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Vom 15. bis 31. Mai 2026 findet in der Schweiz in Zürich und Fribourg die Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 statt. Deutschland tritt in Gruppe A an und will dort das Viertelfinal-Ticket lösen, was keine Selbstverständlichkeit ist. NHL.com/de blickt in einer WM-Vorschau auf die deutsche Nationalmannschaft, die mit drei NHL-Profis antreten wird.

Ausgangslage

Bei der Weltmeisterschaft 2025 in Schweden und Dänemark kam Deutschland nicht über die Gruppenphase hinaus und schied als Fünfter in der Gruppe B hinter der Schweiz, den USA, Tschechien und Dänemark aus. Nur drei Spiele konnten gewonnen werden - allesamt gegen Gegner, die am Ende weit hinter den Deutschen in der Tabelle standen (Norwegen, Ungarn und Kasachstan).
Für die WM 2026 hätte sich Deutschland sicher mehr Unterstützung aus Nordamerika erhofft. Doch die NHL-Superstars Leon Draisaitl (Edmonton Oilers), Tim Stützle (Ottawa Senators) und JJ Peterka (Utah Mammoth) sagten verletzt oder angeschlagen ab. Lukas Reichel (Boston Bruins) ist aufgrund seiner ungeklärten Vertragssituation - er wird im Sommer zum Restricted Free Agent (RFA) - nicht dabei. AHL-Verteidiger Maksymilian Szuber (Tucson Roadrunners) sagte aus persönlichen Gründen ab. Entsprechend besteht der Kader vor allem aus DEL-Akteuren (21 von 25 Spielern). Die meisten Nationalspieler stellen die Eisbären Berlin (sechs), Adler Mannheim (vier) und EHC Red Bull München (drei) ab.

Aus der NHL mit dabei ist das Trio Torwart Philipp Grubauer (Seattle Kraken), Verteidiger Moritz Seider (Detroit Red Wings) und Stürmer Josh Samanski (Edmonton Oilers).

Ein Quintett könnte dagegen sein WM-Debüt feiern: Torwart Jonas Stettmer (24, Eisbären Berlin), die Abwehrmänner Phillip Sinn (22, EHC Red Bull München) und Marcus Weber (33, Nürnberg Ice Tigers) sowie die Angreifer Dominik Bokk (26, Kölner Haie) und Samuel Dove-McFalls (29, Nürnberg Ice Tigers).

Tor

Mit Grubauer erhält Deutschland prominente Unterstützung aus der NHL. Der Torwart war schon bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026 bester Deutscher und soll auch bei der anstehenden Weltmeisterschaft das eine oder andere Spiel stehlen. Doch nicht nur in seiner Funktion als Goalie, sondern auch als Charakter und Führungsspieler wird der 34-jährige Rosenheimer gefragt sein. Der Stanley Cup Champion von 2018 (Washington Capitals) wurde nicht ohne Grund in Seattle zum Publikumsliebling gewählt. Als Backups steht DEL-Top-Torhüter Maximilian Franzreb (Adler Mannheim) sowie Meister-Goalie und Senkrechtstarter Stettmer bereit. Letzterer spielte überragende DEL-Playoffs.

Verteidigung

Vier von acht Verteidigern waren bei Olympia 2026 nicht dabei, ein klares Zeichen dafür, dass dieser Mannschaftsteil die Problemzone der Deutschen ist. Davon ausgenommen ist definitiv Moritz Seider (Detroit Red Wings). Der Abwehrchef dürfte erneut das „C“ für den Kapitän auf der Brust tragen und wird der Defensive Ruhe, Physis und Qualitäten im Aufbau verleihen. Zudem dürfte der 1,88 Meter große Rechtsschütze als Quarterback im Powerplay auflaufen. Mit Leon Gawanke (Adler Mannheim) und Leon Hüttl (ERC Ingolstadt) stehen zwei Offensivverteidiger im Aufgebot. Eric Mik und Kai Wissmann wurden kürzlich Deutscher Meister mit den Eisbären Berlin und dürften eine Zwei-Wege-Rolle einnehmen. Eher Defensivverteidiger sind Sinn, Fabio Wagner (München) und Weber, die vor allem Stabilität verleihen sollen.

