"Letztes Jahr waren wir im Stanley-Cup-Finale und es war schmerzhaft, zu verlieren. Heute war es sogar noch schmerzhafter. Das hat wirklich wehgetan", gab Gallant einen Einblick in sein Innerstes. Auch Stürmer Max Pacioretty konnte das gerade Erlebte nicht verkraften: "Diese Niederlage wird ein stechender Schmerz sein. Wir dachten, dass wir gut genug gespielt hätten, um diese Serie zu gewinnen. Wir wissen, dass es in den Playoffs auf ein oder zwei Szenen ankommen kann. Dieses Aus wird nur schwer zu verdauen sein."
Tatsächlich konnte sich die Truppe aus Nevada nur wenig vorwerfen lassen. Die Offensive lief heiß und erzielte mit 25 Treffern die meisten unter allen Playoff-Teilnehmern. Das Powerplay klickte mit 27,6 Prozent Erfolgsquote. Und auch auf das Penalty Killing war Verlass, bis zu Eakins Strafe und dem plötzlichen Momentum-Wechsel. Die Taktik war bis in die Haarspitzen verinnerlicht. Mit aggressivem Forechecking wurde der gegnerische Aufbau empfindlich gestört und Fehler erzwungen. Auch in der neutralen Zone agierte das Franchise aus "Sin City" meist clever und schlug dann zu. Hinzu kam eine eiskalte Chancenverwertung von 10,2 Prozent.
Überhaupt nichts vorwerfen lassen, konnte sich Vegas in Sachen Arbeitsethik: Die Golden Knights teilten mit Abstand die meisten Checks aus (326, 46,6 Hits pro Spiel) und blockten die meisten Schüsse (156, 22,3 Blocks pro Partie). So verwundert es nicht, dass sich das Erstrunden-Aus schmerzhaft anfühlt.
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Trotz der ersten Enttäuschung kann Vegas hoffnungsvoll in die Zukunft blicken: Die Top-Reihe um Jonathan Marchessault, William Karlsson und Reilly Smith lieferte auch im zweiten gemeinsamen Jahr zuverlässig hab. Hinzu kam in den Playoffs eine ebenbürtige Reihe mit Pacioretty, Reilly Smith und Mark Stone, die zusammen 31 Scorerpunkte (13 Tore, 18 Assists) sammelte. Eine Bestätigung für die gute Teamchemie bei den Golden Knights, immerhin stießen Pacioretty und Stastny im Sommer und Stone erst kurz vor der Trade Deadline hinzu. Umso überraschender, dass diese Kombination derart gut harmonierte und produktiv agierte.
Mit besagten zwei Linien verfügen die Golden Knights über gleich zwei durchschlagskräftige Reihen und haben noch eine Menge Talent dahinter: Alex Tuch (22) ist schon jetzt ein kompletter Stürmer, William Carrier (24) ging den Sharks voll unter die Haut und mit Nikita Gusev (26) wurde der KHL-Top-Scorer (62 Spiele, 17 Tore, 65 Assists und 82 Scorerpunkte) unter Vertrag genommen. Der Russe steht ab Sommer genauso wieder zu Verfügung wie der so wichtige Center Erik Haula (28), der in den Playoffs verletzt nicht zum Einsatz kam (Knie-OP).