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Vom 15. bis 31. Mai findet die IIHF Weltmeisterschaft 2026 in der Schweiz statt. Spielorte sind Zürich und Fribourg. Gastgeber Schweiz trifft in der Gruppe A auf Erzrivalen Deutschland, die USA, Finnland, Lettland, Österreich, Ungarn und Großbritannien. Alle Spiele dieser Gruppe werden Swiss Life Arena in Zürich ausgetragen.

Nach zwei Finalteilnahmen und jeweils einem zweiten Platz in den Jahren 2024 und 2025 zählt die Nati erneut zu den Mitfavoriten auf den Titel. NHL.com/de hat den Kader unter die Lupe genommen und präsentiert eine mögliche Startaufstellung für den WM-Beginn und eine Analyse der einzelnen Mannschaftsteile.

Das voraussichtliche Lineup der Schweiz:
Theo Rochette – Nico Hischier – Timo Meier
Sven Andrighetto – Denis Malgin – Pius Suter
Nino Niederreiter – Calvin Thürkauf – Christoph Bertschy
Simon Knak – Ken Jäger – Damien Riat
Roman Josi – Dominik Egli
J.J. Moser – Tim Berni
Dean Kukan – Christian Marti
Leonardo Genoni
Reto Berra

Ersatzleute: Nicolas Baechler, Attilio Biasca (Sturm), Lukas Frick, Sven Jung (Verteidigung), Sandro Aeschlimann (Tor)

Stürmer:

Die Offensivpower der Schweiz ist beeindruckend und für die Konkurrenz in der Gruppe durchaus furchteinflößend. Der überwiegende Teil der nominierten Stürmer spielt entweder in der NHL oder hat eine Vergangenheit in der höchsten Klasse Nordamerikas vorzuweisen. Center Nico Hischier und Rechtsaußen Timo Meier (beide New Jersey Devils) sind in der Topreihe gesetzt. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Kevin Fiala (Los Angeles Kings) gilt es noch den passenden Mann für die linke Seite zu finden. Eine Option für diesen Posten wäre Theo Rochette (Lausanne HC), eine andere Nino Niederreiter (Winnipeg Jets).

In der zweiten Formation befindet sich ebenfalls ein eingespieltes Duo mit Sven Andrighetto und Denis Malgin (beide ZSC Lions). Beim 6:1-Triumph im letzten Testspiel gegen Tschechien komplettierte Pius Suter (St. Louis Blues) diese Linie. Deshalb spricht viel dafür, dass dies auch beim WM-Auftakt am Freitagabend gegen die USA der Fall sein wird.

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Eine dritte Reihe mit Niederreiter, Calvin Thürkauf (HC Lugano) und Christoph Bertschy (Fribourg-Gottéron) würde über Qualitäten auf beiden Seiten der Eisfläche verfügen. Das Trio Simon Knak (HC Davos), Ken Jäger und Damien Riat (beide Lausanne HC) wird wohl wie bei den Olympischen Winterspielen die Shutdown-Reihe bilden.

Verteidiger:

Die Defensive verfügt ebenfalls über eine Menge Erfahrung und ist durch ihre Teilnahme an vielen internationalen Turnieren in den vergangenen Jahren kampferprobt. Der uneingeschränkte Anführer des Teams – nicht nur an der blauen Line – ist Roman Josi (Nashville Predators). Dominik Egli (Frölunda HC) dürfte mit ihm nach Lage der Dinge das erste Verteidigerpaar bilden.

J.J. Moser (Tampa Bay Lightning) hat eine starke NHL-Saison hinter sich. Er kann Josi bei dessen Führungsaufgaben entlasten. Tim Berni (Genève-Servette HC) oder Sven Jung (HC Davos) bieten sich als Partner für Moser an.

Das Duo Dean Kukan und Christian Marti (beide ZSC Lions) vervollständigt die Abwehrabteilung. Die beiden sind durch ihre gemeinsamen Auftritte in der National League eingespielt und haben auch in der Vorbereitung gezeigt, dass sie gut miteinander harmonieren.

Torhüter:

Bei den bedeutenden internationalen Turnieren in der Vergangenheit war Leonardo Genoni (EV Zug) stets die Nummer 1. Daran wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei der Heim-WM nichts ändern. Mit Reto Berra (Fribourg-Gottéron) und Sandro Aeschlimann (HC Davos) stehen zwei exzellente Backups parat. Beide könnten Genoni jederzeit vertreten, ohne dass damit eine Schwächung eintreten würde.

Special Teams:

In dieser Hinsicht braucht sich die Schweiz vor den großen Nationen nicht verstecken. Im Gegenteil: Das Powerplay und das Penalty Killing könnten diesmal der Schlüssel zum Gewinn des langersehnten Weltmeistertitels werden. Eine denkbare erste Überzahleinheit mit Josi als Scheibenverteiler an der blauen Linie, Hischier und Malgin auf den Halbpositionen rechts und links sowie Pius Suter und Meier oder Niederreiter in der Box sind eine Formation zum Zunge schnalzen.

Gleiches gilt für das Quartett, dass in Unterzahl Gegentore verhindern und auch den ein oder anderen Nadelstich nach vorne setzen soll. Hischier als Zwei-Wege-Stürmer von Weltklasse und herausragender Bullyspieler, die physisch starken Forechecker Niederreiter und Bertschy sowie Moser als Schussblocker und Marti als kompromissloser Abräumer vor dem eigenen Gehäuse sind die fünf heißesten Kandidaten für den Job in der ersten Penalty-Killing-Unit.

Trainer:

Ausgerechnet an dieser wichtigen Stelle tat sich wenige Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft im eigenen Land eine gewaltige Baustelle auf. Der langjährige Nationaltrainer Patrick Fischer, der nach zehn Jahren im Amt mit einem erfolgreichen Heimturnier abtreten wollte, musste im April vorzeitig gehen. Der Verband sah sich zu seiner Entlassung gezwungen, nachdem bekannt wurde, dass Fischer mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Winterspielen 2022 nach Peking gereist war.

Die Nachfolge als Cheftrainer trat sein Assistent Jan Cadieux an, so wie es eigentlich für nach der WM geplant war. Anlaufschwierigkeiten sind deshalb nicht zu erwarten. Spieler und Coach sind bestens miteinander vertraut, was das System und das Zwischenmenschliche betrifft.

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