relativ klar in seiner Analyse, vielleicht weil er viele Spiele von der Bank aus in Ruhe beobachten kann. „Wir hatten nach der Olympia-Pause etwas Probleme mit unserem Spiel“, verdeutlicht er. „Wir waren nicht sehr kompakt gestanden, die Bindung zwischen Abwehr und Sturm hat etwas gefehlt. Wir haben unser System nicht so wirklich gespielt, obwohl wir vor der Pause gut drauf waren. Jetzt spielen wir noch gegen viele starke Gegner, da wird es extrem schwer zu punkten. Da müssen wir geiles Eishockey spielen und hinten richtig dicht machen.“
In der Tat haben die Kraken nach ihrer Auswärtspartie bei den Tampa Bay Lightning am Donnerstag von elf verbleibenden Spielen noch sieben gegen Teams, die sehr wahrscheinlich in den Playoffs vertreten sein werden.
„Wir schauen eigentlich nicht so sehr auf die Gegner, sondern sollten uns auf uns konzentrieren“, erläutert Grubauer. „Wir geben einfach zu viele Chancen her. Nach der (Olympia-)Pause liegen wir auf dem letzten Platz beim Zulassen von Chancen, auch qualitativ hochwertige Chancen. Das war vor der Pause besser. Das macht es jetzt schwer. Wir spielen noch gegen offensiv sehr starke Teams, da ist das natürlich tödlich viele qualitativ hochwertige Chancen herzugeben. Denn diese Teams werden einige davon einfach verwerten. Und wenn man gegen diese Teams einem Rückstand hinterherläuft, dann kann man nicht davon ausgehen viele Punkte zu holen.“
Für Grubauer läuft es in dieser Saison wieder besser. Nach 28 Einsätzen (24 Starts) steht er bei einer Bilanz von 13-9-3 mit einem Gegentorschnitt von 2,63 und einer Fangquote von 90,9 Prozent. In den vergangenen Spielzeiten hatte der Rosenheimer wenig zum Lachen, so dass sogar viele vermuteten Seattle könnte den Vertrag im Sommer auflösen. Inwiefern zerrt das an den Nerven?
„Mein Selbstvertrauen war nie in Frage gestellt“, wiegelt er ab und bekannt zugleich deutlich: „Der Unterschied für mich ist, dass wir einen besseren Trainer mit einem System haben und ich häufiger spielen darf, als nur alle paar Wochen einmal, wenn es Back-to-Back geht. Und das ist der große Unterschied für mich.“
In Deutschland war deswegen die Hoffnung groß, Grubauer könnte neben Leon Draisaitl bei Olympia im Februar den Unterschied machen. Die klare Niederlage im Viertelfinale gegen die Slowakei löste Enttäuschung aus, doch nicht bei Grubauer, der eine klare Meinung dazu hat.
„Ich war vorher noch nie bei Olympia dabei“, erzählt er. „Von daher war es ein ereignisreiches Erlebnis im olympischen Dorf zu sein und andere Sportler von anderen Sportarten zu erleben. Auch die Vielfalt der Nationen zu sehen, die vertreten waren, war beeindruckend. Eine gute Erfahrung, die sportlich leider nicht so verlaufen ist, wie es sich andere das vorgestellt haben. Aber wir haben gekämpft bis zum Schluss und können uns diesbezüglich nichts vorwerfen.“