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So wichtig ist Tiefe für den Erfolg

Inside The Numbers: Sharks und Lightning glänzen mit starkem Secondary Scoring

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

Jeden Mittwoch in der Saison 2018/19 wird NHL.com/de in der Rubrik "Inside the numbers" nach verschiedenen Trends und Statistiken suchen, um Euch die Analyse des Spiels näherzubringen.

In dieser Ausgabe: Der Zusammenhang von Tiefe und Erfolg

Beim Thema Stärke und Erfolg in der NHL wird oft über Tiefe und Secondary Scoring berichtet. Gerade in den Playoffs sollen diese Eigenschaften ein entscheidender Faktor auf dem Weg zum Stanley Cup sein. 

Der Hintergrund: Mannschaften profitieren nicht nur von ihren Stars, die mit vielen Toren und Scorerpunkten die Ranglisten anführen, sondern auch von Akteuren die nicht im Rampenlicht stehen. Diese sind immer dann ganz besonders gefragt, wenn sich die Top-Spieler der jeweiligen Teams neutralisieren. Kurzum: Das Secondary Scoring, also die Produktivität aus den hinteren Reihen, kann den Unterschied ausmachen. NHL.com/de hat in "Inside The Numbers" den Zusammenhang von Tiefe und Erfolg analysiert.

Wie ist Tiefe messbar?

Um Tiefe überhaupt in Zahlen ausdrücken zu können, wurde die Anzahl der Schützen mit einer entsprechenden Ausbeute herangezogen. Dazu zählen Spieler mit zehn oder mehr Saison-Toren auf der einen, sowie Akteure mit 30 oder mehr Scorerpunkten auf der anderen Seite. Berücksichtigt wurden nur die Treffer für einen Klub - Spieler, die getradet wurden, tauchen in dieser Statistik also je nach Ausbeute entweder für den alten, den neuen oder gar für beide Teams auf.

Gefahr aus der Tiefe: Tampa Bay und San Jose

In der aktuellen Spielzeit 2018/19 (Stand: 19. März 2019) haben die Tampa Bay Lightning, San Jose Sharks, Montreal Canadiens und Arizona Coyotes das beste Secondary Scoring mit jeweils elf Spielern, die mehr als zehn Saison-Treffer auf ihrem Konto haben. Es folgen die Nashville Predators, Toronto Maple Leafs und Washington Capitals mit jeweils zehn Akteuren. Sechs der sieben genannten Teams stehen aktuell auf einem Playoff-Platz. Die einzige Ausnahme sind die Habs, die aber noch voll im Kampf um die Endrunde in der Eastern Conference mitmischen.

 

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Die Klubs mit der meisten Tiefe sind Tampa Bay und San Jose, die zusätzlich auch noch elf bzw. zehn Spieler mit mehr als 30 Scorerpunkten vorweisen können. Die Lightning haben mit Nikita Kucherov (35 Tore, 117 Punkte), Brayden Point (38, 87), Steven Stamkos (36, 82), Tyler Johnson (26, 44) und Yanni Gourde (20, 43) sogar gleich fünf Stürmer, die sowohl die 20-Tore- als auch die 40-Scorerpunkte-Marke knacken konnten. 

Bei den Sharks ist die Leistungsdichte in der Spitze sogar nach höher, denn mit Brent Burns (13 Tore, 75 Punkte), Logan Couture (26, 64), Joe Pavelski (37, 63), Tomas Hertl (31, 63) und Timo Meier (27, 60) kommen fünf Spieler über die 60-Scorerpunkte-Marke sowie mit Evander Kane (27, 51) statt Burns ebenso viele Akteure über die 25-Tore-Grenze. Nicht umsonst zählen diese beiden Klubs zum engen Favoritenkreis für den Stanley Cup: Die Bolts haben als NHL-Spitzenreiter bereits die Presidents' Trophy sicher - die Nord-Kalifornier sind für die Playoffs qualifiziert. Die Sharks haben mit Neuzugang Gustav Nyquist (19 Tore, 35 Punkte für die Detroit Red Wings und San Jose) und dem vom Verletzungspech geplagten Offensivverteidiger Erik Karlsson (drei Tore, 45 Punkte) noch weiteres Scoring-Potenzial im Kader.

Video: NSH@SJS: Meier verwertet einen Pass von Pavelski

Kaum Tiefe - keine Playoffs?

