Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Colorado Avalanche und den Minnesota Wild

Die Colorado Avalanche steht im Western Conference Finale 2026! In Spiel 5 der Zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 gelang dem Team aus Denver eine unglaubliche Aufholjagd. Trotz eines 0:3-Rückstands nach dem ersten Drittel gewann Colorado am Ende mit 4:3 n.V. gegen die Minnesota Wild. Die Helden des Abends hießen Nathan MacKinnon, der bei gezogenem Torwart den späten Ausgleich besorgte, und Brett Kulak, dem der Serien-entschiedende Siegtreffer in der Overtime gelingen sollte.

Unerwarteter OT-Held: Kulak löst das Ticket

„Das ist wahrscheinlich das beste Comeback, das ich je erlebt habe“, sagte MacKinnon nach dem Spiel. „Die Halle war heute besonders. Es war so laut. Darum spielst du dieses Spiel, für genau solche Momente, die Begeisterung, als ‚Kully‘ getroffen hat. Das war einfach ein richtig cooler Moment für jeden.“

Sein Trainer, Jared Bednar, formulierte es etwas anders. Der Avalanche-Headcoach empfand den wilden Ritt am Mittwochabend in der Ball Arena als „das stressigste Comeback, das ich je erlebt habe. Ich wünschte, wir hätten einen leichteren Weg gefunden. Das war schon eine ganz schöne Herausforderung. Man muss ihnen Anerkennung zollen. Ich hatte das Gefühl, dass es im Spiel einige Momente gab, in denen wir etwas am Boden waren, aber wir hatten genug Spieler, die optimistisch und positiv waren, an uns glaubten und die anderen sozusagen ein bisschen mitgerissen haben. Es war sicher nicht jedermanns bestes Spiel, das steht fest. Aber genau darum geht es in einem Team: Man spornt sich gegenseitig an und findet einen Weg. Es war ein harter Kampf, aber wir haben es geschafft.“

Das Ticket fürs Western Conference Finale löste mit Brett Kulak ein Verteidiger, dessen Stärken eigentlich nicht im Toreschießen liegen. In 663 NHL-Spielen landete der 32-jährige Kanadier 29 Tore, in vorausgegangenen 106 Playoff-Partien deren drei. An diesem Abend aber spielte Kulak das Zünglein an der Waage.

Martin Necas hatte 3:52 Minuten in der Overtime das gegnerische Gehäuse umkurvt und dann quer auf Kulak gelegt, dessen Direktabnahme in der gähnend offenen rechten Torhälfte zum 4:3 n.V. einschlug (64.).

MIN@COL, GM 5: Hört euch fünf verschiedene Kommentare von Kulaks OT-Winner an

„Wir haben auf dem Momentum aus dem dritten Drittel aufgebaut und es mit in die Verlängerung genommen. Wir sind gut geskatet, haben viel Zeit in der Offensivzone verbracht. ‚Marty‘ hat den Puck nach vorne getragen und sich in der Angriffszone gut bewegt. Ich konnte mich einfach in eine freie Lücke auf der anderen Seite schieben. Er hatte eine gute Übersicht und hat den Puck genau an die richtige Stelle gespielt, damit ich einen guten Schuss abgeben konnte“, erinnert sich Kulak. „Ich meine, man träumt natürlich immer davon, aber als der Spieler, der ich bin, bin ich nicht der Typ, auf den alle von der Bank aus schauen und sagen: ‚Okay, geh raus und hol den Sieg für uns.‘ Es war gut. Es war eine harte Serie. Das ist eine gute Mannschaft da drüben. Für mich ist das ganz sicher ein besonderes Tor in meiner Karriere.“

Minnesota startet wild

Angefangen hatte dieser Hockey-Abend aber ganz anders. Minnesota dominierte das erste Drittel und ging bereits nach 34 Sekunden in Führung, als Marcus Johansson vom linken Faceoff-Kreis zum 1:0 traf (1.). Colorado konnte den Sturmlauf nicht stoppen. Der deutsche Wild-Stürmer Nico Sturm servierte vom linken Flügel vors Tor, wo Nick Foligno per Rückhand-Tip-in-Tunnel auf 2:0 stellte (12.). Sturm war erneut im Mittelpunkt, als er den Rebound auf einen eigenen Torschuss zurückbekam und mit viel Auge quer zu Foligno legte, der aus der Nahdistanz zum 3:0 einschob (16.).

