Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Chicago Blackhawks und den Montreal Canadiens

Die Montreal Canadiens wollen am Sonntag (7 p.m. ET; Mo. 0 Uhr MEZ) beim Heritage Classic gegen die Winnipeg Jets mit neuem Selbstvertrauen antreten. Nach dem 4:1-Auswärtssieg gegen die Chicago Blackhawks im United Center am Freitag sieht Trainer Martin St. Louis sein Team diesbezüglich auf einem guten Weg. Gerade angesichts wichtiger Ausfälle gewinnt das Zusammenspiel für die Kanadier zunehmend an Bedeutung.

Evans und Guhle führen Montreal zum Auswärtssieg

Die Montreal Canadiens haben sich mit einem überzeugenden Erfolg auf das anstehende Freiluftspiel gegen die Jets eingestimmt. Beim Erfolg gegen die Blackhawks erzielten Jake Evans, Kaiden Guhle und Mike Matheson die entscheidenden Treffer. Evans glänzte mit zwei Toren und einer Vorlage, Guhle steuerte ein Tor und einen Assist bei. Torhüter Jacob Fowler überzeugte mit 20 Paraden.

Dabei begann die Partie für Montreal zunächst alles andere als ideal. Connor Bedard brachte Chicago in der vierten Minute des ersten Drittels mit 1:0 in Führung. Evans glich wenig später aus und legte im zweiten Drittel mit einem Unterzahltor nach. Guhle erhöhte kurz vor der zweiten Pause auf 3:1, ehe Matheson mit einem Treffer ins verwaiste Tor den Endstand herstellte.

Für die Canadiens war es ein wichtiger Erfolg nach der jüngsten Enttäuschung im Heimspiel gegen die San Jose Sharks. Beim 3:4 nach Verlängerung am Dienstag hatte Montreal eine Zwei-Tore-Führung im Schlussdrittel verspielt. Solche Rückschläge hatten die Mannschaft im bisherigen Saisonverlauf wiederholt beschäftigt.

„Wir waren schon oft in dieser Situation“, erklärte Evans mit Blick auf die Schwierigkeiten, Führungen über die Zeit zu bringen. Zugleich betonte er, dass die Mannschaft froh sein könne, solche Erfahrungen bereits früh in der Saison zu machen. „Wir wollen deutlich mehr Spiele gewinnen. Dafür muss man mit einer guten Ausgangslage ins dritte Drittel gehen und dann reifes, verantwortungsvolles Eishockey spielen. Das ist uns diesmal gelungen.“

MTL@CHI: Evans trifft im zweiten Spielabschnitt in Unterzahl

Ohne Suzuki zählt der Zusammenhalt

Der Erfolg gegen Chicago war auch deshalb bemerkenswert, weil Montreal erstmals ohne seinen Kapitän Nick Suzuki antreten musste. Der 27-jährige Angreifer fällt wegen einer Oberkörperverletzung voraussichtlich zwei bis vier Wochen aus. Damit endete eine beeindruckende Serie: Seit seinem NHL-Debüt in der Saison 2019/20 hatte Suzuki kein einziges Spiel der Canadiens verpasst.

Sein Ausfall wiegt schwer. Suzuki ist nicht nur offensiv ein zentraler Faktor, sondern übernimmt auch defensiv wichtige Aufgaben. Zudem fehlt mit Ivan Demidov ein weiterer herausragender Angreifer. Die Canadiens müssen ihre Kräfte daher stärker bündeln, um den Verlust individueller Qualität aufzufangen.

„Wenn Nick ausfällt, hat jeder das Gefühl, dass er in seinem Spiel noch einen Schritt nach vorne machen muss“, sagte Evans. Auch Verteidiger Kaiden Guhle sieht die Mannschaft in der Pflicht, enger zusammenzurücken. Suzuki sei ein enorm wichtiger Bestandteil des Teams, weshalb nun alle noch stärker an einem Strang ziehen müssten.

Guhle betrachtet die Situation zugleich als Gelegenheit, die Entwicklung der Mannschaft unter Beweis zu stellen. Montreal müsse geschlossen auftreten und dafür sorgen, dass alle Spieler auf dem Eis dieselben Vorstellungen verfolgen. Der Sieg in Chicago sei dafür ein vielversprechendes Beispiel gewesen.

