Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Philadelphia Flyers und den Carolina Hurricanes

Die Carolina Hurricanes bleiben das Maß aller Dinge in den Stanley Cup Playoffs in der Eastern Conference. Die Mannschaft von Trainer Rod Brind’Amour gewann auch Spiel vier der Best-of-7-Serie in der zweiten Runde gegen die Philadelphia Flyers, diesmal mit 3:2 nach Verlängerung in der Xfinity Mobile Arena in Philadelphia. Der Held des Abends war für den Topfavoriten im Osten diesmal Stürmer Jackson Blake, der einen Doppelpack schnürte und auch den entscheidenden Treffer in der Verlängerung markierte. Die Hurricanes sind damit das einzige noch ungeschlagene Team in den Playoffs.

Acht Siege in Folge für Carolina

5:29 Minuten waren in Philadelphia gespielt, als alle Träume der Flyers, die Serie vielleicht doch noch mal für ein Spiel 5 nach Carolina zu schicken, zerplatzten. Blake komplettierte mit seinem Tor den zweiten Sweep in Serie für Carolina. Das Team hat nun acht Partien in Folge gewonnen, nachdem sich auch die Ottawa Senators in der ersten Runde die Zähne an Carolina ausgebissen hatten. Mit 22 Jahren und 279 Tagen ist Blake der zweitjüngste Spieler in der Geschichte der Hurricanes/Hartford Whalers, dem ein Tor gelingt, das eine Playoff-Serie entscheidet. Jünger war nur Ulf Samuelsson (22 Jahre, 17 Tage) in Spiel drei des Division-Halbfinals 1986.

CAR@PHI, Sp4: Blake schickt Hurricanes ins Eastern Conference Finale

Carolina hat mit acht Siegen in Folge zu Beginn der Playoffs einen neuen Franchiserekord aufgestellt. Gleichzeitig sind sie erst das fünfte Team in der Geschichte der NHL, dem solch eine Siegesserie zum Start in die K.o.-Runde gelingt. Die Edmonton Oilers (9 Spiele, 1985), die St. Louis Blues (8, 1969), die Montreal Canadiens (8, 1960) und die Detroit Red Wings (8, 1952) sind die anderen Teams in diesem elitären Kreis. „Jeder bringt eine Top-Leistung, von Anfang bis Ende“, sagte Blake. Ein besonderes Lob von ihm gab es für Torwart Frederik Andersen (15 Saves). „Ich weiß nicht, ob ich schon mal einen Keeper so gut habe spielen sehen. Wir vertrauen ihm jeden Abend.“ Andersen ist erst der vierte Torwart in der Geschichte der NHL, der in jedem seiner ersten acht Starts in den Playoffs zwei Tore oder weniger zulässt. Zuletzt gelang das Jacques Plante (St. Louis Blues) 1969.

Viel Lob für Andersen

Dem Lob in Richtung des Dänen schlossen sich Taylor Hall und Brind’Amour gerne an. „Er ist so ruhig. Beinahe erwartet man diese Leistung von ihm an jedem Abend, was unfair ist. Und er ist der Hauptgrund dafür, dass das Unterzahlspiel so gut funktioniert. Manch Einer bemerkt womöglich gar nicht, wie er mit der Scheibe umgeht“, sagte Hall. „Ich glaube nicht, dass das irgendjemand so vorausgesagt hat. Wir sind in die Playoffs gegangen mit dem Gedanken, dass wir wahrscheinlich beide Keeper einsetzen werden“, gestand der Coach. „Warum auch nicht? Beide verdienen es, zu spielen. Jetzt gibt es keinen Grund, in eine andere Richtung zu gehen. Er spielt einfach fantastisch. Und wir brauchen das auch weiterhin.“

Das bedeutet, dass die Hurricanes zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal in vier Jahren den Sprung ins Finale der Eastern Conference geschafft haben. Hall habe ihn im vergangenen Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass das nicht normal sei, was in Carolina abgehe. Man komme nicht immer ins Conference Finale. „Das ist erst meine zweite volle Saison, und schon wieder im Conference Finale zu stehen, ist schon etwas Spezielles“, meinte Blake. Die Kultur und die Gruppe bei den Hurricanes seien sogar noch auf einem anderen Level als 2025. „Ich kann nicht genau sagen, was es ist. Aber ich mag es, wie wir unterwegs sind.“