MIN@COL, GM 5: Sturm legt im Fallen quer zu Nick Foligno, der ins halbleere Tor einschiebt

Bednar reagierte in der ersten Pause, ließ Starter Mackenzie Blackwood (zehn Saves, 76,9 Prozent Fangquote) in der Kabine und schickte fürs zweite Drittel Scott Wedgewood (sieben Saves, 100 Prozent) zwischen die Pfosten. Auch gab er seiner Mannschaft die richtigen Worte mit auf den Weg.

„Ja, aber ich werde es euch nicht verraten“, so Bednar. „Es war nichts Verrücktes. Ich habe nur versucht, eine Botschaft zu vermitteln, die verdeutlicht, wo für uns der Anfang liegt.“

Das Monster-Comeback

Diese fand die Avalanche ab dem zweiten Drittel. Colorado spielte einerseits klinisch in der Defensive, ließ im zweiten Drittel nur drei, im dritten Drittel vier und in der Overtime keinen einzigen Torschuss mehr zu. Vorne sorgte zweimal das gleiche Muster für den Anschluss: Schuss von der blauen Linie, Abfälscher, Tor. So gesehen bei Brent Burns und Parker Kelly (32.) sowie bei Jonathan Toews und Jack Drury (57.).

„Es war ein schwieriger Start in den Abend, aber das Gute daran war, dass wir schon früh in Rückstand geraten waren und noch Zeit hatten, wieder heranzukommen“, sagte MacKinnon. „Es war noch nicht zu spät für eine Aufholjagd. Wir dachten uns, dass es für einen Gegner schwierig sein würde, lange gegen uns in Führung zu bleiben. Wir haben Vertrauen in unser Spiel. Wir konnten den Schwung aufnehmen. Wir mussten nur die ersten zehn Minuten überstehen. Sie haben uns ordentlich unter Druck gesetzt. Das hat Spaß gemacht. Richtig viel Spaß.“

Eben dieser MacKinnon war es, der 1:23 Minuten vor der Schlusssirene den so wichtigen Ausgleich besorgen sollte. Der 30-jährige Kanadier stand am linken Faceoffpunkt, guckte Wild-Torwart Jesper Wallstedt (30 Saves, 88,2 Prozent Fangquote) aus und jagte den Puck knapp neben dessen Kopf unter die Latte zum 3:3 (59.).

MIN@COL, GM 5: MacKinnon findet eine Lücke und gleicht spät zum 3:3 aus

„Ich habe eine kleine Lücke gesehen und habe den Puck dahingeschossen. Es läuft nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Ich bin froh, dass es diesmal geklappt hat“, atmete MacKinnon durch und genoss das Bad in den Wellen der Begeisterung, die von den Rängen aufs Eis schwappte. „Ich konnte es fühlen, hören. Das war cool. Richtig cool. Die Fans waren in den gesamten Playoffs fantastisch.“

Es war der späteste Ausgleichtreffer der Franchise-Geschichte in einem Spiel, das sich am Ende als Serien-entscheidend herausstellen sollte. Zuvor hielt Greg De Vries diesen Rekord (58:28; Spiel 6 des CQF 2003). MacKinnon verlängerte seine persönliche Tore-Serie damit auf sechs Spiele und erzielte in seiner Karriere in 46,2 Prozent seiner Playoff-Spiele mindestens ein Tor (48/104), was der drittbeste Wert der NHL-Geschichte ist - gleichauf mit Craig Simpson (31/67; 46,2 Prozent) und hinter Mario Lemieux (58/107; 54,2 Prozent) und Mike Bossy (60/129; 46,5 Prozent).

Vegas oder Anaheim im Western Conference Finale?

Mit der Avalanche ist der erste von zwei Teilnehmern am Western Conference Finale gefunden. In der anderen West-Serie zwischen den Vegas Golden Knights und den Anaheim Ducks steht es 3:2.

„Ich denke, wir sollten jetzt unser Augenmerk verstärkt darauf richten“, so Kulak. „Die Playoffs sind ein langer, zermürbender Kampf, und man muss sich ganz auf das Wesentliche konzentrieren. Für uns stand in den letzten Tagen nur Minnesota im Mittelpunkt. Jetzt können wir uns etwas ausruhen und unsere Aufmerksamkeit auf beide Teams richten, um zu sehen, wie sich diese Serie entwickelt.“

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