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Rivalen zeigen vor den Playoffs ihre Klasse

Obwohl es sportlich nicht mehr um so viel ging, setzten die Capitals und die Lightning ein Ausrufezeichen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Viele Teams kämpfen immer noch verbissen um einen Platz in den am 10. April beginnenden Stanley Cup Playoffs. Für andere Mannschaften geht es in erster Linie um eine möglichst günstige Ausgangsposition in der Setzliste. 

Dass es nicht immer vordergründig sportlich um sehr viel gehen muss, damit sich eine intensive Begegnung entwickeln kann, das bewiesen am Mittwoch die Tampa Bay Lightning und die Washington Capitals in der Capital One Arena der US-Hauptstadt.

Tampa Bay hatte sich als mit weitem Abstand punktbestes Team der gesamten Liga die Presidents' Trophy schon am Montag vorzeitig reserviert. Hierdurch können sich die Lightning in der KO-Phase durchgängig sicher sein, in einem möglicherweise anstehenden siebten Spiel einer Serie, auf den Heimvorteil setzen zu können.

 

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Auch die Capitals haben als aktuelles Top-Team der Metropolitan Division beste Aussichten, es nicht nur als Titelverteidiger in die Playoffs zu schaffen, sondern dies zudem mit einer sehr guten Position zu realisieren.

Was demnach die tabellarische Ausgangslage für einen relativ entspannten Eishockeyabend hätte sein können, das hatte genau das Gegenteil zur Folge. 

Beide Mannschaften lieferten sich ein wahrhaft episches Duell auf dem Eis, das am Ende äußerst knapp mit einem 5:4-Erfolg nach Verlängerung für die Lightning endete. Victor Hedmann traf in der zweiten Minute der Extraschicht zum Sieg für die Gäste. 

Video: TBL@WSH: Hedmans Rückhandtor zum OT-Sieg

Ein Resultat, durch das die Capitals, mit immerhin einem gewonnenen Zähler, ihre Führung in der Division gegenüber den New York Islanders auf drei Punkte ausbauen konnten, wobei Washington ein Spiel mehr absolviert hat. 

Tampa Bay seinerseits sicherte sich den sechsten Erfolg in Serie und liegt durch diesen lediglich noch fünf von den Detroit Red Wings der Saison 1995/96 entfernt, die mit damals insgesamt 62 Hauptrunden-Siegen das bis heute erfolgreichste Team der Ligageschichte in dieser Kategorie sind. Die Lightning haben acht weitere Spiele zur Verfügung, um diese historische Bestmarke einzustellen, oder gar zu übertreffen.

Die Tatsache, dass sich diese beiden Rivalen eine dermaßen packende Begegnung lieferten, die in Sachen Intensität und Tempo an ein Playoff-Spiel erinnerte, zeigt eindrucksvoll, wie sehr es in dieser Saisonphase für viele Beteiligte darum geht, ein Zeichen an die Konkurrenz zu setzen. Die Protagonisten bewiesen der Eishockeywelt, dass mit ihnen vollauf zu rechnen ist, wenn es in Sachen Stanley Cup im April so richtig ernst wird. 

Die 54 erfolgreichen Paraden, die Torhüter Andrei Vasilevskiy zum neuen Franchise-Rekord für Tampa Bay ablieferte, waren ein weiteres Zeichen für diese Verbissenheit, mit der um den Sieg gerungen wurde. 

 

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"Die wichtigste Erkenntnis des heutigen Abends ist für mich, dass unser Team bis zum Schluss alles abgerufen hat, niemals aufgegeben hat und am Ende dafür auch mit einem Zähler belohnt wurde", lobte dementsprechend Washingtons Trainer Todd Reirden die engagierte Leistung seines Kaders. "Ich bin stolz auf die Mannschaft!"

Mit 58 Torschüssen lieferte die Offensive seiner Auswahl zugleich einen neuen Klubrekord ab, was die Intensität und das Engagement auf dem Spielberichtsbogen ebenfalls verdeutlichte.

Dass es in solchen Spielen immer auch um den psychologischen Aspekt im Hinblick auf die nahenden Playoffs geht, das ließen die Worte von Lightning-Stürmer Steven Stamkos nach dem knappen Auswärtssieg durchblicken. 

"Sie sind der Titelverteidiger. Wir müssen also an unsere Leistungsgrenze gehen, wenn wir gegen sie erfolgreich sein, letztendlich im Idealfall in ihre Fußstapfen treten wollen. Für uns geht es darum, uns in den finalen Spielen der Runde kontinuierlich zu steigern", so der Mannschaftskapitän.

Video: TBL@WSH: Kucherov trifft im PP nach schönem Passspiel

Trotz der Tatsache, dass es tabellarisch für Tampa Bay um nicht mehr viel geht, ist von einem Motivationsloch bei den Spielern offenkundig nichts zu erkennen. Ganz im Gegenteil! 

Washingtons Torhüter Braden Holtby bestätigte auf der Gegenseite diese wilde Entschlossenheit im Saisonendspurt für sein Team: "Für uns ging es darum bis zum Ende alles zu geben. In einige Bereichen haben wir noch Steigerungspotenzial, denke ich. Trotzdem konnten wir ihnen das Leben schwer machen. Sie sind eine gute Mannschaft. Doch auch wir haben unsere Stärken. Es war ein weiteres enges Spiel."

Spiele, in denen beide Teams im Hinblick auf ein mögliches Wiedersehen in den Playoffs schon ein wichtiges Zeichen setzen wollen, die werden in den kommenden Tagen und Wochen noch einige Male vorkommen und ihre besondere Faszination verbreiten.

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