Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Anaheim Ducks und den Vegas Golden Knights

Die Vergangenheit warf oft einen langen Schatten auf Mitch Marner, wenn es um seine Punkteausbeute in den Stanley Cup Playoffs ging. Doch in diesem Frühjahr lässt der dynamische Stürmer der Vegas Golden Knights die Kritiker reihenweise verstummen. Beim dominanten 6:2-Auswärtssieg in Spiel 3 der zweiten Runde der Western Conference gegen die Anaheim Ducks lieferte er mit vier Punkten und dem ersten Playoff-Hattrick seiner Karriere das ultimative sportliche Argument.

Durch seine insgesamt 13 Zähler in neun Partien führt er die Liga aktuell an und untermauert seinen Status als Fixpunkt der Offensive. Mit sechs Treffern setzte er bereits einen neuen persönlichen Karriere-Bestwert für die Postseason, nachdem sein alter Bestwert aus dem Jahr 2023 bei drei Toren in elf Spielen gelegen hatte.

Das externe Gerede prallt ohnehin längst an ihm ab. „Die Leute reden oft schlecht über ihn und seine Playoffs, aber ich glaube nicht, dass ihn das auch nur ein bisschen stört“, verdeutlichte Cheftrainer John Tortorella das stoische Mindset seines Schützlings. Er sei schlichtweg ein Hockeyspieler, der hochintelligent agiere und selbstbewusst in seinen Fähigkeiten sei.

Dominanz in fremden Hallen

Die Bühne im Honda Center von Anaheim schien am Freitagabend wie gemacht für Marners historische Gala. Mit seinem explosiven Auftritt trug er sich in die Geschichtsbücher der Liga ein. Als erster Akteur in der Franchise-Geschichte der Golden Knights verzeichnete er in zwei aufeinanderfolgenden Playoff-Auswärtsspielen drei oder mehr Punkte. In der gesamten NHL war dieses seltene Kunststück zuletzt Mikko Rantanen im Jahr 2025 gelungen.

Durch seine Tore reihte sich Marner zudem hinter Legenden wie Mark Scheifele und Steve Payne ein, die eine noch längere Multi-Tor-Serien in fremden Hallen vorweisen können. Gleichzeitig wurde Marner erst der vierte Spieler der Franchise-Geschichte, dem ein Vier-Punkte-Spiel in den Playoffs gelang.

Diese unaufhaltsame Dominanz auf fremdem Eis zwang selbst den gegnerischen Trainer Joel Quenneville zu höchstem Respekt. „Große Spieler finden einen Weg, im exakt richtigen Moment am Puck zu sein, und das ist ganz sicher eine seiner Stärken“, adelte der Coach der Ducks den Angreifer nach der Schlusssirene. Seine Verteidigung habe bei Marners Angriffen schlichtweg nicht die richtigen Antworten gefunden.

VGK@ANA, Sp. 3: Marner trifft dreimal zum lupenreinen Hattrick gegen die Ducks

Der Dirigent auf dem Eis

Marner fungiert in der Offensive der Golden Knights als lautstarker Taktgeber und unermüdlicher Antreiber. Er pocht förmlich darauf, die Verantwortung auf seinen Schläger zu laden. „Ich versuche immer, ein Energizer-Typ zu sein und viel Leidenschaft aufs Eis zu bringen“, erklärte Marner seinen inneren Antrieb. Er wolle den Puck stets auf dem Schläger haben und die Spielzüge aktiv kreieren. Dafür kommuniziert er intensiv mit seinen Reihenkollegen William Karlsson und Brett Howden.

Gerade die Rückkehr des defensiv starken Karlsson gibt Marner die nötige Freiheit. „Es ist wirklich einfach, mit ihm zu spielen, weil er defensiv mit seinem Schläger und seinen Beinen immer perfekt positioniert ist“, schwärmte Marner über seinen Center. Er dirigiert seine Mitspieler verbal in freie Räume und fordert sie auf, sich in den entscheidenden Zonen abseits des Trubels anzubieten. Wenn er selbst Raum und Zeit habe, müssten seine Flügelmänner nur bereit sein, den Puck mit dem ganzen Körper abzuschirmen und den Pass zu verarbeiten.

Teamgeist vor persönlichem Ruhm

Trotz all der individuellen Brillanz ordnet der Angreifer alles dem mannschaftlichen Erfolg und dem kollektiven Kampf unter. Sein Fokus liegt spürbar auf der defensiven Hingabe, die im Honda Center besonders in den Special Teams zum Tragen kam. Marner selbst fing im ersten Drittel in Unterzahl einen Pass ab und bediente Brayden McNabb perfekt zum wegweisenden Unterzahl-Treffer. „Ich fand unser Penalty Killing extrem stark, als wir es brauchten“, betonte Marner.

Die Mannschaft habe verstanden, dass das Duell der Special Teams in den Playoffs oft über Sieg oder Niederlage entscheidet. Das verbesserte Defensivverhalten war der Schlüssel. Spieler blockten unentwegt Schüsse (20) und machten es Anaheim extrem schwer, Pucks durchzubringen.

Wie wenig Marner persönliche Meilensteine in diesem Gefüge bedeuten, zeigte sich sinnbildlich in der Schlussphase. Als das gegnerische Tor leer war, stellte Marner schlichtweg das Skaten ein und überließ Howden den Treffer zum 6:2-Endstand. „Ich war froh, dass das Spiel zu diesem Zeitpunkt entschieden war“, gab er gewohnt bescheiden zu Protokoll.

Historisches Terrain betreten

Der hart erkämpfte Sieg in Anaheim bringt die Golden Knights in eine exzellente Ausgangsposition für den weiteren Verlauf. Die Franchise feierte zum sechsten Mal in ihrer Geschichte einen Auswärtssieg in einem Spiel 3, um in einer Best-of-Seven-Serie in Führung zu gehen. In allen fünf vorherigen Fällen gewann Vegas anschließend die Serie.

Marner selbst steht zudem kurz davor, Geschichte zu schreiben. Ihm fehlt nur noch ein einziger Zähler, um seinen persönlichen Rekord von 14 Playoff-Punkten aus dem Jahr 2023 einzustellen.

Doch in der Kabine herrscht keineswegs vorzeitige Euphorie oder Überheblichkeit. Tortorella weiß genau, dass eine Serienführung auf diesem Niveau enorme taktische Gefahren birgt. „Wenn die Serie auf die späteren Spiele zusteuert, dreht sich das Momentum und es wird deutlich verzweifelter Eishockey gespielt“, warnte der erfahrene Cheftrainer vor dem nächsten Aufeinandertreffen. Das Team müsse weiter hart an der eigenen Konstanz arbeiten, sich nur um das eigene Spiel kümmern und bereit sein, den unweigerlichen Gegenschlag der Ducks am Sonntagabend mit gleicher Härte abzuwehren.

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