Viele Fans der Montreal Canadiens in der Stadt
Nun wird er selber auf dem Eis stehen, wenn mehr als 30.000 Fans der Mannschaft zujubeln. „Das wird unglaublich aufregend. Die Fans hier sind sehr leidenschaftlich. Sie leben und atmen für diese Stadt und ihre Mannschaften. Außerdem ist es etwas Besonderes, mit Montreal ein Original-Six-Team zu Gast zu haben. Die Canadiens verfügen ebenfalls über eine großartige Fangemeinde. Ihre Fans werden sicherlich für viel Stimmung sorgen. Es wird eine tolle Atmosphäre herrschen.“
Er bekam bereits mit, wie viele Fans der Canadiens in Winnipeg vor Ort sind. „Als ich gestern nach draußen ging, dachte ich: Wow, hier sind bereits sehr viele Canadiens-Fans. Es wird interessant sein zu sehen, wie viele Anhänger auf beiden Seiten vertreten sein werden. Gleichzeitig ist dieses Spiel ein großes Eishockeyfest, das wir alle genießen und in Erinnerung behalten werden.“
Durststrecke beenden und 500. NHL-Punkt erzielen?
Für Niederreiter könnte das Freiluft-Spiel auch zu einem persönlichen Meilenstein werden. Er steht bei 499 NHL-Punkten und könnte somit ausgerechnet im großen Stadion seinen 500. Punkt erzielen. „Das wäre unglaublich. Ich werde alles versuchen, damit es morgen passiert. Ich durchlebe momentan eine kleine Durststrecke. Gleichzeitig möchte ich dieses gesamte Erlebnis genießen. Es spielt keine entscheidende Rolle, ob der 500. Punkt morgen fällt oder nicht. Natürlich beschäftigt mich diese Marke, und ich möchte sie unbedingt erreichen. Sollte es morgen Abend passieren, wäre das fantastisch.“
Dazu müsste er seine Durststrecke beenden. Niederreiter hat seit 17 Spielen keinen Scorerpunkt mehr erzielt. Sein letzter Punkt ereignete sich, als er am 27. Januar 2026 ein Tor erzielte. „Wenn die Dinge nicht so laufen, wie man es sich wünscht, entsteht Frust im eigenen Spiel. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung weiß ich, dass dieser Frust nicht hilfreich ist“, sagt er über seine Situation.
„Man muss versuchen, dankbar dafür zu sein, spielen zu dürfen, aufs Eis zu gehen und es zu genießen. Je verkrampfter man etwas unbedingt erreichen möchte, desto schwieriger wird es. Das weiß ich eigentlich, weil ich solche Phasen schon oft erlebt habe. Trotzdem gerät man immer wieder in dieselbe Situation. Das liegt an der Leidenschaft und der Liebe zum Spiel. Man möchte jedes Mal perfekt sein. Eishockey ist aber ein Spiel der Fehler, und solche Dinge passieren immer wieder.“
Niederreiter begrüßt Klarheit um Hellebuyck
Die Jets sind zunächst ordentlich in die Saison gestartet, hatten in fünf der ersten sechs Saisonspiele gepunktet und vier Spiele davon gewonnen. Zuletzt allerdings folgten vier sieglose Spiele, in denen sie zweimal zumindest ein Punkt mitnahmen.
Ähnliches: Hellebuyck will mit den Devils den Stanley Cup gewinnen
Niederreiter sieht die Mannschaft insgesamt auf einem guten Weg: „Am wichtigsten war vermutlich, dass die Situation um Hellebuyck (der Torwart wurde zu den Devils getradet, Anm. d. Red.), mit der wir uns zu Saisonbeginn beschäftigen mussten, endlich geklärt wurde. Nun haben wir die entsprechenden Spieler für diese Saison zusammen. Niemand weiß, ob noch etwas passieren wird. Diese Angelegenheit musste irgendwann abgeschlossen werden. Ich glaube, dass wir eine gute Mannschaft haben und mit dieser Gruppe vieles möglich ist.“
Schweizer Eishockey hat gute Arbeit geleistet
Für Niederreiter zählt nicht nur die Gegenwart. Er möchte auch jungen Spielern aus der Heimat als Vorbild dienen, die vielleicht ebenfalls den Weg in die NHL antreten. Aus eigener Erfahrung weiß er, wie wichtig das ist. „Ich sage immer, dass Mark Streit uns allen den Weg geebnet hat. Danach kam Luca Sbisa und schlug den Weg über die Western Hockey League ein. Dadurch erkannten viele Spieler, dass dies ebenfalls eine Möglichkeit sein könnte, um die NHL zu erreichen. Ich glaube, er war der Erste, der diesen Weg ging“, berichtet Niederreiter.
„Roman Josi spielte zunächst in der Schweiz und folgte damit eher dem Weg von Mark Streit. Für die heutige Generation war es sehr wichtig zu sehen, dass es tatsächlich möglich ist, hierherzukommen und in der NHL zu spielen. Das Schweizer Eishockey hat gute Arbeit geleistet. Dass mit Nico Hischier schließlich ein Schweizer an erster Stelle gedraftet wurde, war ein weiterer großer Schritt in diese Richtung.“