Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Montreal Canadiens und den Buffalo Sabres

Normalerweise wird man an seinem Geburtstag von anderen beschenkt. Zach Benson aber beschenkte sich selbst und alle, die es mit den Buffalo Sabres halten. An seinem 21. Ehrentag gelang ihm der sehenswerte Siegtreffer zum 3:2 in Spiel 4 der Zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs bei den Montreal Canadiens am Dienstagabend im Bell Centre.

Geburtstagskind Benson beschenkt sich und andere

Ein besseres Geburtstagschenk als ein Game Winning Goal, einen wichtigen Playoff-Sieg und den damit verbundenen Ausgleich in der Best-of-7-Serie (2:2) hätte sich Benson kaum selbst machen können.

„Ganz genau“, bestätigt das Geburtstagskind. „Es ist fantastisch, dass wir gewonnen haben. Ich bin begeistert.“

Benson ist erst der zweite Sabres-Spieler, der an seinem Geburtstag in den Stanley Cup Playoffs treffen konnte, und der erste seit über 50 Jahren. Der einzige andere Buffalo-Spieler war Peter McNab im Jahr 1975. In der gesamten NHL-Geschichte ist Benson der 13. Spieler, der an seinem Geburtstag ein Playoff-Tor schießen konnte. Der letzte vor ihm war David Backes am 1. Mai 2016, also vor über zehn Jahren.

BUF@MTL, GM 4: Benson kontrolliert den Puck vor dem Tor und trifft per Rückhandschuss

Das dritte Drittel war gerade einmal 4:41 Minuten alt, da spielte Josh Doan im Powerplay einen Pass von links zentral vors Tor. „Ein Wahnsinnspass von ‚Doaner‘. Mein Job war dann ein leichter, ich musste ihn nur noch reinmachen“, erinnerte sich Benson nach dem Spiel euphorietrunken an den Siegtreffer. Tatsächlich aber ging Doans Pass nicht aufs Tape, sondern etwas ungenau auf seinen rechten Schlittschuh. Benson aber reagierte gedankenschnell, verarbeitete den Puck gekonnt und traf per Rückhandsschuss zum 3:3 (45.).

„Wir hatten darüber gesprochen, dass unser Powerplay in Schlüsselmomenten gut sein muss. Genau das war es. Wir sind da rausgegangen und haben es umgesetzt“, freute sich Benson.

Ein „grandioser“ Start und ein kurioser Ausgleich

Vorausgegangen war ein guter Start mit einem frühen Führungstreffer. Der aufgerückte Sabres-Verteidiger Mattias Samuelsson ging nach einem feinen Querpass von Josh Norris auf ein Knie runter und traf per technisch anspruchsvollem Direktschuss zum 1:0 (7.).

„Ich finde, wir hatten einen grandiosen Start in das Spiel“, attestierte Buffalos Trainer Lindy Ruff. „Wir hatten uns vorgenommen, gleich von Beginn an Druck zu machen und die Zuschauer zum Schweigen zu bringen. Die ersten acht Minuten gehörten meiner Meinung nach zum besten Eishockey, das wir je gespielt haben.“

Die Sabres verdauten auch, dass Montreal das Spiel noch im ersten Drittel dank Alex Newhook (11.) und Cole Caufield (20., im Powerplay) drehte.

Ein kurioser Treffer, der weder geplant noch gewollt war, brachte Buffalo zurück ins Spiel: Tage Thompson wollte in Überzahl den Puck tief über das Glas an der linken Bande spielen. Von der Zamboni-Tür aber prellte der dieser derart kurios Richtung Tor, dass Canadiens-Torwart Jakub Dobes (19 Saves, 86,4 Prozent Fangquote) davon komplett auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Über Dobes Schlittschuh fiel die Scheibe zum 2:2 ins Tor (28.).

BUF@MTL, GM 4: Thompson spielt den Puck tief, doch der Abpraller vom Glas landet im Tor

„Er wollte den Puck natürlich tief spielen. Solche Abpraller braucht es in den Playoffs. Zu diesem Zeitpunkt war es ein wichtiger Treffer für uns“, sagte Benson. „Der Glaube ist in unserer Kabine nie verloren gegangen. Wir sind da rausgegangen, haben unser Spiel gespielt und den Sieg eingefahren. Es war ein wichtiger Erfolg für unsere Mannschaft.“

Torwartwechsel als psychologischer Kniff

„Ich wusste nicht, dass der Puck in der Ecke genau so abprallen würde“, war auch Buffalos Starter Ukko-Pekka Luukonen (28 Saves, 93,3 Prozent Fangquote) überrascht. „Manchmal leistet unser Torwarttrainer in diesen Hallen gute Arbeit, indem er die Ecken im Blick behält und die Abpraller einschätzt, aber letztendlich weiß man nie, wann so etwas passiert. Das gehört zum Eishockey dazu. Manchmal hat man Glück, manchmal nicht.“

Luukonnen hatte seit Spiel 2 der Ersten Runde gegen die Boston Bruins nicht mehr gespielt und seinen Stammplatz an Alex Lyon verloren. Nun holte Ruff den 27-jährigen Finnen zurück zwischen die Pfosten.

„Er war ein großartiger Teamkollege. Er ist jemand, der den anderen dazu anspornt, gut zu spielen, und der extrem hart gearbeitet hat, weil er wusste, dass seine Chance kommen würde“, erklärte Ruff. „Als ich vor fünf, sechs Tagen mit ihm sprach, sagte ich: ‚Deine Zeit wird kommen, du musst bereit sein.‘ Ein tolles Gespräch, und er hat sich für Lyon gefreut. Es geht darum, wie diese Mannschaft bisher war. Es geht mehr ums Gewinnen. Es spielt keine Rolle, wer die Siege einfährt. Lasst uns einfach Eishockeyspiele gewinnen.“

Genau das tat Luukkonen, der einer verunsicherten Defensive nach hohen Niederlagen in den Spielen 2 (1:5) und 3 (2:6) neue Stabilität verlieh.

„Er ist ein Hund. Wir hatten alles Vertrauen der Welt in ihn. Das haben wir in alle unsere Torhüter“, so Benson. „‚Uppie‘ hat heute ein paar wichtige Paraden gezeigt, die wir in Schlüsselmomenten gebraucht hatten. Ihm gebührt das ganze Lob. Er ist der Hauptgrund dafür, dass wir heute mit einem Sieg aus dieser Arena spazieren.“

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