Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Vancouver Canucks und den Minnesota Wild

Bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte erlebte Quinn Hughes von den Minnesota Wild am Sonntag einen bittersüßen Abend. Einerseits musste er Unmutsbekundungen von den Fans der Vancouver Canucks über sich ergehen lassen, andererseits erreichte er als zweitschnellster US-amerikanischer Verteidiger in der NHL den Meilenstein von 500 Scorerpunkten.

Den Jubiläumspunkt sicherte sich Hughes durch sein Powerplaytor zum zwischenzeitlichen 3:0 im zweiten Drittel. Am Ende behielten die Gäste aus Minnesota in der Rogers Arena mit 4:2 die Oberhand. Zum vierten Treffer seines Teams durch Kirill Kaprizov lieferte Hughes die Vorlage. Somit steht er nach 520 Einsätzen in der regulären Saison bei 501 Punkten (69 Tore, 432 Assists). Eher als Hughes war lediglich Brian Leetch an der Wegmarke von 500 Zählern angekommen. Er benötigte dafür 496 Spiele.

Canucks ehren Quinn Hughes bei seiner Rückkehr nach Vancouver

Die Wiedersehensfreude mit dem ehemaligen Kapitän hielt sich bei Vancouvers Anhang jedoch in Grenzen. Bei fast jeder Puckberührung wurde Hughes ausgebuht. Doch zumindest in der ersten Drittelpause, als ein Video mit den wichtigsten Momenten seiner Schaffensphase bei den Canucks zu sehen waren, gab es zum Teil auch stehenden Applaus von den Rängen für den Blueliner.

„Die Leidenschaft der Fans macht es zu etwas Besonderem, hier zu spielen. Ich empfand es als cool und aufregend, wieder einmal in Vancouver zu sein. Und ich bin sehr froh, dass wir gewonnen haben“, ordnete er die Atmosphäre bei seinem ersten Auftritt in der Rogers Arena seit seinem Trade nach Minnesota am 12. Dezember 2025 ein.

Die Umstände seines Weggangs waren der Grund, weshalb Hughes nicht mehr bei allen im Umfeld der Canucks wohlgelitten ist. Der Transfer kam zustande, nachdem er General Manager Patrik Allvin signalisiert hatte, seinen 2027 auslaufenden Vertrag nicht langfristig verlängern zu wollen. Offenbar glaubte Hughes nicht daran, seine selbstgesteckten Ziele in Vancouver erreichen zu können. Aus diesem Grund entschieden sich die Verantwortlichen der Kanadier, ihren Star an die Wild abzugeben und sich im Gegenzug ein lukratives Paket an entwicklungsfähigen Spielern zu sichern.

Hughes galt bei den Zukunftsplanungen der Canucks stets als zentrale Säule. Sie hatten sich seine Dienste beim NHL Draft 2018 in der ersten Runde an 7. Stelle gesichert. In der darauffolgenden Saison 2018/19 absolvierte er seine ersten NHL-Einsätze. 2019/20 schaffte er den Durchbruch. Aufgrund seines außergewöhnlichen Talents zählte der Linksschütze schnell zu den besten Offensivverteidigern der Liga. 2022/23 bekam er das Kapitänsamt übertragen. 2024 sicherte er sich die Norris Trophy als bester Verteidiger der NHL.

Doch mit dem ausbleibenden Teamerfolg bekam die einst enge Bande zwischen Hughes und Vancouver erste Risse. Nach den schleppenden Gesprächen über eine frühzeitige Vertragsverlängerung kam es schließlich zum Bruch. „Wir haben gemerkt, dass es eine unglückliche Richtung ist, in die wir mit Quinn steuern“, begründete Allvin vor elf Monaten den Trade.

Hughes selbst hat den Wirbel um seine Person längst abgehakt und blickt ohne irgendeinen Groll zurück: „Ich habe sechseinhalb Jahre in Vancouver gespielt und mein Bestes gegeben. Aus diesem Grund hat es mich gefreut, dass zumindest ein Teil der Leute am Sonntag applaudiert hat“, sagte er nach der Begegnung.

In elf von dreizehn Partien in der laufenden Saison tauchte der Name von Hughes als Scorer auf dem Spielberichtsbogen auf. Mit 16 Zählern (drei Tore, 13 Assists) steht er im Punktesammler-Ranking der Wild an zweiter Position hinter Kaprizov (21).

MIN@VAN: Hughes trifft im PP und erzielt seinen 500. Punkt

Es entbehrte nicht einer gewissen Tragik, dass ausgerechnet Hughes großen Anteil an der zehnten Niederlage der Canucks in Folge (0-9-1) besaß. Die schwachen Darbietungen in jüngster Zeit dürften sicherlich einen erheblichen Teil zur allgemeinen Enttäuschung der Anhänger beigetragen haben. Deshalb diente die Rückkehr von Hughes womöglich nur als Katalysator für deren Frust.

Canucks-Trainer Manny Malhotra klang nach der neuerlichen Pleite verzweifelt. „Wir müssen Antworten finden. Es ist besorgniserregend. Wir haben Phasen, in denen es gut läuft. Doch sobald wir von unserem Plan abweichen - also aufhören, körperbetont und aggressiv zu spielen sowie die Zweikämpfe um den Puck zu gewinnen -, ermöglichen wir es einem Gegner, der auf schnelles Umschaltspiel setzt, richtig in Fahrt zu kommen“, erklärte er.

Daran wird deutlich: Die Wege von Hughes und seinem ehemaligen Team verlaufen in völlig unterschiedliche Richtungen.

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