Im Schnitt haben die 31 NHL-Teams in der laufenden Saison 8,3 Spieler mit mehr als zehn Toren sowie 7,2 mit über 30 Scorerpunkten. Deutlich unter diesen Durchschnittswerten liegen die Edmonton Oilers und Dallas Stars in Sachen Tore (je fünf Schützen) sowie die Vancouver Canucks, Los Angeles Kings und Dallas (je vier Spieler) in Sachen Punkte. Drei der vier genannten Teams liegen derzeit außerhalb eines Playoff-Spots - einzig die Stars stehen auf einem Wildcard-Platz in der Western Conference. 

Edmonton dient dabei als Beispiel, wie wichtig Tiefe für den Erfolg ist: Mit Connor McDavid (105 Scorerpunkte) steht der zweitbeste Scorer und mit Leon Draisaitl (43 Treffer) der zweitbeste Torjäger der gesamten Liga im Kader, doch fehlt es an Produktivität aus den hinteren Reihen. Das macht die Mannschaft abhängig von ihren Superstars, die sich jeweils den besten Abwehrspielern auf der gegnerischen Seite gegenübergestellt sehen. Werden diese dann in Schach gehalten, versiegt die Offensivpower komplett. Die Oilers haben sieben Zähler Rückstand auf einen Wildcard-Rang im Westen.

Umso überraschender dagegen, dass Dallas als Team mit der geringsten Tiefe so weit oben platziert ist. Mit Tyler Seguin (27 Tore, 69 Punkte), Alexander Radulov (24 Tore, 60 Punkte) und Jamie Benn (27 Tore, 51 Punkte) verfügen die Stars über drei Triebfedern und profitieren zudem von ihrem exzellenten Goaltending dank Ben Bishop (2,05 Gegentore/Spiel, 93,2 Prozent Fangquote), Anton Khudobin (2,51, 92,5 Prozent) und Landon Bow (1,03, 94,7 Prozent). 

Video: FLA@DAL: Radulov vollendet schönes Passspiel

Blick in die Vergangenheit

Dass viel Tiefe im Kader hilfreich für die Playoff-Qualifikation sowie einen langen Endrunden-Run ist, zeigt auch der Blick in die Vergangenheit: In der abgelaufenen Saison lag Stanley-Cup-Sieger Washington Capitals mit elf Spielern, die mehr als zehn Tore schossen, auf einem geteilten zweiten Rang und klar über dem Liga-Durchschnitt (9,5). Finalist Vegas Golden Knights reichte etwas weniger Tiefe mit neun Plus-Zehn-Tore-Schützen sowie neun Akteuren mit über 30 Scorerpunkten - was ebenfalls über dem Schnitt (8,6) lag. 

Die vier Teams mit der wenigsten Tiefe im Kader, die Chicago Blackhawks, Ottawa Senators, Oilers und Stars (je sieben Plus-Zehn-Torschützen und Plus-30-Punkte-Sammler) verpassten allesamt die Playoffs.

Im Jahr davor qualifizierten sich die Teams mit der größten Tiefe bei den Torjägern (Minnesota Wild, Nashville, Columbus Blue Jackets, Calgary Flames mit je zwölf) und Scorer (New York Rangers, Washington, Minnesota, je elf) allesamt für die Playoffs, während die Colorado Avalanche als Team mit dem schlechtesten Secondary Scoring (sechs, fünf) den mit Abstand letzten Platz in der gesamten NHL belegte.

 

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Im Finale standen sich Predators und der spätere Champion Pittsburgh Penguins (zehn, zehn) gegenüber - zwei Klubs, die über den jeweiligen Durchschnitt (9,1, 8,1) lagen.

Die Mischung macht's

Auf dem Weg in die Playoffs und zum Stanley Cup ist Tiefe ein enorm wichtiger Faktor. Die Analyse aber hat auch gezeigt, dass andere Einflüsse wie die Torhüter, das Abwehrverhalten oder die Star-Power eine entscheidende Rolle spielen. Von allen Drei profierten etwa die Capitals als amtierender Stanley-Cup-Sieger: Braden Holtby und die Verteidiger vor ihm waren in der Endrunde kaum zu knacken. In der Offensive waren die Schlüsselspieler um Kapitän Alex Ovechkin (15 Playoff-Tore, 27 -Punkte) und Evgeni Kuznetsov (12, 32) die tragenden Kräfte. Doch genau diese erhielten in entscheidenden Momenten Unterstützung aus der Tiefe: Spieler wie Lars Eller (7, 18), Devante Smith-Pelly (7, 8) oder Brett Connolly (6, 9) waren die unbesungenen Helden der Caps. Kurzum: Die Mischung macht's!

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