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Der Playoff-Run der Philadelphia Flyers wurde in der Zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs 2026 jäh gestoppt. Nachdem die Pennsylvania-Derby-Serie gegen die Pittsburgh Penguins in der Ersten Runde noch mit 4:2 gewonnen wurde, setzte es gegen die Carolina Hurricanes einen 0:4-Sweep.

„Ich finde, es war enger als eine 0:4-Serie“, verteidigte sich Flyers-Kapitän Sean Couturier. „Wenn wir in ein paar Schlüsselmomenten die Abpraller bekommen hätten, dann hätten wir vielleicht ein oder zwei Siege feiern dürfen. Wir hatten unsere Chancen. Wir haben sie nicht genutzt, als wir es gebraucht hatten.“

Alle wichtigen Szenen aus dem Spiel zwischen den Philadelphia Flyers und den Carolina Hurricanes

Die Gründe für das Aus

Philadelphia hat gegen einen brutal starken Gegner gespielt. Punkt.

Da dieses Feature hiermit bereits beendet wäre, lohnt es sich, das Gesamtbild im Weitwinkel zu betrachten. 

„Ich weiß nicht, wie viele Pfosten wir in den letzten paar Spielen getroffen haben“, sagte etwa Couturier. Konkret waren es sechs Eisen-Treffer für Philadelphia in insgesamt zehn Playoff-Spielen; fünfmal war es der Pfosten, einmal die Latte.

In der Serie gegen Carolina gelangen den Flyers nur fünf eigene Treffer, was einen Schnitt von nur 1,25 Toren/Spiel ergibt. Viel zu wenig, um ein Spiel oder gar eine Serie zu gewinnen. Gegen die Hurricanes kamen nur 22,8 Torschüsse/Spiel durch. 39-mal zielte Philadelphia am Tor vorbei, 43 Schussversuche wurden geblockt. Auch das Powerplay konnte das gegnerische Bollwerk nicht knacken: Nur eine von elf Möglichkeiten wurden für einen Überzahl-Treffer genutzt, was eine magere Erfolgsquote von 5,3 Prozent ergibt.

Individuell blieben Matvei Michkov (0-0-0), Cam York (0-0-0), Rasmus Ristolainen (0-0-0), Travis Konecny (0-1-1) und Christian Dvorak (0-1-1) in der Serie gegen die Hurricanes hinter den Erwartungen zurück. Mehr aber insgesamt zu wenig kam auch von Trevor Zegras (1-1-2), Porter Martone (0-2-2), Couturier (1-0-1), Jamie Drysdale (1-0-1) und Tyson Foerster (1-0-1). Kein einziger Spieler brachte es auf einen besseren Punkteschnitt von 0,5.

CAR@PHI, Spiel 3: Zegras nutzt den Abpraller zum Ausgleich

Gleichzeitig konnten die Flyers die tief-besetzte Offensive von Carolina nicht stoppen: 3,25 Gegentore/Spiel waren zu viel - genauso wie 34 zugelassene Torschüsse/Spiel und eine Faceoff-Quote von nur 48,2 Prozent.

Philadelphia pflegte einen physischen Stil mit 172 Checks und 70 Blocks in dieser Zweitrunden-Serie, doch schlugen die Flyers dabei oft über die Stränge und kassierten 92 Strafminuten, was Kraft kostete und für den Rhythmus sicherlich nicht förderlich war.

Zweimal ging die Mannschaft von Trainer Rick Tocchet zuerst in Führung, konnte den Vorsprung aber nie halten. Gleichzeitig konnte kein Rückstand gedreht werden. Kurzum: Es fehlte an Qualität, um die Hurricanes ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Was für die Zukunft optimistisch stimmt

Insgesamt zehn Rookies präsentierte Philadelphia in der Saison 2025/26. Insbesondere Porter Martone (19; neun Spiele, 4-6-10), Alex Bump (22; 17 Spiele, 5-4-9), Denver Barkey (21; 43 Spiele, 5-12-17) und Nikita Grebenkin (23; 55 Spiele, 4-10-14) ragten heraus. Auch für Top-Talente wie Oliver Bonk (21; ein Spiel, 1-1-2) und Jett Luchanko (19; vier Spiele, 0-0-0) hat die Zukunft gerade erst begonnen.

PHI@PIT, Gm 2: Martone nutzt einen Rebound und erzielt im zweiten Drittel den Führungstreffer.

Martone (zehn Spiele, 2-3-5), Bump (sechs Spiele, 2-0-2), Barkey (zehn Spiele, 1-1-2), Bonk (ein Spiel, 0-0-0) und Luchanko (ein Spiel 0-0-0) wurden auch in den Stanley Cup Playoffs eingesetzt und sind ein Versprechen für die Zukunft.

Alleine aus dem NHL Draft 2025 warten noch fünf Picks aus den ersten zwei Runden auf ihr NHL-Debüt: Jack Nesbitt (12. Stelle), Carter Amico (38. Stelle), Jack Murtagh (40. Stelle), Shane Vansaghi (48. Stelle) und Matthew Gard (57. Stelle). Aus den Draft 2024 wurden Jack Berglund (51. Stelle) und Spencer Gill (59. Stelle) noch nicht abgerufen.

Leistungsträger wie die Stürmer Zegras (25) und Foerster (24) oder die Verteidiger York (25) und Drysdale (24) kommen erst noch ins beste Hockey-Alter und dürften sich weiter positiv entwickeln.

Gleiches gilt für Torwart Dan Vladar (28), der sehr starke Playoffs spielte (zehn Spiele 2,18 Gegentore/Spiel, 92,2 Prozent Fangquote).

CAR@PHI, Sp4: Vladar stoppt Staal mit dem Schoner

Überhaupt dürfte sich die in den Playoffs 2026 gesammelte Erfahrung enorm für eine junge Flyers-Mannschaft auszahlen.

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