Coach St. Louis setzt auf eine gemeinsame Identität

Trainer Martin St. Louis sieht in der aktuellen Situation eine Bestätigung seiner grundsätzlichen Philosophie. Seit seinem Amtsantritt arbeitet er daran, eine Mannschaft zu formen, deren kollektive Leistung mehr zählt als die Fähigkeiten einzelner Stars.

„Von Anfang an wollte ich eine Teamidentität schaffen, bei der unser gemeinsames Spiel stärker ist als der Beitrag eines Einzelnen“, erklärte St. Louis. Natürlich seien herausragende Spieler wichtig. Eine Mannschaft müsse jedoch über eine Struktur verfügen, die es ihr ermögliche, auch bei Verletzungen wichtiger Leistungsträger konkurrenzfähig zu bleiben.

Genau das sei nun gefragt. Die Ausfälle von Suzuki und Demidov stellten Montreal vor eine Herausforderung, die nur gemeinsam zu bewältigen sei. Gegen Chicago habe die Mannschaft darauf die richtige Antwort gefunden.

Für St. Louis bedeutet Kollektivspiel vor allem, auf beiden Seiten der Scheibe gemeinsame Prinzipien und klare Abläufe umzusetzen. Gerade in der Offensive komme es darauf an, die richtige Balance zu halten. Die Spieler müssten wissen, wo ihre Mitspieler positioniert seien und welche Anspielstationen sich dadurch eröffneten. So könne der Puck schnell und effizient bewegt werden.

Auch defensiv seien feste Regeln entscheidend. Sie gäben den Spielern Orientierung, sorgten für gegenseitige Unterstützung und verhinderten, dass die Mannschaft auseinanderfalle. Der erste Treffer gegen Chicago sei ein gutes Beispiel dafür gewesen, wie eine durchdachte Positionierung und eine ausgewogene Spielweise erfolgreiche Angriffe ermöglichen.

MTL@CHI: Guhle baut die Führung auf 3:1 aus

Reifes Schlussdrittel als Blaupause für den Klassiker

Besonders zufrieden zeigte sich St. Louis mit dem Auftreten seiner Mannschaft im Schlussabschnitt. Dort gelang es Montreal, die Führung diesmal souverän zu verteidigen. Die Canadiens hielten den Gegner weitgehend vom eigenen Tor fern, vermieden unnötige Risiken und setzten Chicago mit einem aggressiven Forechecking unter Druck.

Guhle bezeichnete das dritte Drittel sogar als den besten Abschnitt der Partie. In früheren Begegnungen hätten Gegentore häufig dazu geführt, dass Montreal an Sicherheit und Selbstvertrauen verlor. Gegen Chicago habe die Mannschaft dagegen die nötige Ruhe ausgestrahlt. Selbst bei einem weiteren Gegentreffer wäre sie seiner Einschätzung nach nicht so leicht aus dem Konzept geraten.

Auch Torhüter Fowler lobte den reifen Auftritt seiner Vorderleute. Der 21-Jährige verbesserte seine Saisonbilanz auf vier Siege bei einer Niederlage und könnte beim anstehenden Freiluftspiel einen besonderen NHL-Rekord aufstellen: Sollte er am Sonntag zum Einsatz kommen, wäre er mit 21 Jahren und 333 Tagen der jüngste Torhüter der Ligageschichte, der an einem Outdoor Game teilnimmt.

Der Heritage Classic 2026 findet im Princess Auto Stadium in Winnipeg statt. Für Montreals Verteidiger Mike Matheson ist das Duell eine Premiere in der NHL. „Es ist mein elftes Jahr, und ich habe noch nie bei einem solchen Spiel mitgemacht. Ich freue mich riesig darauf“, sagte er. Seine Frau, seine Kinder und seine Eltern werden ebenfalls vor Ort sein.

Die Canadiens reisen mit zwei Siegen aus ihren vergangenen drei Spielen und einer verbesserten Punktequote von 60 Prozent nach Winnipeg. Der Saisonstart verlief angesichts der starken Vorsaison mit 48 Siegen, 106 Punkten und dem Einzug ins Eastern Conference Finale (1:4 gegen die Carolina Hurricanes) zwar noch nicht nach Wunsch. Doch der Auftritt in Chicago könnte ein wichtiges Signal sein. Gegen Winnipeg wird sich zeigen, ob das neu entdeckte Kollektivspiel auch unter den besonderen Bedingungen eines Freiluftklassikers trägt.

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