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Die Montreal Canadiens fiebern dem Tim Hortons NHL Heritage Classic 2026 am Sonntag (7 p.m. ET; Montag, 0 Uhr MEZ) im Princess Auto Stadium in Winnipeg entgegen und erfahren gerade alle Facetten eines solchen Events. Auf der einen Seite gilt es, das Freiluft-Spiel und Zeit mit der Familie vor Ort zu genießen. Auf der anderen Seite geht es um zwei wichtige Punkte im Duell mit den Winnipeg Jets und darum, endlich Konstanz in die eigenen Leistungen zu bekommen. Canadiens-Trainer Martin St. Louis fordert deshalb 100 Prozent auf beiden Ebenen.

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St. Louis hofft auf viele „Hundertprozenter“

„Meine Lieblingsmenschen sind die, die alles mit 100 Prozent angehen“, erklärte St. Louis nach dem Training am Samstagabend (Ortszeit). „Egal, was du im Leben machst, wirst du nur der Beste sein, wenn du 100 Prozent gibst. Wenn die Familie jetzt hier dabei ist, dann sei zu 100 Prozent bei ihr, nehme dir die Zeit und genieße sie. Das ist großartig. Aber wenn das Spiel anfängt, dann musst du zu 100 Prozent da sein. Für mich gilt: Wenn du im Leben Erfolg haben möchtest, dann musst du ein ‚Hundertprozenter‘ sein.“

Ein solcher Spieler scheint Montreals Flügelflitzer Cole Caufield zu sein, dessen Sichtweise auf das anstehende Event auch eins-zu-eins aus dem Lehrbuch seines Trainers hätte stammen können: „Es ist etwas ganz Besonderes und cool, dass unsere Familien hier sind. Das Wichtigste sind die zwei Punkte, das nehmen wir auch voll ernst, aber gleichzeitig wollen wir das hier auch genießen. Wir wollen das alles aufsaugen, bis der Puck aufs Eis fällt. Es ist cool, eine solche Herausforderung anzunehmen und es macht Spaß, an so etwas teilzunehmen.“

Den Spagat zwischen Genuss und Gewinn will auch Power Forward Juraj Slafkovsky meistern: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, betont der Slowake. „Das ist immer unser Ziel. Ich habe das Gefühl, dass diese Spiele mehr Spaß machen, denn du kannst sie mehr genießen. Es ist etwas Besonderes, das du nicht jedes Jahr erleben kannst.“

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Canadiens auf der Suche nach Konstanz

Aus sportlicher Sicht suchen die Canadiens (5-3-2) noch nach Konstanz. Nur ein einziges Mal in der noch jungen Saison 2026/27 gelangen zwei Siege in Folge.

„Es ist egal, wo wir spielen. Wir wollen gewinnen, hart spielen und das andere Team dominieren“, fordert Slafkovsky.

„Wir wollen einfach weitermachen, es richtig machen und zu unserem Spiel finden“, stimmt Caufield mit ein.

Hinzu kommt, dass Montreal alleine im Oktober schon sieben Führungen verspielt hat. Darunter drei Ein-Tore- sowie vier Zwei-Tore-Führungen.

„Wir wissen alle, dass wir als Team gut gespielt haben, aber wir haben Spiele teilweise in einem Drittel verloren oder konnten eine Führung nicht über die Zeit bringen. Wir halten in unserer Kabine aber zusammen und vertrauen auf unser Spiel, dann kommen die Ergebnisse von ganz alleine“, glaubt Stürmer Oliver Kapanen. „Wir wissen alle, was wir zu leisten im Stande sind. Das konnte man in der letzten Saison schon sehen. Unser Kern ist zusammengeblieben. Wir haben nur ein paar Spieler neu dazubekommen. Wir müssen jetzt herausfinden, wie wir noch besser werden können, damit wir noch mehr Spiele gewinnen.“

Saison-Highlight ohne den Kapitän

Mit Nick Suzuki müssen die Canadiens nicht nur auf ihren Kapitän, sondern auch auf ihren Nummer-1-Center verzichten. Der amtierende Selke Trophy-Gewinner, eine Auszeichnung, die an den besten Defensivstürmer der Liga vergeben wird, zog sich am Dienstag beim 3:4 n.V. gegen die San Jose Sharks eine Oberkörperverletzung zu und wird das Heritage Classic verpassen.

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„Wir müssen bei unserem Spiel bleiben, hart spielen und einfach so spielen, als wäre er dabei, damit er sich so fühlt, als wäre er nie weg gewesen, wenn er zurückkommt“, sagte Reihenkollege Slafkovsky.

Die Rolle als C1 in der Linie mit Caufield und Slafkovsky nahm zuletzt Kapanen ein, der selbst von einer Verletzung zurückgekehrt war und diese auch im Freiluftspiel in Winnipeg erneut bekleiden wird.

„Er ist großartig und kann überall in der Aufstellung spielen. Er hat sehr gut gespielt“, attestierte Caufield.

Das Spiel in seiner pursten Form

Zusätzliche Energie will Montreal aus der Gemeinschaft ziehen. Immerhin gilt es, beim Heritage Classic 2026 noch enger zusammenzurücken.

„Wir haben das Glück, einen großartigen Beruf in dem Sport, den wir lieben, ausüben zu dürfen. Es wäre aber nicht so toll, wenn wir es nicht mit den Menschen teilen könnten, die so einen großen Teil in deinem Leben haben“, wird St. Louis vor dem Freiluft-Spiel fast schon philosophisch. „Das Spiel repräsentiert, um was es im Hockey geht. Unsere Spieler dürfen den Sport draußen, in seiner pursten Form erfahren. So hat sich Hockey früher auf den Freiluft-Flächen angefühlt. Das jetzt mit Familie und Freunden teilen zu dürfen, ist großartig. Wir müssen es erleben, fühlen und feiern, denn die Familien aller Spielern sind da. Wir wollen diese Erfahrung mit den Leuten teilen, die uns geholfen haben, bis hierher zu kommen, die ein großer Teil unseres Lebens sind und die uns tagtäglich dabei helfen, ein Profi-Sportler zu sein.

Aber es gibt zwei Seiten bei diesem Event, denn sobald das Spiel startet, geht es auch ums Geschäft.“

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