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Sturm

Im Sturm ist Josh Samanski (Edmonton Oilers) der einzige NHLer. Entsprechend dürfte die Eiszeit im Angriff wieder ausbalancierter verteilt werden als noch bei den Olympischen Spielen Milano Cortina 2026. Aus dem „Goldenen Jahrgang 1995“ sind Domink Kahun (Lausanne HC, Schweiz), Marc Michaelis (Adler Mannheim), Frederik Tiffels (Eisbären Berlin) und Parker Tuomie (Kölner Haie) dabei. Kahun, Michaelis und Tiffels sind alles spielstarke Scorer und könnten gemeinsam die erste Sturmreihe bilden. Mit Dove-McFalls (23 Tore), Daniel Fischbuch (Iserlohn Roosters, 18 Tore) und Dominik Bokk (Kölner Haie, 17 Tore) sind drei der sechs deutschen DEL-Top-Torjäger im Aufgebot. WM-Neuling Dove-McFalls kann als Power Forward dank seiner Physis auch Bottom-Six- und Unterzahl-Rollen übernehmen. Für solche dürften auch die harten Arbeiter Alexander Ehl (Adler Mannheim), Nico Krämmer (Fischtown Pinguins), Manuel Wiederer (Eisbären Berlin), Maximilian Kastner (EHC Red Bull München) und Tuomie vorgesehen sein. Der körperlich starke Andreas Eder (Eisbären Berlin) und der technisch-beschlagene Stefan Loibl (Straubing Tigers) dürften aufgrund ihrer Offensivstärke eher in Middle-Six-Rollen schlüpfen.

Trainer

Bundestrainer Harold Kreis dürfte nach eher holprigen Olympischen Spielen 2026 angezählt sein. Immerhin ist die Erwartungshaltung ohne Draisaitl, Stützle & Co. nun deutlich geringer. Mit dem Erreichen des Viertelfinals wäre das Ziel erreicht. Mehr geht nur dann, wenn es gelingt, eine eingeschworene Einheit zu formen, die an guten Tagen auch große Nationen ärgern kann. Kreis zur Seite stehen die Assistenz-Coaches Alexander Sulzer (Trainer Fischtown Pinguins), Mark French (Trainer ERC Ingolstadt) und Rob Leask (Co-Trainer EHC Red Bull München). Interessant wird zu beobachten sein, ob das Trainerteam den bei den letzten Turnieren enttäuschenden Special Teams frische Impulse verleihen kann.

Gegner

Für Deutschland geht es direkt voll los: Mit Schwergewicht Finnland, Gastgeber Schweiz und Titelverteidiger USA sind drei der ersten vier Spiele gegen die Top-3-Teams in der Gruppe A. Zudem steht bereits am zweiten Spieltag das Duell mit Lettland an, was ein vorgezogenes Endspiel um den Viertelfinaleinzug werden dürfte. Sollte die DEB-Auswahl zur Hälfte der Vorrunde also tief in der Tabelle stehen, gilt es, die Nerven zu bewahren, denn in den verbleibenden drei Partien gegen Ungarn, Österreich und Aufsteiger Großbritannien sind die Deutschen klarer Favorit und könnten noch entsprechend aufholen.

Spielplan
15.05., 16:20 Uhr, vs. Finnland
17.05., 20:20 Uhr, vs. Lettland
18.05., 20:20 Uhr, vs. Schweiz
20.05., 20:20 Uhr, vs. USA
22.05., 16:20 Uhr, vs. Ungarn
23.05., 20:20 Uhr, vs. Österreich
25.05., 20:20 Uhr, vs. Großbritannien

Voraussichtliche Aufstellung:
Kahun -- Michaelis -- Tiffels
Dove-McFalls -- Samanski -- Bokk 
Eder -- Loibl -- Fischbuch
Krämmer -- Wiederer -- Ehl
Kastner -- Tuomie 

Wagner -- Seider
Mic -- Wissmann
Weber -- Gawanke
Sinn -- Hüttl

Grubauer
Franzreb
Stettmer

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