CAR@PHI, Sp4: Andersen macht im zweiten Drittel gegen Hathaway dicht

Hall: Motor Unterzahlspiel

„Wir müssen unser Spiel nicht ändern, auch nicht im Vergleich zur regulären Saison“, bekräftigte Hall. In Sachen Physis habe man etwas zugelegt. Die Mannschaft spiele sehr konstant, jeder erledige seinen Job, die Trainer seien super. „Und der Motor für unser Team ist gerade das Unterzahlspiel. Es fühlt sich gut an“, sagte der Routinier. Er bereitete alle drei Treffer der Gäste vor und ist damit erst der fünfte Spieler in der Franchise-Geschichte, dem das in einem entscheidenden Spiel einer Playoff-Serie gelingt. John Anderson (1986), Jaccob Slavin (2019), Rod Brind‘Amour (2002) und Kevin Dineen (1986) komplettieren die Liste.

Dieses gute Gefühl kommt mit Sicherheit auch daher, dass sich die Hurricanes erneut auch von einem Rückstand nicht aus der Ruhe bringen ließen. Tyson Foerster hatte die Flyers früh in Führung gebracht (8.). Nach Blakes Ausgleich (33.) war Carolina im Schlussdrittel durch Logan Stankoven in Führung gegangen (45.). Alex Bump brachte kurz danach noch einmal etwas Hoffnung für die Gastgeber mit dem 2:2 (46.). Doch Blake machte die Hoffnung zunichte. Die Hurricanes haben damit alle Playoff-Serien gewonnen, in denen sie 3:0 nach Siegen vorne lagen. Und zum zweiten Mal in der Geschichte der Franchise gewannen sie jedes ihrer ersten drei Playoff-Spiele, das in die Verlängerung ging. Zuletzt gelang ihnen das 2023. Zusätzlich war es in den Playoffs der fünfte Sieg in Folge in einem Spiel, das in die Verlängerung ging. „Wir profitieren von großartigen individuellen Leistungen. Aber jeder hat seinen Anteil am Erfolg“, betonte Brind’Amour. „Gehen Sie die Aufstellung durch. Jeder hat in den beiden Serien irgendwie seine Hand im Spiel.“

CAR@PHI, Sp4: Stankoven nutzt Halls Vorlage zum 2:1

Lange Pause steht bevor

Die Hurricanes treffen im Finale der Eastern Conference auf den Sieger der Serie zwischen den Montreal Canadiens und den Buffalo Sabres. Und diese Serie entwickelt sich zu einer wesentlich engeren Angelegenheit. Vor Spiel drei am Sonntag (Ortszeit) steht es 1:1. Es deutet alles darauf hin, dass die Carolina Hurricanes also genügend Zeit haben, sich zu erholen. Oder um Rost anzusetzen?

„Diesmal wird die Pause wohl noch länger, als in der ersten Runde. Es gibt positive und negative Elemente. Der große Vorteil ist, dass wir ohne große Verletzungen weitergekommen sind. Wir wollen selbstverständlich nicht, dass sich jemand verletzt, aber klar hoffen wir, dass die andere Serie noch lange dauert und sich die Teams gegenseitig aufreiben“, meinte Hall. Auf der anderen Seite sei der Gegner dann noch im Rhythmus. Und Brind’Amour meinte: „Es ist eine gute Sache, weil wir eins von vier Teams sein werden, die noch übrig sind. Egal wir lange wir jetzt Pause haben, wir werden es tun. Aber wir hatten das schon mal genau so, wir hatten einen Plan, der für uns funktioniert hat. Also werden wir den beibehalten.“

Die Mannschaft habe Großes geleistet, betonte der Trainer. „Die Saison ist so lang. Keiner hat die 82 Spiele in der regulären Saison auf der Rechnung. Die Mannschaft hat acht Monate lang super gespielt. Wir sind nicht gerade jetzt erst heiß gelaufen. Darauf bin ich am meisten stolz. Jetzt sind wir hier und müssen einen Weg finden, den nächsten Schritt zu machen. Das ist leichter gesagt als getan. Aber die Spieler werden alles geben. Das brauchen wir.“ Aber die Spieler verstünden, was auf dem Spiel stehe. „Sie können ihr Spiel und das des Teams anpassen. Auch wenn wir gewonnen haben, wissen sie, dass wir uns noch mal steigern müssen.“ Egal, wie der Gegner am Ende heißen mag.

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