Hellebuyck WPG close up no mask

Am Freitag sorgten die Winnipeg Jets und die New Jersey Devils für einen Paukenschlag. Jets-Torwart Connor Hellebuyck wurde in einem Transfer für die Stürmer Nick Bjugstad, Dawson Mercer und Alexander Command, Torwart Nico Daws, einen Draft Pick der siebten Runde 2027 und einen Pick der zweiten Runde 2029 zu den Devils geschickt.

Devils lösen Torwartfrage

Die Torwartfrage bereitet den Devils schon seit Jahren Kopfzerbrechen. Es gab einen ständigen Wechsel auf der Position, doch kein Torhüter konnte sich dauerhaft als klare Nummer eins etablieren, die New Jersey an die Spitze der Metropolitan Division katapultieren kann.

Über die vergangenen fünf Spielzeiten erreichten alle Torhüter der Devils zusammen mit einer durchschnittlichen Fangquote von 89,1 Prozent nur Platz 26 im ligaweiten Vergleich, eine klare Schwäche einer Mannschaft, die viele Stärken hat. Stürmer wie Nico Hischier, Jack Hughes, Jesper Bratt und Timo Meier haben einige Qualität, die Abwehr kann sich mit Dougie Hamilton, Luke Hughes und Jonas Siegenthaler sehen lassen und nun ist auch die langjährige Torwartfrage endlich geklärt.

ANA@NJD: Hischier trifft aus nächster Nähe zum 2:0

Jets kriegen mehr Tiefe

Was haben die Jets von diesem Transfer? Zum einen sorgt dieser Tausch schlicht und einfach für Ruhe. Nachdem Hellebuyck im Sommer veröffentlicht hatte, dass er trotz seines noch fünf Jahre laufenden Vertrags um einen Transfer gebeten hatte, gab es rund um die Jets viel Lärm. Das Verhältnis zwischen Team und Torwart war nicht mehr zu retten, als Hellebuyck sich weigerte, zum Training Camp anzutreten und die Mannschaft ihn daraufhin ohne Gehalt suspendierte.

Diese Unruhe ist General Manager Kevin Cheveldayoff nun los. Seine Möglichkeiten waren eingeschränkt, da Hellebuyck in seinem Transfer eine No-Trade-Klausel hatte und deshalb nur an Teams abgegeben werden konnte, die er zuvor genehmigt hatte. Trotzdem konnte Cheveldayoff noch einen respektablen Preis für den Torhüter herausholen.

Die erhaltenen Spieler geben den Jets mehr Tiefe. Bjugstad ist ein erfahrener Center, der im Moment zwar verletzt ist, über seine Karriere von 821 NHL-Spielen aber 339 Punkte (163 Tore, 176 Assists) sammeln konnte. Mercer ist mit 24 Jahren ein jüngerer Stürmer, der sich in seiner sechsten NHL-Saison befindet und auf 213 Punkte (103 Tore, 110 Assists) kommt. Command bestritt noch keine NHL-Spiele, da er erst im NHL Draft 2026 mit dem zwölften Pick gewählt wurde. Daws gibt Winnipeg im Tor eine weitere Option neben Stuart Skinner und Clay Stevenson.

OTT@NJD: Mercer trifft in Unterzahl per Rückhand zum 3:3

GM Mehta hat den Cup im Visier

New Jerseys General Manager Sunny Mehta setzt mit dem Transfer ein klares Zeichen. Die Leistungen der Mannschaft schwankten in den vergangenen vier Jahren extrem. Zwei Mal verpassten die Devils mit 81 und 87 Punkten die Stanley Cup Playoffs, allerdings bewiesen sie mit 112 Punkten in der Saison 2022/23 auch, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.

Mehta, der seinen Posten erst vor wenigen Monaten übernahm, will mit dem Transfer von Hellebuyck nun das Beste aus seinem Team herausholen und mit dieser Verstärkung zu einem Kandidaten für den Stanley Cup werden. In der Metropolitan Division haben die Devils einige Konkurrenz. Die New York Rangers und New York Islanders starteten stark in die Saison, die Carolina Hurricanes sind die Titelverteidiger und die Washington Capitals haben einen beeindruckenden Kader. Die Verstärkung im Tor könnte New Jersey aber einen Spitzenplatz einbringen. Es ist ein klares Zeichen, dass die Devils jetzt angreifen und zum Erfolg kommen wollen.

Winnipeg rüstet sich für die Zukunft

Für die Jets sieht der Trade nach einer Investition in die nähere bis mittlere Zukunft aus. Der Pick für die zweite Runde im NHL Draft 2029 ist noch mehr als zwei Jahre entfernt, ein Spieler, der mit dem Pick der siebten Runde 2027 gewählt wird, wird einige Jahre brauchen, um sich zu entwickeln.

Eine unmittelbare Hilfe wird Mercer sein. Er ist ein etablierter NHL-Spieler, doch mit 24 Jahren hat auch er noch Entwicklungspotenzial. Stürmer erreichen ihren Zenit für gewöhnlich im Alter zwischen 26 und 30 Jahren. Er knackte bereits drei Mal die Marke von 20 Toren, womöglich kann er in den kommenden Jahren auch noch 30 Treffer erreichen.

Command ist für die Jets ein interessantes Projekt. Cheveldayoff ließ wissen, dass er für die Jets im Draft 2026 die nächstbeste Option gewesen wäre, wäre Viggo Bjork für sie mit dem achten Pick nicht mehr verfügbar gewesen. Jetzt sind die beiden Schweden bei den Jets vereint. Während Bjork schon in der NHL spielt, wird Commands erster Einsatz auf der großen Bühne aber noch auf sich warten lassen. Im Moment wechselt er in Schweden zwischen der Profi- und Nachwuchsmannschaft von Örebro HK. Mit einer Entwicklungszeit von zwei Jahren sollte man bei ihm mindestens rechnen.

Alexander Command

Geduld ist gefragt

Was die beiden Mannschaften tatsächlich von diesem Transfer haben, wird sich wohl erst in einiger Zeit zeigen. Das liegt nicht nur an der Ungewissheit rund um die Draft Picks und Commands Entwicklung.

Bjugstad wird für Winnipeg erst in mehreren Monaten einsatzfähig sein. Er musste sich im vergangenen Monat einer Operation unterziehen und wird voraussichtlich noch weitere drei bis fünf Monate ausfallen.

Doch auch die Devils werden mit Hellebuyck etwas Geduld haben müssen. Der dreifache Gewinner der Vezina Trophy für den besten Torwart der NHL ist ohne Frage einer der stärksten seiner Zunft. Allerdings hat er das Training Camp und beinahe einen Monat der regulären Saison verpasst. Zuletzt spielte er im April. Dazu kommt, dass er vergangene Saison verletzt war und bis zum Saisonende nicht wirkte, als hätte er sich komplett erholt. Zu erwarten, dass er sofort Leistungen auf Vezina-Niveau bringt, wäre unrealistisch. Trotz seiner Erfahrung und seines Talents wird der 33-Jährige einige Zeit und Spielpraxis brauchen, um die hohen Erwartungen erfüllen zu können.

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