Physis und Wallstedt als Erfolgsfaktoren
Neben dem verbesserten Powerplay war auch Minnesotas körperbetontes Spiel ein zentraler Faktor. Die Wild erhöhten ihre physische Präsenz deutlich, gewannen wichtige Zweikämpfe und setzten Colorado damit stärker unter Druck als zuvor.
Zudem zeigte Torhüter Jesper Wallstedt (97,2 Prozent Fangquote) nach seinem schwierigen Auftakt in Spiel 1 (81 Prozent) eine eindrucksvolle Reaktion. Der junge Goalie, der nach Filip Gustavssons Einsatz in Spiel 2 (81,8 Prozent) wieder zwischen die Pfosten zurückkehrte, überzeugte mit 35 Paraden bei 36 Versuchen des Gegners und strahlte große Ruhe aus.
Sein Mantra blieb dabei unverändert: „Es steht immer 0:0. Jeder Schuss, jede Parade. Du spielst immer weiter, egal wie der Spielstand ist.“ Wallstedts Stabilität gibt Minnesota neue Sicherheit. Sollte er dieses Niveau bestätigen, könnte er endgültig zum X-Faktor dieser Serie werden.
Colorado vor heikler Torhüterfrage
Auf Seiten der Avalanche richtet sich der Fokus vor Spiel 4 besonders auf Trainer Jared Bednar und dessen Entscheidung im Tor. Scott Wedgewood, bislang stark in diesen Playoffs (91,1 Prozent), musste nach drei Gegentoren auf nur zwölf Schüsse weichen. Mackenzie Blackwood übernahm, zeigte solide Ansätze (92,3 Prozent Fangquote, zwölf Saves bei 13 Schüssen der Wild) und könnte nun ernsthaft als Starter in Frage kommen. Bednar ließ seine Entscheidung offen: „Wir werden darüber sprechen und dann eine Entscheidung treffen.“
Wedgewood war über weite Strecken der bisherigen Playoffs verlässlich, doch erste Ermüdungserscheinungen könnten eine Rolle spielen. Blackwood wiederum wirkte nach langer Verletzungspause zunehmend stabiler. Die Wahl des Starters ist deshalb weit mehr als eine Personalie, sie könnte Einfluss auf das Selbstvertrauen der gesamten Mannschaft haben. Colorado braucht vor allem von seinen sekundären Sturmreihen deutlich mehr Produktion, nachdem Bednar in Spiel 3 fast ausschließlich Nathan MacKinnons Formation als offensive Gefahr wahrnahm.
Spiel 4 als möglicher Wendepunkt
Die Ausgangslage für den Abend ist klar: Minnesota hat mit dem dominanten Heimsieg gezeigt, dass Colorado verwundbar ist. Die Wild besitzen nun die Chance, die Serie auszugleichen und sämtliches Momentum auf ihre Seite zu ziehen.
Colorado dagegen steht vor einer Charakterprüfung. Die Avalanche müssen Antworten auf Minnesotas physisches Spiel, das verbesserte Powerplay und die wiedergewonnene Defensivstabilität finden.
Spiel 4 dürfte deshalb nicht nur das wichtigste Duell der Serie bislang sein, sondern möglicherweise bereits die Vorentscheidung darüber bringen, wer in dieser packenden Zweitrundenserie langfristig die Oberhand behält.