Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Vegas Golden Knights und den Anaheim Ducks

Die Vegas Golden Knights sind einen großen Schritt in Richtung Western Conference Finale gegangen und haben am Dienstagabend in der T-Mobile Arena Spiel 5 in der Zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 mit 3:2 n.V. gegen die Anaheim Ducks gewonnen. Nach einem Helden musste nicht lange gesucht werden: Pavel Dorofeyev verletzte sich bei einem geblockten Schuss, kehrte aber zurück, avancierte zum Doppelpacker und Siegtorschützen in der Overtime.

Das Drama in drei Akten

Es gibt Geschichten, die schreibt nur der Sport. Und das aus gutem Grund. Würde ein Autor einem Roman eine solche Handlung verpassen, würde ihm Kitsch oder Übertreibung vorgeworfen werden. Doch die Geschichte von Pavel Dorofeyev ist an diesem Dienstagabend in Las Vegas tatsächlich so passiert.

Der erste Akt: Die Golden Knights liegen aufgrund eines Abstaubers von Anaheims Beckett Sennecke mit 0:1 zurück (13., im Powerplay) und drängen bei eigener Überzahl auf den Ausgleich. Der Puck ist im Offensivdrittel schon verloren, doch Dorofeyev setzt nach, erobert die Scheibe, startet ein Super-Solo, dreht zum Tor und trifft mit einem präzisen Schuss in den linken Winkel (17.).

„Das war nichts Besonderes. Das passiert normalerweise, wenn du jemanden den Puck klaust. Das ist einfach nur mein Job“, kommentierte der 25-jährige Russe seinen sechsten Playoff-Treffer.

ANA@VGK, GM 5: Dorofeyev fasst einen abgefälschten Querpass aus der Luft ab und erzielt den OT-Winner

Der zweite Akt: Im zweiten Drittel blockt Dorofeyev einen gegnerischen Schuss mit der Innenseite des Knies. Er ist verletzt und verschwindet zunächst für weitere Behandlungen in der Kabine. Ein paar Wechsel später aber ist einer von Vegas Top-Spielern zurück.

„Man könnte es als Verletzung bezeichnen. Ich habe einfach einen Schuss geblockt. Das ist der schwere Teil meines Jobs. Aber es tut mehr weh, wenn du diesen Schuss nicht blockst“, so Dorofeyev. „Ich habe mich gesammelt und bin aufs Eis zurückgekehrt.“

Der dritte Akt: Ein Tunnel per eingesprungenem Rückhand-Abstauber von Tomas Hertl zum 2:1 für die Golden Knights (45.) sowie der späte Ducks-Ausgleich durch Olen Zellweger (57.) ließen den Spannungsbogen nach oben schnellen. Nach 60 Minuten geht es beim Stand

von 2:2 in die Verlängerung. Bei 4:10 Minuten spielt Jack Eichel einen Querpass vor dem gegnerischen Tor, der nach oben abgefälscht wird. Am zweiten Pfosten hat sich Dorofeyev in Stellung gebracht, schwingt seinen Hockeyschläger voll durch und donnert den Puck aus der Luft zum 3:2-Siegtreffer unter die Latte. In der T-Mobile Arena fliegt gefühlt das Dach weg.

„Um ehrlich zu sein, kann ich gar nicht sagen, was da passiert ist. Ich habe einfach den Puck gesehen und mit dem Schläger danach geschlagen, zum Glück ist er reingegangen“, beschreibt Dorofeyev sein Goldenes Tor, das ihn zum Helden des Abends macht.

Erfahrung trägt Vegas in diesen Momenten

„Der Puck scheint ihm einfach zu folgen. Er redet nicht viel. Er geht einfach raus und spielt“, sagt Vegas-Trainer John Tortorella über Dorofeyev. „Er ist ein guter Zwei-Wege-Spieler. Nicht nur er, sondern das ganze Team hat heute Abend eine hervorragende Leistung gezeigt. Ich bin stolz auf die Mannschaft.“

„Ein großartiges Spiel von ‚Pav‘“, attestierte auch Golden Knights-Verteidiger Rasmus Andersson. „Ich glaube, jeder, der unsere Spiele verfolgt, weiß, dass er ein Elite-Torjäger ist. In den Playoffs muss man manchmal einen Schuss fressen oder einen Check einstecken - und das war ein großartiger Block von ihm. Dann zurückzukommen und den Siegtreffer in der Verlängerung zu erzielen, das ist einfach großartig. Es sind solche großen Spielzüge, die zu großen Momenten führen.“

Um in genau diesen Momenten auch nervlich bestehen zu können, hat Vegas eine Mannschaft mit viel Erfahrung gebaut.

„Wir haben jede Menge davon, oder?“, stellt Tortorella eine rhetorische Frage. „Darauf kann man sich verlassen. Ich bin mir nicht sicher, was besser ist: Erfahrung oder Jugend, wenn man keine Ahnung hat, was vor sich geht, und man den Druck nicht versteht, weil man ihn einfach nicht kennt. Wir sind ein erfahrenes Team. Wir sind eine Mannschaft aus Routiniers, und darauf verlassen sich unsere Jungs. Nach einem Sieg ist es leicht, darüber zu reden, aber selbst, wenn wir verlieren, mache ich mir keine Sorgen um die Mannschaft. Ich muss da nicht eingreifen. Das ist das Vertrauen, das wir in sie haben, und, was noch wichtiger ist, das Vertrauen, das sie untereinander haben.“

ANA@VGK, GM 5: Dorofeyev gleicht mit einem Super-Solo im Powerplay aus

Wenn kein Moment zu groß ist…

Mit diesen Voraussetzungen wollen die Golden Knights in den Monaten April, Mai und Juni wieder die beste Show in Las Vegas sein.

In der Best-of-7-Serie führt Vegas mit 3:2 und braucht nur noch einen Sieg zum Einzug ins Western Conference Finale. Spiel 6 steigt am Donnerstag (9:30 p.m. ET; Freitag, 3:30 Uhr MESZ) im Honda Center in Anaheim.

Die Golden Knights wollen auch diese Bühne entsprechend bespielen und hoffen auf das nächste große Spektakel, die nächste nervenzerreißende Vorstellung.

„Das sind diese großen Momente, richtig?“, taucht Andersson voll ein. „Es ist Verlängerung. Die einfache Antwort lautet: Das nächste Tor entscheidet. Ich glaube, wir sind da eine eingespielte Truppe, und viele Spieler haben das schon erlebt, waren sehr erfolgreich und haben gewonnen. Sie übernehmen normalerweise die Führung. Wir sind sehr zuversichtlich, wenn wir in die Overtime gehen, behalten die Ruhe und versuchen, die Dinge zu vereinfachen. Normalerweise sind Tore in der Verlängerung nicht die schönsten. Es sind die Abpraller, Abfälscher, Schüsse mit Sichtbehinderung oder von der blauen Linie. Wir

versuchen einfach, auf dem Eis ruhig zu bleiben und einfach Wechsel für Wechsel zu arbeiten. Wir sind eine erfahrene Mannschaft, und wir haben das Gefühl, dass kein Moment zu groß ist.“

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